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Volker Mielisch, Geschäftsführer von Agrartechnik Paul Plate, freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung. Sie trägt die Handschrift der FH-Studenten Manuel Beckenbach, Efstathios Orfanidis und Constantin Brenke (v.li.) Es fehlt Dimitrij Begmenko.
Volker Mielisch, Geschäftsführer von Agrartechnik Paul Plate, freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung. Sie trägt die Handschrift der FH-Studenten Manuel Beckenbach, Efstathios Orfanidis und Constantin Brenke (v.li.) Es fehlt Dimitrij Begmenko.(Download )
11.07.2016

Wenn das Grubbern plötzlich zum Handwerk gehört

Vier Studenten der Fachhochschule Südwestfalen unterstützen Hagener Firma Paul Plate Agrartechnik bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems

Hagen. Normalerweise gehört Grubbern überhaupt nicht in ihren Lehrplan. Und dass sie sich jemals dafür interessieren würden, hätten Manuel Beckenbach, Constantin Brenke, Efstathios Orfanidis und Dimitrij Begmenko vor ein paar Monaten wohl eher nicht für möglich gehalten. Jetzt aber wissen die vier Studenten des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Fachhochschule Südwestfalen, wie man grubbert. Und vor allem: womit.

Zum Grubbern: Grubbern ist eine eher sanfte Art der Bodenbearbeitung. Man lockert den Boden dabei zwar auf, aber nicht so tief wie beispielsweise mit dem Pflug. Beides, Pflügen wie Grubbern, hat im Ackerbau seine Vor- und Nachteile. Deswegen machen es die Einen so, die Anderen eben so.

Diese Erklärungen stammen von Manuel Beckenbach. Der ist nicht etwa Landwirt, sondern Student. Er studiert nicht etwa Agrarwirtschaft, sondern Wirtschaftsingenieurwesen. Mit dem Grubbern kennt er sich trotzdem aus. Denn gemeinsam mit drei Kommilitonen war er das letzte halbe Jahr bei der Hagener Firma Agrartechnik Paul Plate engagiert. Dort wird zwar nicht gegrubbert, aber dort werden Grubberzinken für die Böden in ganz Europa gefertigt. Nicht nur Grubberzinken, aber auch Grubberzinken. Und dort waren die vier Studenten auch nicht etwa in der Produktion tätig. Sie haben der Firma geholfen, ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen, das jetzt zertifiziert wurde. Ob man dafür wissen muss, was Grubbern ist? „Es kann auf jeden Fall nicht schaden“, sagt Manuel Beckenbach.

Und damit klingt die Geschichte dann doch nicht mehr ganz so ungewöhnlich. Vier Hagener Studenten sammeln praktische Erfahrungen, indem sie ihr Wissen in eine Hagener Firma einfließen lassen. „Das macht Sinn“, finden auch Volker Mielisch und Dr. Christian Borsche. Die beiden Geschäftsführer von Paul Plate Agrartechnik haben das Projekt gemeinsam mit FH-Professor Dr. Andre Coners auf die Beine gestellt. Jetzt ist es abgeschlossen. Paul Plate Agrartechnik hat das Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2015 erfolgreich zertifizieren lassen. Ganz glatt. Ohne – wie es im Jargon heißt – Neben- oder Hauptbedingungen.

Was heißt das jetzt? „ISO ist ein Instrument, um Standards einzuführen“, sagt Volker Mielisch. Das ganze Unternehmen wird vergleichbar, lässt sich leichter führen.“ Natürlich hat Mielisch auch den wirtschaftlichen Nutzen im Blick: „Für uns ist das eine Chance auf neue Märkte. Bei Kunden ist das gern gesehen. Viele fragen sofort: ‘Sind Sie denn zertifiziert?‘“ 

Das klingt schon so, als würde die große Analoguhr auf dem riesigen, historisch anmutenden Firmengelände an der Eichendorffstraße nach der Zertifizierung  etwas anders ticken. „Jeder einzelne Mitarbeiter arbeitet jetzt anders“, bestätigt Volker Mielisch. „Jeder kann sein Arbeitsergebnis kontrollieren, Fehler werden frühzeitig erkannt“. Das sei zwar eine Umstellung für die Belegschaft gewesen, aber letzendlich sichere die steigende Wettbewerbsfähigkeit ja jeden einzelnen Arbeitsplatz.

All das klingt nach der klassischen Win-Win-Situation. Alle Beteiligten haben einen Vor-, keiner einen Nachteil. „Das war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Wir haben vier pfiffige Jungs bekommen, die dahinter standen und echt etwas leisten wollten“, bestätigt Volker Mielisch. Und diese Jungs, die Studenten also, wissen jetzt, dass ihr theoretisches Wissen in der Praxis gefragt ist. Und wie man es richtig anwendet. Und was Grubbern ist.