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20.06.2016

Unternehmensverband verleiht Förderpreise an herausragende Absolventen der Fachhochschulen in seinem Verbandsgebiet

Arnsberg, 09. Juni 2016. Insgesamt fünf Förderpreise wurden im Rahmen der diesjährigen Vortragsveranstaltung des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte an Absolventen der Fachhochschule Südwestfalen und der Hochschule Hamm-Lippstadt verliehen. Die Preisträger haben hervorragende Bachelorarbeiten mit besonderem Praxisbezug verfasst, deren Ergebnisse zum Teil in der Produktion ihrer Kooperationsunternehmen bereits direkt umgesetzt werden.

Mit diesen Preisen verfolgt der Unternehmensverband zwei Ziele: Zum einen soll das besondere Engagement der Absolventen gewürdigt werden. Zum anderen soll aber auch der Kontakt zwischen den heimischen Unternehmen und den Hochschulen gefördert werden. Egbert Neuhaus, Vorsitzender des Verbandes: „Wir möchten den Technologie-Transfer in unserer Region ankurbeln, denn der regelmäßige und intensive Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist für die Entwicklung unseres Standortes sehr bedeutsam.“ Neuhaus zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Studierenden: „In diesem Jahr lag das Gesamtniveau so hoch, dass eine Entscheidung kaum möglich war. Um gerecht zu bleiben haben wir uns entschlossen, zwei zweite Preise zu vergeben.“
Der erste Preis wurde mit 2.500 Euro Preisgeld dotiert, die beiden Zweiten Preise mit 2000 Euro, der dritte Preis mit 1.500 und die vierte Auszeichnungen mit 1000 Euro.

Die Preisträger:

Der erste Preis wurde in diesem Jahr an Philipp Rehlaender aus Paderborn verliehen, der an der Fachhochschule Südwestfalen, Standort Soest, Elektrotechnik studiert hat. In Kooperation mit der Delta Energy Systems (Germany)GmbH, ansässig in Soest, hat er seine Abschlussarbeit mit dem Titel „Minimierung der Verlustleistung durch Leiterkartenverlitzung und Minimierung der Feldverteilung unter Anwendung FEM-Simulationen“ verfasst. In der praktischen Anwendung können mit dem Ergebnis Elektro-Fahrzeuge schnell und bequem wieder aufgeladen werden. Ein funktionierender Prototyp wurde auch bereits gebaut. Philipp Rehlaender hat inzwischen bereits sein Masterstudium abgeschlossen und arbeitet jetzt in einem Forschungsprojekt mit dem Ziel der Promotion.

Kai Silberg aus Schmallenberg wurde der zweite Förderpreis zuerkannt. Er ist Absolvent der Fachhochschule Südwestfalen, Standort Meschede, wo er Maschinenbau studiert hat. In Kooperation mit der Ketten Wulf Betriebs GmbH aus Eslohe verfasste er die Arbeit mit dem Titel  „Entwicklung eines analytischen Ansatzes und eines Berechnungsmodells zur Bestimmung der Bruchlast von Gelenkketten“. Diese hervorragende Arbeit kommentiert das Unternehmen: „Mit seiner Bachelorarbeit erzielt Herr Silberg eine Effizienzsteigerung im Produktentwicklungsprozess der Firma KettenWulf. Durch die Verwendung virtueller Prototypen wird der Einsatz realer Prototypen minimiert, was zu einer erheblichen Kostensenkung führt. Die in der Bachelorarbeit entwickelten FE-Modelle leisten einen wesentlichen Beitrag zur stetigen innovativen Weiterentwicklung der Produkte von KettenWulf. Aus diesem Grund sollen zukünftig weitere Problemstellungen bei der Firma KettenWulf durch die Anwendung der Methode der Finiten Elemente gelöst werden. Die Anschaffung bzw. Einführung einer eigenen FE-Software wird derzeit geprüft. Die Arbeit von Herrn Silberg hat den Anstoß für diese Weiterentwicklung gegeben.“

