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Tobias Rau entwickelt Software zum Beispiel für die Motorenentwicklung bei Daimler. Foto: Privat
Tobias Rau entwickelt Software zum Beispiel für die Motorenentwicklung bei Daimler. Foto: Privat(Download )
10.01.2017

Einen kennen, der einen kennt, der einen kennt

Tobias Rau hat seinen Arbeitgeber „Loccioni“ in Italien über persönliche Kontakte von Professoren kennengelernt

Ancona / Calw / Meschede. Im Sauerland gilt gern in jeder Lebenslage das Motto „Man kennt einen, der einen kennt, der einen kennt.“ Auf diese Weise hat der Mescheder Elektrotechnik-Absolvent Tobias Rau seinen heutigen Arbeitgeber kennengelernt: die Firma Loccioni in Italien.

Loccioni ist ein Familienunternehmen mit rund 400 Mitarbeitern, das sich auf Messtechnik und Automatisierung spezialisiert hat. „Wir machen alles, was man in Produktionsprozesse integrieren kann, um diese zu verbessern“, erklärt Rau. „Das geht aktuell von Anwendungen in der Automobilindustrie über Dosierungsautomaten für Chemotherapeutika bis hin zur Steuerung intelligenter Stromnetze.“ Rau arbeitet aktuell im neu geschaffenen Standort des Unternehmens in Calw bei Stuttgart unter anderem für den Automobilhersteller Daimler. Er entwickelt eine Software für die Labore des Unternehmens in der Motorenentwicklung. Bei Daimler selbst hat Rau bereits seine Bachelorarbeit geschrieben, bei der er von Prof. Dr. Martin Botteck betreut wurde. Über diesen und Prof. Dr. Bianca Will entstand zufällig Kontakt zu einem ehemaligen Daimler-Mitarbeiter, der einen Ingenieur für Loccioni suchte. Man kennt einen, … - der Übergang klappte jedenfalls reibungslos. Das Kolloquium, die letzte mündliche Prüfung im Studium, absolvierte Rau am 9. Februar, am 15. Februar fing er bei Loccioni an.

Bei der Eingewöhnung half eine halbjährige Trainingsphase in Italien. Dort entwickelte Rau bereits Komponenten und Treiber für ein Software-Framework, das er jetzt in Deutschland testet. Italienisch musste er dafür nicht lernen, die Konzernsprache ist neben Italienisch auch Englisch. „Gute Englischkenntnisse, Latein, gesunder Menschenverstand und Gestik reichten aus“, berichtet Rau. „Nur im Alltag gab es teilweise Sprachprobleme, zum Beispiel beim Haareschneiden.“

In der Loccioni-Niederlassung in Calw arbeiten aktuell erst zehn Mitarbeiter. Ungewohnt für Rau, der sein Studium als dualer Student in der Siemens-Tochter „Unify“ begonnen hat. Während dieser Zeit besuchte er die Berufsschule in Paderborn, studierte Elektrotechnik in Meschede und arbeitete in Düsseldorf. Nach Abschluss seiner betrieblichen Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration verließ er jedoch den Konzern, da er hier seine Projekt- und Bachelorarbeit nicht realisieren konnte. Der Wechsel gefällt ihm, die Firmenentwicklung am Standort Calw möchte er aktiv mitgestalten: „Bei Unify war ich ein klitzekleines Zahnrad im Getriebe, hier habe ich wesentlich mehr Freiheit und mehr Verantwortung – diese Mischung finde ich perfekt.“    

Hintergrund:

Die Loccioni Group wurde 1968 von Enrico Loccioni gegründet. Sie entwickelt Lösungen zum automatisierten Messen und Prüfen zur Produkt- und Qualitätsverbesserung sowie der Prozessoptimierung. Das Unternehmen produziert lokal, liefert aber in die ganze Welt. Kunden finden sich in über 40 Ländern. Der Hauptsitz der Loccioni Gruppe liegt in Ancona, einer Stadt in Mittelitalien. Mit weiteren Standorten ist Loccioni in China und den USA vertreten. Seit 2013 hat das Unternehmen eine deutsche Niederlassung in Calw: die Loccioni Deutschland GmbH.

Das Unternehmen versteht sich als „Play Factory“, weil „der Mensch seine Intelligenz am besten im Spiel ausdrückt”. Dies äußert sich in flachen Hierarchien. Mitarbeiter sollen dort arbeiten, sich ausdrücken, ihr Potenzial entwickeln, sich beruflich selbst verwirklichen und Spaß haben können. Sie sollen hier unternehmerisch denken, ihr Wissen in die Firma investieren und am Erfolg teilhaben.

Quelle und weitere Informationen: www.loccioni.de