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Prof. Dr.- Ing. Heinrich Reents
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01.06.2016

Altrektor Prof. Dr.- Ing. Heinrich Reents verstorben

Fachhochschule Südwestfalen trauert um engagierten Forscher und Erfinder

Iserlohn. In der Presse wurde er mal als „Daniel Düsentrieb“ bezeichnet. Und in der Tat hat er in Iserlohn und an seinem Wohnort Unna viele Entwicklungen angestoßen und zahlreiche Erfindungen getätigt. Am 24. Mai 2016 ist der ehemalige Rektor der Märkischen Fachhochschule und langjährige Hochschullehrer der Fachhochschule Südwestfalen, Prof. Dr. Heinrich Reents, im Alter von 69 Jahren verstorben.

Die Studierenden standen bei ihm immer im Mittelpunkt: „Unser Produkt sind gute Ingenieurinnen und Ingenieure und mit erstklassigen Ingenieuren ist unserer heimischen Industrie am ehesten gedient“, sagte er einmal. Daneben galt sein unermüdliches Interesse dem Voranschieben von Innovationen.

Prof. Reents studierte Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen und promovierte an der Universität Essen. Nach verschiedenen beruflichen Stationen als Lehrer, Unternehmensberater, Projektleiter und Bereichskoordinator an der Kernforschungsanlage in Jülich sowie als stellvertretender Leiter der Zentralabteilung Fertigungstechnik bei AEG-Telefunken wurde er 1981 an die damalige Abteilung Iserlohn der Fachhochschule Hagen als Professor berufen. Seine Lehrgebiete waren die Fertigungsplanung und -steuerung, Fabrikanlagen und Organisation sowie Informationssysteme der Fertigung. 1989 wählte der Konvent der Hochschule ihn zum Rektor der Märkischen Fachhochschule, der Nachfolgeeinrichtung der Fachhochschule Hagen.

Auch auf seine Initiative hin kam es 1992 zur Gründung der Gesellschaft für Gerontotechnik in Iserlohn. Mittlerweile hat sich an der Max-Planck-Straße das 4500 Quadratmeter große Zentrum für Gerontotechnik etabliert, das sich mit technischen Hilfsmitteln, Einrichtungen und Verfahren für das Leben im Alter beschäftigt. Von 1994 bis 2003 war Prof. Reents Geschäftsführer der GGT Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik mbH. An der Fachhochschule leitete er den Forschungsschwerpunkt Gerontotechnik. 1990 übernahm er ebenfalls die wissenschaftliche Geschäftsführung des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik in Iserlohn.

Als Erfinder machte sich Prof. Reents ebenfalls einen Namen. So erfand er beispielsweise die SISS Babycontroll Matte, die dem plötzlichen Kindstod vorbeugt. An seinem Wohnort Unna betrieb er ein privates Innovationszentrum.

Mit viel Herzblut unterstützte er auch die Partnerschaft zur südrussischen Technischen Hochschule Nowotscherkassk und engagierte sich für den Studierendenaustausch zwischen beiden Hochschulen. Für seine Verdienste zeichnet ihn die russische Hochschule mit der Ehrendoktorwürde aus.

Auch nach seiner Pensionierung war er im Bereich Innovationsmanagement tätig und widmete sich der Erforschung neuer Produkte und Entwicklungen der Energietechnik.