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Vom Lübecker Ring auf die 5th Avenue: Rózsa Simon ist startklar für ihr Master- Studium in New York. Foto: FH/Pösentrup
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25.05.2016

Masterhaft: Mit Fulbright-Stipendium in die USA

Erste Soester FH-Absolventin studiert mit Vollstipendium in New York

Soest. „Ein Fulbright-Stipendium, das ist wie ein roter Teppich in den USA“, schwärmt Rózsa Simon. Noch wohnt und arbeitet die FH-Absolventin zuhause im sauerländischen Sundern-Enkhausen, Doch schon bald will sie über die 5th Avenue in New York flanieren – nach zwei Vorgängern ist sie die erste Absolventin aus Soest, die sich ein Fulbright-Stipendium gesichert hat, um damit in den USA einen einjährigen Masteraufenthalt zu finanzieren.

Voll freudiger Erwartung auf ihr Studium in den USA hört die 24-Jährige zu, wie Sabine Mahlstedt vom Akademischen Auslandsamt die Rahmenbedingungen dieses Ausnahme-Stipendiums umreißt: „Die Voraussetzungen dafür sind ein super Notendurchschnitt, man muss eine sozial engagierte Persönlichkeit sein, Ausdrucksfähigkeit und Begeisterung für die USA mitbringen und einen Mehrwert für die amerikanischen Kommilitoninnen und Kommilitonen liefern, also im besten Fall etwas Positives von Deutschland vermitteln können.“, hebt Mahlstedt den Stellenwert hervor. Im Rahmen des Fulbright-Programms gehe es neben sehr guten akademischen Leistungen immer auch um die persönliche Komponente im transatlantischen Austausch. Fulbright arbeitet hier in enger Abstimmung mit den Akademischen Auslandsämtern im Hinblick auf die Auswahl und Unterstützung geeigneter Kandidaten.

Rózsa Simon studierte Design- und Projektmanagement am Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik in Soest. Ein Auslandssemester absolvierte sie an der University of Technology Sydney. Im Studium an der FH belegte sie auch englischsprachige Fächer und unterstützte die Organisation der internationalen Studiengänge in Soest zwei Jahre lang als studentische Hilfskraft. Im Anschluss an ein Praktikum bei der Audi AG in Ingolstadt konnte sie im Unternehmen ihre Bachelor-Arbeit schreiben. Thema: Der Einfluss von technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auf das aktive Markenerlebnis. Die Bachelor-Abschlussprüfung schloss sie mit der Gesamtnote 1,8 ab. Damit nicht genug: „Für mich war klar, dass ich noch einen Master machen möchte, der mir einen Mehrwert bringt.“ In den Schoß gefallen ist der 24-Jährigen mit ungarischen Wurzeln das Fulbright-Stipendium aber nicht. Sie musste eine schriftliche Bewerbung einreichen, ein Bewerbungsgespräch bei der Fulbright- Kommission in Berlin führen und zwei Empfehlungsschreiben, eines von Prof. Dr. Andreas Gerlach (FH SWF, Soest) und PHD Jennifer Hagedorn (UTS,Sydney), vorlegen. „Klar habe ich erst gedacht, ich als Landei, wie soll ich da bestehen. Aber man muss es probieren, an sich glauben, selbstsicher und authentisch sein und sich immer wieder sagen, ‚ich schaffe das'!“

Bis zur endgültigen Zusage war Geduld gefragt, doch dann ging alles sehr schnell. Üblicherweise übernimmt die Fulbright-Kommission die Platzierung ihrer Stipendiaten an Hochschulen in den USA. Rózsa Simon hat sich lieber selbst auf die Suche gemacht und sich schließlich bei der Parsons School of Design in New York eingeschrieben – einer Exzellenzhochschule im Bereich Design und Management. Gemeinsam mit 70 Studierenden wird sie dort Mitte August ihr Master-Studium beginnen und freut sich auf kleine, familiäre Lerngruppen – ähnlich wie an der Fachhochschule. Im Studium wird viel Wert auf Netzwerken und Projektarbeit mit New Yorker Firmen gelegt. „Das wird eher ein Schock für jene sein, die von den Unis kommen. Für mich aber nicht, als FH-Absolventin bin ich’s ja gewohnt.“, schätzt sie die Lern- und Arbeitsweise an der Fachhochschule. Vor dem Master-Start geht es für die 24-Jährige eine Woche nach Miami zum Vorbereitungstreffen der Stipendiaten (Gateway Orientation). Zurzeit ist sie noch auf der Suche nach einem Zimmer in einer „amerikanischen“ WG. Dass es damit auch noch klappt, da macht sie sich keine Sorgen: „Ich bin schon in zig facebook- Gruppen aktiv. Man kennt sich schon, selbst wenn man sich noch nie persönlich begegnet ist.“ Auf die Frage, ob sie in den kommenden zwei Jahren etwas vermissen wird, antwortet sie lachend: „Mamas Butterbrote“. Sicherlich wird sich dafür auf der 5th Avenue in New York auch Ersatz finden.