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Prof. Dr. Werner Poguntke wurde an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand verabschiedet.
Prof. Dr. Werner Poguntke wurde an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand verabschiedet.(Download )
21.09.2016

Bis dass der Groschen gefallen ist

Prof. Dr. Werner Poguntke lebte seine Leidenschaft für das Erklären. Jetzt wurde er an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand verabschiedet

Hagen. Er ist ein Mann der ersten Stunde, einer, der das Verbundstudium mit aus der Taufe hob und dazu beitrug, dass es schließlich zu dem wurde, was es seit etlichen Jahren ist: ein Erfolgsmodell. Nun, nach fast 23 Jahren in Verbundstudiengängen des Hagener Fachbereichs Technische Betriebswirtschaft, wurde Prof. Dr. Werner Poguntke an der Fachhochschule Südwestfalen in den Ruhestand verabschiedet.

Irgendwie verkörpert Prof. Dr. Werner Poguntke das Prinzip des Verbundstudiums auf seine eigene, ganz persönliche Weise. Verbundstudium steht eigentlich für die Verbindung von Ausbildung oder Beruf auf der einen, und eben dem Studium auf der anderen Seite. Für Poguntke ermöglichte die Tätigkeit im Verbundstudiengang Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Südwestfalen aber auch eine andere Verbindung: Sie verknüpfte seine beiden Leidenschaften: die Mathematik und das Erklären. „Beides hat mir immer sehr viel Spaß gemacht“, so Poguntke, der zwischen 2007 und 2015 Prodekan des Fachbereichs Technische Betriebswirtschaft war.

Und letztlich waren es auch diese beiden Leidenschaften, die die berufliche Karriere Poguntkes vorzeichneten. Nach dem Mathematikstudium mit anschließender Promotion und Habilitation ging es zwar zunächst in die Industrie, aber diese Verbindung sei von Anfang an eher ein Zweckbündnis gewesen, sagt Werner Poguntke. „Das war mir etwas zu langweilig. Ich wollte in die Wissenschaft, wollte forschen, lehren und erklären“. Poguntke wechselte zunächst an die Hagener Fernuni, 1994 dann als Professor für Informatik an die Fachhochschule. In der Lehre konnte er sich dann bald auch wieder seiner Lieblings- und der vermeintlichen Königsdisziplin zuwenden. „Manchmal musste man schon befürchten, dass die Studenten fast in Ohnmacht fallen, wenn sie Begriffe wie Logarithmus hören“, blickt Poguntke zurück. Ihm war klar: Wollte er erfolgreich sein, musste er die Mathematik schonend und klug dosiert an den Mann bringen. Aber wie? „Indem ich sie in die Realität geholt habe“, antwortet Poguntke, „dann verstehen junge Leute sie besser und begreifen auch, wofür sie das alles brauchen“.

In einer für ihn neuen Realität ist nun auch Werner Poguntke angekommen. Sie trägt den Namen Ruhestand und eröffnet sicher neue Freiräume. „Das heißt aber nicht, dass ich den Griffel fallen lasse und ab sofort nur noch den Garten umgrabe“, schränkt Poguntke ein. Er will dem Erklären treu bleiben, will weiter Lehrbücher schreiben und dazu neue didaktische Konzepte entwickeln. Fast könnte man Prof. Dr. Werner also zum Eintritt in den Verbundruhestand gratulieren. Einer Verbindung aus Ruhestand auf der einen, und etwas Arbeit auf der anderen Seite.