Der zweite zweite Förderpreis wurde an Björn Plaßmann aus Lippetal überreicht. Er studierte an der Fachhochschule Südwestfalen, Standort Soest Maschinenbau. Mit seinem Partnerunternehmen Kverneland Group Soest GmbH, das ihn auch während seines kooperativen Studiums nach dem Soester Modell unterstützt hat,  hat er seine Arbeit mit dem Titel „Konstruktion einer Einzelreihenabschaltung in der Düngerzufuhr von Einzelkornsämaschinen“ verfasst. Die Note 1,0 begründete Prof. Dr.-Ing. Jens Bechtold: „Die Arbeit von Herrn Plaßmann zeigt eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, das Beschreiten neuer, im Anwendungsbereich bislang nicht eingesetzter Wege mit sehr hohem Nutzen für das unternehmen und die späteren Anwender. Dabei hat Herr Plaßmann die an Ihn gestellte Aufgabe weiter geführt, als dies zu Beginn der Bachelorarbeit vorgesehen war.“ Das von Björn Plaßmann konstruierten Dosiergerät wird von Kverneland wohl weiter ausgearbeitet.

Der dritte Förderpreis wurde Tanja Schmitz verliehen. Sie studierte an der Hochschule Hamm-Lippstadt, Standort Hamm Biomedizinische Technologie mit dem Schwerpunkt Medizintechnik. In Kooperation mit der Schmitz und Söhne GmbH & Co. KG, bei der sie auch schon während des Studiums als Werkstudentin beschäftigt war, verfasste sie ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Antimikrobielle Beschichtung von Medizinprodukten - Technologie, regulatorische Anforderungen
und kritische Betrachtung am Beispiel der antimikrobiellen Ausrüstung des gynäkologischen Untersuchungsstuhls arco® der Schmitz u. Söhne GmbH & Co. KG“. Aus dem Kommentar des Unternehmens heißt es: “Infektionen mit gefährlichen Keimen werden zu einem immer größeren Problem im Arzt- und Krankenhausalltag. Um den Patienten nachhaltig vor Infektionen zu schützen, muss bereits die Übertragung des Keims verhindert werden. Daher hat es sich die Schmitz u. Söhne GmbH & Co. KG zum Ziel gesetzt, einen vollständig antimikrobiellen  gynäkologischen  Untersuchungsstuhl  zu  entwickeln,  um  die  Übertragung  von  pathogenen Keimen zu verhindern. In der Arbeit wurden die gängigsten Wirkstoffen Silber, Kupfer und Triclosan untersucht. Dabei stellte sich Silber als überlegen heraus. Aufgrund  der  Ergebnisse  wird  nun  ein  vollständig  antimikrobiell  ausgerüsteter  Untersuchungsstuhl entwickelt. Hier wird primär auf die Silbertechnologie zurückgegriffen werden.“

Der vierte Platz wurde an Anika Schmidt aus Duisburg vergeben. Sie hat an der Hochschule Hamm-Lippstadt, Standort Lippstadt  Wirtschaftsingenieurswesen studiert. Ihre Bachelorarbeit mit dem Titel: „Reduktion der Ausschusskosten einer automatisierten Funkschlüsselmontage der Hella KGaA Hueck & Co. anhand der DMAIC-Methodik“ verfasste sie gemeinsam mit Hella KGaA Hueck & Co. Frau Schmidt identifizierte eine Fehlerquelle in der Produktion und konnte damit die Ausschusskosten erheblich reduzieren. Das Unternehmen bewertet die Arbeit und Anika Schmidt wie folgt: „Sehr gute Arbeit, sehr gute selbstständige und strukturierte Vorgehensweise zur Problemlösung, zuverlässige und verantwortungsbewusste Aufgabenerfüllung, sehr gute Team- und Kontaktfähigkeit.“