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Das Meer hat es FH-Absolvent Henning Pätzold angetan. So machte er die Konzeptionierung einer Gezeitenuhr zum Thema seiner Abschlussarbeit. Fotos (2): privat
Das Meer hat es FH-Absolvent Henning Pätzold angetan. So machte er die Konzeptionierung einer Gezeitenuhr zum Thema seiner Abschlussarbeit. Fotos (2): privat(Download )
Als neue Attraktion für Touristen wurde die Pegelstandsanzeige jetzt auf der Promenade in Borkum eingeweiht.
Als neue Attraktion für Touristen wurde die Pegelstandsanzeige jetzt auf der Promenade in Borkum eingeweiht.(Download )
18.04.2017

FH-Student macht den Lauf der Gezeiten sichtbar

Pegelstandsanzeige auf der Insel Borkum als Bachelor-Thema

Soest. Die meisten Studierenden der Fachhochschule Südwestfalen schreiben ihre Abschlussarbeiten in Kooperation mit einem Unternehmen. So ist es keine Seltenheit, dass die Ergebnisse direkt in der Praxis umgesetzt werden, beispielsweise in Form eines Bauteils für die Automobilindustrie. Ein wenig exotisch klang da die Idee des Maschinenbau-Studenten Henning Pätzold. Das Meer hat es ihm angetan und so drehte sich in seiner Bachelor-Arbeit alles um Planung und Konstruktion einer Pegelstandsanzeige, die jetzt auf der Nordseeinsel Borkum in Betrieb genommen wurde.

Über den Sport ist Henning Pätzold auf die Idee gekommen, sein Praxissemester auf Borkum zu leisten. „Als Kitesurfer muss ich mich nach dem Wind und dem Wasser richten. Ebbe und Flut haben drastische Auswirkungen. Unterwasserbauwerke, Untiefen und Strömungen sind Hindernisse, die sich mit dem Wechsel des Wasserstands ständig verändern. So war ich schon immer daran interessiert, zu wissen, wann und wie hoch das Wasser in der Bucht vor Borkum steht.“ Die Ausschreibung der Stadtwerke Borkum war daher für ihn ein Glücksfall.

Als betreuender Professor der Fachhochschule Südwestfalen formulierte Prof. Dr.- Ing. Jens Bechthold die Aufgabenstellung der Bachelor-Prüfung so: Konzeptionierung einer Gezeitenuhr zur Veranschaulichung des aktuellen Pegelstandes unter Verwendung von Online-Messdaten. Der Student startete mit einer intensiven Recherche, welche Formen von Anzeigen es bereits in anderen Küstenorten gibt. Pätzold war es wichtig, dass die Anlage einen echten Informationswert über das übliche Maß hinaus liefern sollte. So können Besucher Daten zum „erwarteten Höchststand“, zum „erwarteten Tiefststand“ sowie zum „aktuellen Wasserstand“ ablesen.

Der Entwurf sah die Form eines vereinfachten Schiffsmastes mit Rah und Mastkorb vor. Betrieben durch kleine Stellmotoren, laufen an dem Mast drei Fahnen aus Plexiglas auf und ab. Je nach Position können daran die genannten Wasserstände abgelesen werden. Die dafür erforderlichen Daten ermittelt die Anlage nicht selbstständig. Stattdessen empfängt die Anzeige in regelmäßigen Abständen online Messwerte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes von der Borkumer Messstation. Damit diese unmittelbar über den Stand der Plexiglas- Fahnen angezeigt werden können, ist eine technisch anspruchsvolle und voll automatisierte Steuerung nötig. Diese hat Henning Pätzold ebenfalls programmiert. Außerdem können Betrachter über die Pegelstandsanzeige auch noch die Tendenz, also in welche Richtung das Wasser wandert, erkennen. Leuchtdioden sorgen auch bei Dunkelheit und schlechter Witterung für gute Sichtbarkeit der Fahnen. Zusätzlich zeigen an der Führung montierte LED-Ketten die derzeitige Pegeltendenz (steigend oder fallend) an. Am Gründonnerstag wurde die Anlage feierlich eingeweiht.