Pressearchiv

Bilder

: Prof. Dr. Patrick Sensburg, Vorsitzender des NSA- Untersuchungsausschusses, erläuterte unter anderem, wie man mit Daten einer zukünftig vernetzten Produktion und Wirtschaft wohl nicht umgehen sollte.
: Prof. Dr. Patrick Sensburg, Vorsitzender des NSA- Untersuchungsausschusses, erläuterte unter anderem, wie man mit Daten einer zukünftig vernetzten Produktion und Wirtschaft wohl nicht umgehen sollte.(Download )
26.09.2016

Mit Digitalisierung in die Zukunft

„Industrie 4.0 für den Mittelstand in Südwestfalen“ überzeugt als Fachkongress und praxisnaher Workshop zum Thema „Industrie 4.0“

Meschede/Südwestfalen. Auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede fand am Mittwoch (21. September) der „2. Kongress Industrie 4.0 für den Mittelstand in Südwestfalen“ statt. Zielsetzung der Initiatoren IHK Arnsberg und IHK Hagen sowie der Fachhochschule Südwestfalen war die Begegnung von Praxis und Wissenschaft. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen hierbei die Themen „Datensicherheit“, „Digitalisierte Arbeitsorganisation“ sowie „Digitale Kommunikationstechniken“ und mögliche neue „Geschäftsmodelle i40“.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Claus Schuster, Rektor der Fachhochschule Südwestfalen, stellte anschließend die Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg, Dr. Ilona Lange, das Projekt „Mittelstand 4.0“ mit den weiteren Partnern SIHK zu Hagen, Hochschule Hamm-Lippstadt und Fachhochschule Südwestfalen vor. Ziel dieses durch EU und NRW geförderten Projekts ist es, Unternehmen der Region für das Thema Industrie 4.0 zu sensibilisieren und durch weitere Veranstaltungen und Foren Verbundprojekte zu initiieren.

Prof. Dr. Martin Botteck gab als Einstimmung auf die späteren Übersichtsvorträge seine Einschätzungen zu den Chancen und Risiken auf dem Weg zur Industrie 4.0 wieder. Es wurde deutlich, dass trotz erheblicher Risiken, insbesondere im Bereich Datensicherheit, die großen Chancen durch Flexibilisierung industrieller Prozesse, durch Individualisierung von Produkten oder durch Verkürzung von Entwicklungszeit und Produktionsaufwand überwiegen können

Einen ersten Höhepunkt der Veranstaltung stellte dann der Vortrag des Vorsitzenden des NSA- Untersuchungsausschusses, Prof. Dr. Patrick Sensburg, dar. Er wies auf den Datenschutz und die Datensicherheit als notwendigem Bestandteil der Digitalisierung hin. Die Sorglosigkeit in sozialen Netzwerken wie Facebook war nur eines der von ihm vorgestellten Beispiele, die aufzeigen, wie wir mit Daten einer zukünftig vernetzten Produktion und Wirtschaft wohl nicht umgehen sollten: bereits heute erreicht der geschätzte Schaden, den die deutsche Wirtschaft durch Datendiebstahl und Hackerangriffe erleidet, die Höhe von mehreren hundert Millionen Euro jährlich.

Den zweiten prominenten Vortrag an diesem Tag gestaltete Gastredner Steven Hill, Journalist und Mitglied der New America Foundation. Er erläuterte unter anderem seine Wahrnehmung des deutschen Mittelstands und zeigte sich von der großen Innovationskraft und seiner besonderen Bedeutung für die deutsche Wirtschaft beeindruckt. Gleichzeitig bezog Steven Hill zum viel zitierten Silicon Valley Stellung. Seiner Einschätzung nach können sich lediglich sieben von zehn Start-Ups überhaupt im Silicon Valley behaupten während neun von zehn niemals Gewinne erzielen. „Die Finanzierung dieser Gründerszene ist überhaupt nur durch die märchenhaften Gewinne einiger weniger erfolgreicher Unternehmen möglich. Selbst erfolgreiche Start-Ups schaffen nur marginale Anzahlen an Arbeitsplätzen“, argumentierte Hill.

Zu den Workshops und moderierten Diskussionsrunden am Nachmittag waren Vertreter verschiedener Unternehmen sowie Dozenten der Fachhochschule Südwestfalen als Vortragende eingeladen und standen den Zuhörern in einem regen Austausch Rede und Antwort.

Ziel dieser Workshops war es, den Teilnehmern die jeweiligen Themen nahezubringen und konkrete Themen für nachfolgende Foren zu erarbeiten. Damit sollen mittelfristig Verbundprojekte zwischen Unternehmen und den Partnern des geförderten Projekts „Mittelstand 4.0“ etabliert werden. Zu diesen Foren wird in den kommenden Wochen separat eingeladen. Bereits während des Kongresses haben zahlreiche Personen ihr Interesse zur Teilnahme geäußert.