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14.02.2017

Intelligente Netze für eine sichere Energieversorgung

FH-Projekt profitiert von NRW-Förderprogramm „FH Zeit für Forschung“

Soest. Mit dem Landesprogramm „FH Zeit für Forschung“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen werden in der Forschung besonders erfolgreiche Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen unterstützt. Unter den Bewerbungen wählte eine Jury auch ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Südwestfalen aus: Prof. Dr.-Ing. Egon Ortjohann erhält für sein Projekt „iNET-Resilienz – Intelligente Stromnetze mit fraktaler Resilienz“ Fördermittel in Höhe von rund 331.000 Euro.

Insgesamt wählte die Jury aus 62 eingereichten Anträgen 20 Gewinner des NRW- Förderprogramms für anwendungsorientierte Fachhochschulforschung aus. Die Professorinnen und Professoren werden zeitlich befristet von ihren Lehrverpflichtungen entlastet, um sich besonders zukunftsrelevanten Fragestellungen widmen zu können. Das Land investiert hierfür bis 2020 insgesamt bis zu sechs Millionen Euro. Davon profitiert auch Prof. Dr.-Ing. Egon Ortjohann von der Fachhochschule in Soest. Er hatte sich mit dem Projekt „iNET- Resilienz – Intelligente Stromnetze mit fraktaler Resilienz“ beworben. Dabei geht es um die elektrische Energieversorgung als eine der zentralen Infrastrukturen, welche mit allen Lebensbereichen engmaschig verknüpft ist. Eine sichere und zuverlässige elektrische Energieversorgung in hochentwickelten Industrienationen ist daher von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung. Mit der verstärkten Nutzung regenerativer Energiequellen hat in den letzten 25 Jahren eine starke Dezentralisierung der Stromerzeugung stattgefunden – Strom fließt also nicht mehr ausschließlich einen unidirektionalen Weg vom zentralen Kraftwerk zum Verbraucher. Heute speisen viele Stromproduzenten (z.B. als Betreiber von Biomasseheizkraftwerken, Windkraft- oder Photovoltaik-Anlagen) dezentral Strom ins Netz ein. Hiermit verbunden ist ein rasanter Anstieg der Systemkomplexität. Technisch bedingt, wird das Versorgungssystem durch den Veränderungsprozess empfindlicher und störanfälliger. Der von Prof. Ortjohann entwickelte neue Ansatz einer fraktalen Automatisierungs-Architektur, basierend auf selbstähnlichen Prozesselementen, ermöglicht eine neue methodische Strukturierung und Organisation elektrischer Energienetze. Im Rahmen des Forschungsprojektes iNET-FA² werden derzeit die Grundlagen zu dieser fraktalen Automatisierungs- Architektur entwickelt. In dem Projekt unter der Leitung von Prof. Ortjohann werden neue Strukturen für die Betriebsführung elektrischer Versorgungssysteme mit einem hohen Anteil dezentraler regenerativer Energiequellen geschaffen. Mit dem vorliegenden Forschungsvorhaben iNET-Resilienz soll dieser neue Ansatz hinsichtlich einer inhärenten Sicherheitsfunktionalität zur Resilienz-Erhöhung erweitert werden.