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Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher aus der landwirtschaftlichen Praxis, Berater, Wissenschaftler und Politiker interessierten sich für das Thema Klimaanpassungsstrategien Foto/Pösentrup
Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher aus der landwirtschaftlichen Praxis, Berater, Wissenschaftler und Politiker interessierten sich für das Thema Klimaanpassungsstrategien Foto/Pösentrup(Download )
Prof. Dr. Bernhard C. Schäfer erläuterte im Feld erste vorläufige Ergebnisse des Projekts. Foto: FH/Thiel
Prof. Dr. Bernhard C. Schäfer erläuterte im Feld erste vorläufige Ergebnisse des Projekts. Foto: FH/Thiel(Download )
07.07.2016

Landwirtschaft begegnet dem Klimawandel

Fachtagung an der FH SWF: Anpassungsstrategien im Pflanzenbau

Soest. Der Klimawandel stellt für Landwirte eine besondere Herausforderung dar. Extreme Wettersituationen wirken sich negativ auf die landwirtschaftlichen Erträge aus. Gleichwohl wissen die Betroffenen, dass auch aus Böden und den tierischen Ausscheidungen klimaschädliche Gase freigesetzt werden. Seit 2010 setzten sich Wissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft, im Rahmen des Forschungsprojekts „Klimaorientierte Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft – Optimierter Klimabetrieb“ mit dem Thema auseinander. Vorläufige Ergebnisse standen jetzt im Fokus einer Fachtagung auf dem Soester Campus und im Versuchsgut Merklingsen.

Konkret müssen Risiken und Schäden der Klimaveränderungen durch gezielte Anpassungen der Produktionstechnik aufgefangen werden. Zusätzlich gilt es, Emissionen von Treibhausgasen und anderen schädliche Umweltwirkungen deutlich zu reduzieren. Aber was kann der einzelne Landwirt in dem Zusammenhang leisten? Gemeinsam mit Agroscope in Zürich-Reckenholz, dem Thünen-Institut und dem Julius-Kühn-Institut in Braunschweig arbeiten Angehörige des Fachbereichs Agrarwirtschaft seit sechs Jahren an dieser Fragestellung. „Wichtige Einflussfaktoren sind die Gestaltung der Fruchtfolge und die Bodenbearbeitung, ebenso wie die Art und Bemessung der Stickstoffdüngung“, so Prof. Dr. Bernhard C. Schäfer als verantwortlicher Projektleiter. Zusätzlich beschäftigt die Wissenschaftler, ob Ertrag und Wirtschaftlichkeit des Anbaus beim Einsatz emissionsmindernder Verfahren noch in einem guten Verhältnis stehen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Vorläufige Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden jetzt im Rahmen der Tagung „Klimaanpassungsstrategien im Pflanzenbau“ vorgestellt. Dazu waren mehr als 100 Besucherinnen und Besucher, darunter Experten vorwiegend aus Nordrhein- Westfalen und den angrenzenden Bundesländern, aber auch Forscher aus Bayern und der Schweiz zum Standort Soest der Fachhochschule gekommen. So wurde über die Wirkung von Bodenbearbeitung, Strohzerkleinerung und Stickstoffdüngung auf den Strohabbau und die Pflanzenentwicklung diskutiert und der Einfluss der Fruchtfolgegestaltung auf wichtige Kennzahlen der Ökobilanzen erklärt. Aber auch die Freisetzung von klimarelevanten Gasen wie Ammoniak und Lachgas bei unterschiedlichen Bodenbearbeitungssystemen wurden erörtert. Abschließend folgte eine ökonomische Bewertung der verschiedenen Klimaanpassungsstrategien.

Am Nachmittag stand die praxisorientierte Forschung im Versuchsgut Merklingsen im Mittelpunkt. Vor Ort wurden die verschiedenen Modellbetriebe, die für das Projekt angelegt worden sind, gezeigt. Neben der Vorstellung weiterer Projektergebnisse und der Versuchstechnik, erläuterte Prof. Dr. Thomas Weyer anhand von Bodenprofilgruben die Wirkung unterschiedlicher Bodenbearbeitungssysteme auf die Bodenstruktur. „Insgesamt können wir mit der Veranstaltung mehr als zufrieden sein.“, resümierte Prof. Dr. Schäfer. „Wir konnten einige interessante Ergebnisse präsentieren und weisen aber auch explizit darauf hin, dass noch eine Ernte auf dem Feld steht.“ So geht die Arbeit der Soester Wissenschaftler weiter, bis die diesjährige Ernte eingebracht und die letzten Ergebnisse ausgewertet sind.