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Das Team des Competence Center E-Commerce will Einzelhändlern dabei helfen, das Einkaufen vor der Haustür attraktiver zu machen. Foto: FH/Werner
Das Team des Competence Center E-Commerce will Einzelhändlern dabei helfen, das Einkaufen vor der Haustür attraktiver zu machen. Foto: FH/Werner(Download )
11.05.2016

Projekt Einzelhandelslabor Südwestfalen gestartet

Institut CCEC an der FH will Position des stationären Einzelhandels stärken

Soest. Der inhabergeführte Einzelhandel in Südwestfalen steht unter Druck. Große Handelsketten sowie der Onlinehandel graben inhabergeführten Geschäften sprichwörtlich die Kundschaft ab. Analysten prognostizieren für die kommenden fünf bis sieben Jahre Umsatzrückgänge von bis zu 30%. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wollen Industrie- und Handelskammern, Institute und Hochschulen jetzt Lösungen erarbeiten. Gefördert durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen ist das Projekt „Zukunftslabor Einzelhandel Südwestfalen“ jetzt gestartet.

Die zunehmende Digitalisierung der vergangenen Jahre hat das Einkaufsverhalten der Konsumenten entscheidend verändert. Waren sind jederzeit von überall aus bequem verfügbar und werden direkt bis an die Haustür geliefert. Einkaufen geschieht immer häufiger online, für den mittelständischen, inhabergeführten Einzelhandel vor Ort mit dramatischen Folgen. Das an der Fachhochschule Südwestfalen am Standort Soest angesiedelte Competence Center E-Commerce (CCEC) befasst sich seit über einem Jahr mit dem Thema und hat bereits eine große Händlerbefragung in der Stadt Soest durchgeführt. Gemeinsam mit den Partnern IHK Arnsberg, SIHK zu Hagen, Universität Siegen und der privaten Hochschule BiTS Iserlohn, geht CCEC an der Fachhochschule Südwestfalen jetzt mit dem Projekt Einzelhandelslabor Südwestfalen an den Start. Dabei geht es um die zentralen Fragen, wie kann sich der Einzelhandel gegen die Online- Konkurrenz behaupten und wie kann er selbst die digitalen Medien zusätzlich für seinen wirtschaftlichen Erfolg nutzen? Ziel ist es, den stationären Einzelhandel mit Workshops und Wissensvermittlung für eine eigene Multi-Channel Strategie zu stärken. Gefördert wird das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren von der Europäischen Union und dem Land NRW mit insgesamt 1,2 Millionen Euro, davon entfallen rund 315.500 Euro für die Fachhochschule.

Wie digital denkt der inhabergeführte Einzelhandel? Das will das Team um Prof. Dr. Peter Weber als Leiter des CCEC in den kommenden Wochen in einem ersten Schritt im Rahmen einer Befragung von mehr als 600 Händlern in sieben Kommunen in Südwestfalen herausfinden. „Wir erhoffen uns von der Befragung ein klares Bild in Bezug auf den Digitalisierungsstand des inhabergeführten stationären Einzelhandels in der Region Südwestfalen sowie Aufschluss über die für diesen Stand ursächlichen Treiber und Barrieren. Hierauf aufbauend werden in dem Projekt dann Handlungsoptionen und Qualifizierungsangebote für die Händler erarbeitet.“

Lars Bollweg setzt sich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Competence Center E-Commerce von Beginn an mit den Fragestellungen zur Digitalisierung des Handels auseinander. Er sieht in den Themen E-Commerce und Digitalisierung  deutliche Potenziale für Einzelhändler: „Der stationäre Einzelhandel kann die lokale Nähe zum Kunden im Wettbewerb mit dem Online-Handel zu seinem Vorteil nutzen, z.B. durch den Einsatz von standortabhängigen digitalen Service- Angeboten.“ Die aus der Befragung gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, einen Methodenbaukasten zum Ableiten von Handlungsoptionen zu entwickeln. Außerdem will das Team des CCEC maßgeschneiderte E-Learning- Angebote für Einzelhändler entwerfen. Eine erste Testphase werden die entwickelten Handlungsoptionen in Praxisprojekten durchlaufen.

www.einzelhandelslabor.de
www.fh-swf.de/soest
www.ccec-online.de