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FH-Mitarbeiterin Katharina Unger erklärt den südkoreanischen Schülern die Technik im Labor.
FH-Mitarbeiterin Katharina Unger erklärt den südkoreanischen Schülern die Technik im Labor.(Download )
Auch Andreas Fox, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter, zeigte den Gästen die medizintechnischen Labore in Lüdenscheid.
Auch Andreas Fox, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter, zeigte den Gästen die medizintechnischen Labore in Lüdenscheid.(Download )
27.10.2016

Auf der Suche nach Praxis

Eliteschüler aus Südkorea nehmen die Fachhochschule Südwestfalen in Lüdenscheid unter die Lupe

Lüdenscheid. Sie sind die Elite ihrer Region und ihrer Jahrgänge. Die besten Schülerinnen und Schüler der südkoreanischen Millionenstadt Gwangju besuchten am Mittwochnachmittag die Fachhochschule Südwestfalen in Lüdenscheid. Ihre staatlich finanzierte Mission: Die Suche nach Praxis.

„Disziplin wird im südkoreanischen Schulsystem groß geschrieben“, hatte Hermann-Josef Fox angekündigt. Und diese Worte des Ausbilders des Berufsbildungszentrums der Kreishandwerkerschaft des Märkischen Kreises (bbz), der den Deutschland-Besuch der asiatischen Gäste koordiniert, fanden dann auch an der Lüdenscheider Fachhochschule eindrucksvoll Bestätigung. 15 junge Menschen im Alter von 16 und 17 Jahren, kein Getuschel, nicht ein ungefragtes Wort, keine Handys. Und war die Schuluniform mal unbemerkt verrutscht, war in Windeseile einer der mitgereisten Lehrer zur Stelle und brachte die Sache in Ordnung. Eine auf diese außergewöhnliche Weise geräuschlose und angenehme Gebäudeführung dürften die Hochschulmitarbeiter Ute Heye, Katharina Unger und Andreas Fox, die den Gästen die medizintechnischen Labore der Hochschule  zeigten, auch noch nicht erlebt haben.

Im Rahmen einer Kooperation mit dem bbz besuchen die Jahrgangsbesten der Gwangju Automatic Equipment Technical High School (GAT) jährlich verschiedene Einrichtungen in der Region. Erstmals stand nun eine Visite an der Lüdenscheider Fachhochschule auf dem Programm. Und das aus einem Grund: „Dem südkoreanischen Bildungssystem fehlt es an Praxis“, übersetzte Dolmetscherin Sun Young Kim für den stellvertretenden GAT-Schulleiter Jeong-Sang Lee. Hintergrund, so Kim weiter, sei das vergleichsweise schlechte Ansehen klassischer Ausbildungsberufe.

„Fast alle Schülerinnen und Schüler wollen studieren und dann zu den großen Firmen wie Samsung. Aber auch dort werden technisch und praktisch begabte Menschen gebraucht“, erklärt Kim. Und genau diese technische Begabung haben die Schülerinnen und Schüler, die für den Deutschland-Besuch ausgewählt haben. Um die Begeisterung für diese Begabung zu erhalten, finanziert der südkoreanische Staat den Austausch. „Um sie nicht an ein für sie viel zu theoretisches Studium zu verlieren, das sie nur machen, weil es ein höheres Ansehen genießt“, bringt es Sun Young Kim auf den Punkt.

Und bei dieser Mission möchte auch die Fachhochschule Südwestfalen in Zukunft weiter Unterstützung anbieten. „Wir  freuen uns doch, wenn wir international auf Interesse stoßen und machen das gerne im nächsten Jahr wieder“, blickt Prof. Harald Mundinger, Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik, voraus.