Pressearchiv

Bilder

Frank Bödefeld Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen
Frank Bödefeld Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen(Download )
14.07.2016

Berufung Flüchtlingsmigration

Der Mescheder Wirtschafts-Absolvent Frank Bödefeld betreut als Fallmanager Flüchtlinge im Bodenseekreis

Friedrichshafen. „Ökonomische Auswirkungen von Flüchtlingsmigration“ lautete das Thema der Masterarbeit von Frank Bödefeld. Seit April kann er seine Erkenntnisse direkt in die Praxis umsetzen: er arbeitet im neu geschaffen Amt für Migration und Integration im Bodenseekreis. Bödefeld betreut als Fallmanager rund 130 Flüchtlinge, organisiert Unterbringungen oder Sprachförderungen, entwickelt individuelle Konzepte.

Geleitet wird er durch die für ihn  wichtigste Erkenntnis aus seiner Masterarbeit. „Die ökonomische Auswirkung von Integration hängt vom Integrationserfolg ab“, sagt der Wirtschafts-Absolvent. Anders ausgedrückt: Erfolgreich integrierte Flüchtlinge haben kurz-  und langfristig positive wirtschaftliche Auswirkungen für die deutsche Volkswirtschaft. „Meine Stelle ist ein Beispiel, wie Einheimische von gestiegenen Staatsausgaben profitieren“, erklärt Bödefeld. „Das meiste Geld bleibt ja hier, beispielweise für mehr Sachbearbeiter.“

Langfristig sei es entscheidend, wie gut und schnell Flüchtlinge in Beschäftigungsverhältnisse übernommen werden. Aus Beschäftigung ergeben sich positive gesamtwirtschaftliche Wirkungen, lange Wartezeiten wirken hingegen wie  Langzeitarbeitslosigkeit.  Hundertausende zusätzliche Arbeitslose führen schließlich zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Belastung. „Aus dem Balkankrieg haben wir gelernt, das nur ein Teil der Menschen nach Beendigung des Konfliktes zurückgeht“, so Bödefeld. „Fakt ist, Integration war damals nicht gewünscht, deshalb haben wir heute noch viele Arbeitslose mit Migrationshintergrund.“     

Bödefeld arbeitet gerne mit Fakten, als Ökonom möchte er ökonomische Wirkungen verstehen und auch anwenden: „Wenn wir schon vorher wissen, ein großer Teil wird bleiben, müssen wir entsprechend handeln“. Deshalb hat er sich direkt nach seinem Masterabschluss deutschlandweit beworben und gleich im ersten Vorstellungsgespräch zugesagt.