Pressearchiv

Bilder

Marcus Böhmer arbeitet als Konstrukteur bei Transfluid  Foto: Annika Pilgrim
Marcus Böhmer arbeitet als Konstrukteur bei Transfluid Foto: Annika Pilgrim(Download )
02.12.2016

Vom Kunstschmied zum Konstrukteur

Marcus Böhmer hat sein Maschinenbaustudium an der Fachhochschule Meschede absolviert und arbeitet jetzt als Konstrukteur bei der Firma Transfluid Maschinenbau GmbH

Schmallenberg / Meschede. Marcus Böhmer ist stolz: Er hat gerade sein Maschinenbau-Bachelorstudium in Meschede absolviert und konstruiert jetzt Rohrumformmaschinen für seinen Arbeitgeber Transfluid in Schmallenberg. Für seine Abschlussarbeit hat er bei transfluid eine Maschine mit einer neuartigen Technologie entwickelt, die jetzt Studenten der Fachhochschule für Versuche zur Verfügung steht. „Meine Maschine formt Rohre durch einen hohen Innendruck um. Und das in Hochgeschwindigkeit und mit einer einfacheren Werkzeugtechnik als bisher“, erklärt der Esloher.

Seine Anlage, die von den Kollegen wegen ihrer ungewöhnlichen Form liebevoll „Dumbo-Maschine“ genannt wird, steht im Labor für Umformtechnik von Prof. Dr. Matthias Hermes in Meschede. Sie ermöglicht Druckstöße im Inneren von Rohren bis zu 1800 bar. Innerhalb von Millisekunden strömt Öl aus zwei Speichern - den "Dumbo-Ohren" - mit 400 bar in eine Kammer und bewegt einen Kolben. Dieser bewegt wiederum einen weiteren Kolben mit Wasser, welches unter entsprechend verstärktem Hochdruck in ein Werkzeug einströmt. Auf diese Weise ist es möglich, Rohre kontrolliert durch eine intelligente Steuerung sehr genau, sehr schnell und zudem prozesssicher umzuformen. „Wir werden demnächst mit ersten Versuchen testen, ob das Verfahren vielleicht sogar in die Serienreife gehen kann“, erzählt Böhmer.

Marcus Böhmer hat nach seinem Abitur zuerst eine Ausbildung im Handwerk gemacht. In der Kunstschmiede der Firma Jürgens in Wennemen lernte er Metallverarbeitung von den Grundlagen an. „Mir hat der kreative Umgang mit Metall an der Arbeit als Kunstschmied sehr gut gefallen. Aber ich wollte doch noch etwas Anderes in meinem Leben machen.“ Deshalb entschied er sich nach kurzer Gesellenzeit, ein Studium in Meschede zu beginnen. „Nach meiner Ausbildung war ich gerade im Lernmodus. Die Chance wollte ich nutzen, direkt weiter zu lernen und nicht den Anschluss zu verlieren.“ Da er von der Fachhochschule in Meschede nur Gutes gehört hatte, verlief der Wechsel von der Lehre ins Studium ganz problemlos. Besonders gut haben ihm während seiner Studienzeit die praktischen Anwendungen gefallen. „Auch wenn man viel lernen musste, war es immer interessant, weil wir mit Beispielen aus der Praxis gearbeitet haben.“

Seine Erfahrung kommt Marcus Böhmer bei seiner Arbeit als Konstrukteur zugute. „Ich würde jedem empfehlen, vor dem Studium eine Lehre zu machen oder zumindest den gewünschten Beruf durch Praktika vorher kennen zu lernen.“ Dies sei vor allem in Gesprächen mit Kunden und Lieferanten von großem Vorteil. „Ich habe ein ganz anderes Hintergrundwissen, als jemand ohne Ausbildung. Und der Berufseinstieg war für mich deutlich einfacher.“ Während dem 28-jährigen der gestalterische und handwerkliche Umgang mit Metallen während seiner Lehrjahre sehr gefallen hat, macht es ihm jetzt genauso viel Spaß, konstruktiv tätig zu sein. „Eine gewisse Kreativität ist ja bei beiden Arbeiten gefragt.“

Hintergrund:

Seit 1988 entwickelt Transfluid Technologien zur Rohrbearbeitung und bietet maßgeschneiderte Lösungen für den Anlagen- und Maschinenbau, die Automobil- und Energieindustrie, den Schiffsbau bis hin zu Herstellern medizinischer Geräte.

142 Mitarbeiter arbeiten am Standort in Schmallenberg.

Mit dem Verfahren der CNC- gesteuerten rollierenden Rohrumformung, das Transfluid neu entwickelt hat, ist das Unternehmen Weltmarktführer.  

Quelle und weitere Informationen: www.transfluid.de