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Projektkoordinatorin Prof. Eva Briedigkeit (von links), Heinz-Joachim Henkemeier, Kanzler der FH Südwestfalen, Garbsens Bürgermeister Christian Grahl und Monika Probst, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kinder und Jugend, Sport und Kultur.
Projektkoordinatorin Prof. Eva Briedigkeit (von links), Heinz-Joachim Henkemeier, Kanzler der FH Südwestfalen, Garbsens Bürgermeister Christian Grahl und Monika Probst, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kinder und Jugend, Sport und Kultur.(Download )
14.09.2016

Stadt Garbsen schließt Kooperationsvertrag mit der Fachhochschule Südwestfalen zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich

GARBSEN (stp). Sprache ist der Schlüssel zur Bildung, Sprache als „Schlüsselkompetenz“ ist von hoher Bedeutung für den Bildungserfolg. Daher ist in den vergangenen Jahren die Förderung der Sprachkompetenz in den Fokus bildungspolitischer Anstrengungen gerückt. Zentrales Anliegen des Niedersächsischen Kultusministeriums ist es, die Sprachbildung als Querschnittsdisziplin in den Kindertageseinrichtungen fest zu verankern.

Die Sprachfähigkeit von Kindern in Krippen und Kitas weiter fördern und die Kompetenzen von Erziehern stärken: Das ist das Ziel der Stadt Garbsen. Die Stadt hat daher einen Kooperationsvertrag mit der Fachhochschule Südwestfalen geschlossen. Das Projekt schließt nahtlos an zwei frühere Projekte mit der Universität Oldenburg und der Universität Vechta an. Auch das neue Projekt wird wissenschaftlich von Prof. Eva Briedigkeit von der Fachhochschule begleitet, um die Ergebnisse auch der Forschung zur Verfügung zu stellen. Das Land Niedersachsen fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund 360.000 Euro. Die Stadt trägt einen Eigenanteil von zehn Prozent.

Die Stadt Garbsen investiert bereits seit einigen Jahren in die Qualifizierung ihrer frühpädagogischen Fachkräfte. Seit 2007 haben Erzieher und Grundschullehrer verschiedene Fortbildungsangebote wahrgenommen. Der Auftakt waren Angebote, die sich an ausgewählte Multiplikatoren aus den unterschiedlichen Einrichtungen richteten. Später wurden in einer dreijährigen wissenschaftlichen Weiterbildung flächendeckende Fortbildungsangebote für alle Fachkräfte anboten. „Die Herausforderung im pädagogischen Alltag besteht nun in der Umsetzung der Sprachbildung und Sprachförderung angesichts vieler neue Anforderungen und Bedarfe, beispielsweise durch die Zunahme von Kindern mit Fluchterfahrung und ohne deutsche Sprachkenntnisse“, sagte Prof. Eva Briedigkeit bei der Vertragsübergabe im Garbsener Rathaus. „Hier ist eine Weiterentwicklung bestehender Konzepte erforderlich.“

Daher hat sich die Stadt Garbsen das Ziel gesetzt, die bisher durchgeführten Projekte zwar inhaltlich fortzusetzen, jedoch mit veränderten methodischen Zugängen. Das gestern vorgestellte neue Projekt begleitet die Kindertageseinrichtungen bei dem Prozess, bei dem die in den Fort- und Weiterbildungen erworbenen Kenntnisse in den pädagogischen Alltag übertragen werden sollen. „Das ist angesichts der vielen Aufgaben, die aktuell von den Kindertageseinrichtungen wahrgenommen werden, eine große Herausforderung – verbunden mit einem hohen Anspruch“, sagte Monika Probst, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kinder und Jugend, Sport und Kultur.

Um diesem gerecht zu werden, hat die Fachhochschule Südwestfalen unter Federführung von Prof. Eva Briedigkeit für die Stadt Garbsen ein Konzept entwickelt, das eine sognannte systematische Transferbegleitung ermöglicht. Dabei soll den rund 300 Garbsener Erziehern konkrete Unterstützung bei der Erarbeitung einrichtungsbezogener Ziele und bei der Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Implementierung der Sprachbildung angeboten werden. Mit Blick auf die Trägerautonomie geschieht diese Transferbegleitung durch die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften und Leitungskräften durch Prozessbegleitung beispielsweise mit Hospitationen, Fachberatung und ein Inhouse-Coaching. „Dabei wird der jeweilige pädagogische Ansatz der einzelnen Träger und der einzelnen Einrichtungen berücksichtigt“, betonte Briedigkeit. „Dass Garbsen alle Erzieher in dieser Form wissenschaftlich weiterbildet, ist etwas Besonders“, sagte sie. Viele Einrichtungen landesweit würden nur einige ausgewählte Multiplikatoren oder Leitungskräfte für die Qualifizierung Sprachkompetenz im Elementarbereich vorsehen.

Bei der wissenschaftlichen Begleitung dieses Projektes wird Prof. Eva Briedigkeit bei den Transferaufgaben von der Organisationsberaterin Meike Kuhlmann unterstützt. Beide sind zwei in Garbsen bekannte Gesichter: Sie haben bereits in den Vorgänger- Projekten der Universitäten Oldenburg und Vechta mitgewirkt. „Neben der Qualifizierung der frühpädagogischen Fachkräfte und der Evaluation übernehmen Sie eine wichtige Netzwerkfunktion“, sagte Garbsens Bürgermeister Christian Grahl. Ich freue mich sehr, dass diese etablierte Kooperation mit den neuesten wissenschaftlichen Standards fortgesetzt wird.“