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Digitale Geschäftsmodelle in der Agrarwirtschaft standen im Fokus des zweiten Deut- schen Hochschulforums an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Foto: FH/Pösentrup
Digitale Geschäftsmodelle in der Agrarwirtschaft standen im Fokus des zweiten Deut- schen Hochschulforums an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Foto: FH/Pösentrup(Download )
Im Rahmen des „Open Innovation“-Format tauschten sich Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Interessierte über innovative digitale Möglichkeiten aus. Foto: FH/Heimlich
Im Rahmen des „Open Innovation“-Format tauschten sich Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Interessierte über innovative digitale Möglichkeiten aus. Foto: FH/Heimlich(Download )
18.05.2017

Digitalisierung - eine Chance für die Landwirtschaft

Soest. „Daten sind das "Erdöl" des 21. Jahrhunderts und deren Verwertung generiert heute bereits Umsätze in zig Milliardenhöhe“, stieg Prof. Dr. Wolf Lorleberg, Dekan des Fachbe- reichs Agrarwirtschaft, zur Begrüßung direkt in das Leitthema der Fachtagung ein. Beim zweiten Deutschen Hochschulforum – ausgerichtet vom Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest – drehte sich in diesem Jahr alles um digitale Ge- schäfts- und Organisationsmodelle in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. 170 Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet waren am 11. Mai auf den Soester Campus gekommen, um sich über neueste Entwicklungen zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft auszutau- schen.

Fast unbemerkt von der öffentlichen Diskussion um Industrie 4.0 haben digitale Ge- schäftsmodelle in der Agrar- und Ernährungswirtschaft längst Fuß gefasst.   Sie bieten der Branche hochinteressante Zukunftsperspektiven, so lautete das Fazit des zweiten Deutschen Hochschulforums "Ökonomie & Innovation in der Agrar- und Ernährungs- wirtschaft". Die neue bundesweite Tagung wird seit 2016 von einem offenen Kreis von Hochschullehrern der Agrarökonomie an deutschen Fachhochschulen gemeinsam orga- nisiert. Mit der jährlichen Tagung sollen ein Forum der angewandten Forschung in der Agrarökonomie etabliert, Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern die Präsentati- on ihrer Arbeiten sowie Kontakte zu Unternehmen und Organisationen ermöglicht und Zukunftsfragen der Landwirtschaft aufgegriffen werden.

„Die moderne digitale Business-Welt wird durch Plattformen geprägt, für die eigene Ge- setzmäßigkeiten gelten: Einmal am Markt mit hohen Aufwendungen etabliert, profitie- ren diese extrem von Skalenvorteilen und lassen die Transaktionskosten für Kunden deutlich sinken.“, beschrieb Prof. Dr. Wolf Lorleberg die Situation. Durch praktisch nicht vorhandene Grenzkosten sei die moderne Plattformökonomie enorm wettbewerbsin- tensiv und neige zu temporären Monopolen nach der Devise "The winner takes all" – eine riesige Herausforderung für die klein- und mittelständisch geprägte Landwirt- schaft.

In den nächsten Jahren werden digitale Geschäftsmodelle die Agrar- und Ernährungs- wirtschaft revolutionieren. Sie gibt es schon heute, und noch mehr Pläne und Visionen zu ihrer Weiterentwicklung, so Prof. Dr. Karin Schnitker von der Hochschule Osnabrück. Die Tagung lieferte zahlreiche Beispiele, wie Online-Konzepte neue, sehr komfortable Vermarktungsmöglichkeiten bieten können. Bei größeren Betrieben stünden eher Lösungen zur Risikoabsicherung, zum Rohstoffbezug und zur Vermarktung von Agrar- massengüter im Fokus, so Dr. Uwe Steffin vom dlv Landwirtschaftsverlag sowie Vertre- ter der Unternehmen gvf Versicherungs Makler AG, der gruuna GmbH & Co. KG und von Möller Agrarmarketing. Für kleine direktvermarktende Landwirtschaftsbetriebe gehe es laut Zoe Heuschkel vom Fachbereich Agrarwirtschaft eher um die Frage, wie Kunden zeitgemäß und effizient erreicht werden können.

Auch für die Produktion gibt es digitale neue Ansätze, so stellte Dr. Hans-Peter Grothaus die unabhängige Plattform „Farmtunes“ seines Unternehmens m2Xpert vor. Das digitale Farmmanagement-System kann teilnehmenden Landwirten Rationalisierungsvorteile bieten, den Austausch von Dienstleistungen und Fachinformation erleichtern und die Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft erhöhen. Dabei sei der Schutz der anvertrau- ten Daten gegenüber Dritten ein zentrales Wertangebot.

Prof. Dr. Elena Kashtanova von der Hochschule Anhalt zeigte auf, wie Soziale Medien bei richtiger Handhabung dazu verhelfen können, dass Landwirte in der Öffentlichkeit wie- der direkt und authentisch wahrgenommen werden.

Alle Präsentationen der Vorträge und Poster sowie das Programm können auf der Web- seite  www.deutsches-hochschulforum.de  abgerufen  werden.  Das  2.  Deutsche  Hoch- schulforum und Innovation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft wurde in diesem Jahr gemeinsam von der Hochschule Osnabrück, der Fachhochschule Kiel-Rensburg, der Hochschule Neubrandenburg, der Hochschule Anhalt, der Technischen Hochschule Bin- gen, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und der Fachhochschule Süd- westfalen organisiert.