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Rund 300 Experten und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über neueste Entwicklungen zum Thema Energiewende zu informieren.
Rund 300 Experten und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über neueste Entwicklungen zum Thema Energiewende zu informieren.(Download )
29.03.2017

8. Südwestfälischer Energietag an der FH Südwestfalen

Nur Sonne und Wind machen die Energiewende möglich

Soest. Rund 300 Experten und Interessierte kamen am heutigen 29. März zum 8. Südwestfälischen Energietag. Der Tag wurde von der Fachhochschule Südwestfalen auf dem Campus Soest veranstaltet. Die FH kooperierte dabei mit der EnergieAgentur.NRW, den Industrie- und Handelskammern aus Arnsberg, Hagen und Siegen sowie dem IHK-Verbund NRW. "Dezentral-Flexibel-Vernetzt – so muss Energie heute sein" stand als Thema im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Inhalte der Tagung richteten sich an Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft sowie an interessierte Privatpersonen.

„Mit dem 8. Südwestfälischen Energietag sollen weitere Impulse für den Umbau der Energieversorgung Südwestfalens hin zu einer höheren Effizienz, zu mehr erneuerbaren Energien sowie zu geringeren Kosten gegeben werden. Dabei sollte eine Erhöhung der Flexibilität, Dezentralität und Vernetzung angestrebt werden, um auf diese Weise den Erfordernissen der Energiewende Rechnung zu tragen“, erklärte Veranstalter Prof. Dr.-Ing. Christoph Kail von der FH Südwestfalen. „Der Ausbau der Windenergie und der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme in dezentralen Blockheizkraftwerken sind beispielsweise geeignete Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen.“

„Die Fachhochschule Südwestfalen“, so Prof. Kail weiter, „versteht sich mit ihren zahlreichen Lehr- und Forschungsbereichen auf dem Gebiet der Energietechnik als Ansprech- und Kooperationspartner beim Know-how-Transfer. Die Ausstattung der Labore der FH mit modernsten Energietechniken, wie Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen auf Basis von Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren oder Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen, Solarkollektoren und Kaminöfen, gewährleistet eine praxisorientierte Ausbildung an zukunftsfähigen Energieanlagen. Wir bilden Energiefachleute für den regionalen Arbeitsmarkt aus, die bereits während des Studiums und auch in ihren Abschlussarbeiten den Unternehmen ihr Wissen zur Verfügung stellen.“

„Mit der Klimaschutzpolitik in NRW sind enorme ökologische und ökonomische Chancen verbunden“, erläuterte Geschäftsführer Dr. Frank-Michael Baumann von der EnergieAgentur.NRW. „In der Landesförderung progres.nrw wurden seit Bestehen des Programms rund 91.000 Einzelvorhaben mit etwa 825 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der EU unterstützt. Mehr als 32 Prozent des Stromverbrauches und rund 13 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs, also Strom, Wärme und Mobilität, in Deutschland stammten 2016 aus erneuerbaren Energien. In NRW als größtem Industrieland sind es erst rund 13 % beim Strom und etwa 4 % beim Primärenergieverbrauch. Die großen Energieträger Sonne und Wind ermöglichen aber auch die rasche Energiewende in NRW. In unserem Bundesland sind etwa 240.000 Photovoltaikanlagen installiert, das sind 15 % aller Anlagen in Deutschland.

Rund 3.350 Windenergieanlagen drehen sich im Land an Rhein und Ruhr, das sind rund 13 % aller Anlagen in Deutschland. Im Bereich der Photovoltaik steht NRW auf Platz 3 aller Bundesländer und bei der Windenergie noch auf Platz 5 – in beiden Bereichen mit stark steigender Tendenz. Nach einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums von 2013 sind von den 370.000 Arbeitsplätzen im Bereich der EE rund 50.000 in NRW.

Das zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schützt nicht nur unser Klima, sondern sorgt gleichzeitig für zukunftsfeste Arbeitsplätze, Investitionen und Innovationen bei uns in Nordrhein-Westfalen.“

„In Südwestfalen wird das Geld überwiegend im verarbeitenden Gewerbe verdient. Damit das so bleibt, benötigen die Unternehmen kluge Köpfe, befahrbare Straßen, eine zeitgemäße Breitbandanbindung, hinreichend Flächen sowie eine ebenso verlässliche wie bezahlbare Energieversorgung“, betonte Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen.

Gerade daher seien die südwestfälischen Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen seit Anfang an aktiv dabei, den mit der Energiewende einhergehenden Transformationsprozess mitzugestalten. Man berate Unternehmen, qualifiziere in Lehrgängen und Seminaren, bilde Auszubildende zu „Energie-Scouts“, initiiere Energieeffizienz-Netzwerke und vieles andere mehr.

IHK-Hauptgeschäftsführer Gräbener verdeutlichte zugleich, dass die finanziellen Lasten der „Energiewende“ ein mittlerweile unerträgliches Maß angenommen hätten. Nur noch ein Bruchteil der Stromkosten entfiele auf dessen Erstellung und Vertrieb. Den Löwenanteil machten indes die stattlichen staatlichen Steuern und Abgaben über die EEG-Umlage, die Stromsteuer, staatlich fixierte Netzentgelte und vieles andere mehr aus. In Deutschland hätten industrielle Stromabnehmer je Kilowattstunde das Doppelte dessen zu zahlen, was Wettbewerber etwa in Frankreich, Holland oder den skandinavischen Staaten entrichten müssten. Dies könne nicht sein. Klaus Gräbener abschließend: „Wir brauchen eine ehrliche und längst überfällige Debatte darüber, wie lange wir uns das hochkomplexe Steuer- und Abgabengestrüpp zur Finanzierung einer nicht vom Ende her gedachten "Energiewende" noch leisten können."

www.energieagentur.nrw/klimaschutz/kpc
www.fh-swf.de/energietag
www.mittelstand-energiewende.de