Pressearchiv

Bilder

Prof. Dr. Jörg Kolbe Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen
Prof. Dr. Jörg Kolbe Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen(Download )
21.04.2017

Leicht, leichter, Leichtbau

Dr. Jörg Kolbe ist seit März Professor für Konstruktion und Leichtbau

Meschede. Prof. Dr. Jörg Kolbe ist ein Kind des Ruhrgebiets. Geboren in Bochum, aufgewachsen in Wetter, studierte und promovierte er in Dortmund, war schließlich für die thyssenkrupp AG in Dortmund tätig. Seit März lehrt und forscht er als Professor für Konstruktion und Leichtbau in Meschede. Mit der Sauerländer Sprache ist er gleich klargekommen: „Zum Beispiel Beömmeln versteht man überall an der Ruhr.“

Bei thyssenkrupp arbeitete Kolbe als Konstrukteur und Projektmanager für Elektrolyseanlagen. Über ein Entwicklungsprojekt hat er die Fachhochschule Südwestfalen kennengelernt und Geschmack an einer Tätigkeit in Forschung und Lehre gefunden. „Hier habe ich die Möglichkeit, sehr tief in die Technik einzusteigen“, erklärt der Maschinenbau-Ingenieur. „Was ich gelernt habe und noch lerne, möchte ich den Studierenden mitgeben.“ Gelernt hat er vor allem, dass mit Leichtbau im wahrsten Sinne des Wortes vieles leichter läuft. „Mit einem leichteren Fahrzeug sparen Sie Energie“, sagt Kolbe, „mit einem Fahrrad aus Carbon sind sie schneller im Ziel.“ Im Leichtbau müsse es aber nicht immer Kohlefaser sein. Wichtig seien neben dem Konstruktionsgewicht vor allem Belastbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

„In der Industrie denkt man viel in Metall“, so Kolbe „und das ist auch nicht grundsätzlich verkehrt“. Beispielweise könne man eine B-Säule im Auto aus Stahl mit hoher Festigkeit und trotzdem sehr leicht konstruieren. „Dort, wo kein Material erforderlich ist, muss man einfach kein Material hinmachen“, erläutert der Professor. Nach dem Konstruktionsprinzip der Bionik ließe sich vieles von der Natur abgucken: „Knochen sind auch innen hohl und trotzdem sehr fest.“ Nach Kolbe muss man im Leichtbau mehr Aufwand in die Konstruktion stecken, beispielsweise in die Berechnung von Kraftflüssen. Und auch in der Fertigung anders denken, beispielweise 3D-Druck statt Drehen oder Fräsen. Vor allem diese Denkweise möchte er seinen Studierenden vermitteln.