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FH-Mitarbeiter Kristian Glaeser (links) betreute die Schülergruppen
FH-Mitarbeiter Kristian Glaeser (links) betreute die Schülergruppen(Download )
Für die Projektmappe mussten die Ergebnisse richtig ausgewertet werden
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12.07.2017

Wissenschaftliches Arbeiten lernen

Schüler des Stenner Gymnasiums verbringen Projektkurs an der Fachhochschule Südwestfalen

Iserlohn. Seit Anfang Mai experimentieren Schülerinnen und Schüler des Biologie/Chemie Differenzierungskurses des Stenner Gymnasiums im Labor für Molekulare Biotechnologie an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn. Die Schüler der neunten Jahrgangsstufe tauschten dafür an sechs Tagen ihre Klassenzimmer mit dem Hochschullabor und weißen Arbeitskitteln.

Am letzten Termin vor den Ferien wurde nochmals kräftig gearbeitet und ausgewertet. Denn die Projektmappe, die die Schulklausur ersetzt, musste fertig werden. In den vorangegangenen Monaten gingen die Nachwuchsforscher unter Anleitung der Hochschulwissenschaftler lebendigen Bakterien wie Hefe- und Schimmelpilzen auf die Spur. In verschiedenen Gruppen übernahmen die Schüler eigenständig Aufgaben der Planung, Beobachtung, Hypothesenaufstellung, Durchführung, Auswertung und Dokumentation. „Auf diese Weise lernen die Schüler auf anschauliche Weise wissenschaftliches Arbeiten“, berichtet Lehrerin Meike Voss, „aber auch welche Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden müssen und wie steriles Arbeiten aussieht“.

Im Laufe des Projektkurses wurden Hefekulturen angelegt und auf einem Nährboden ausplattiert. Nach dem Anwachsen der Hefekulturen kamen Fungizide zum Einsatz. Mit wissenschaftlichen Methoden wurde untersucht, wie sich die Hefekulturen unter Einsatz der chemischen Substanz „Fungizid“ verhalten. Die Wirkung wurde im Rahmen des Projektes gemessen und ausgewertet. Dabei lernten die Schüler die verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsschritte kennen: Beobachten, Messen, Vergleichen, Ordnen, Erkunden, Experimentieren, Vermuten, Prüfen, Diskutieren, Interpretieren, Modellieren, Recherchieren und Kommunizieren. „Das ist schon ein anderes Arbeiten hier in der Hochschule im Vergleich zur Schule“, fasst Jathusa Mahalingam ihre Erfahrungen zusammen, „mir hat es total gut gefallen, hier einmal professionelle Laborarbeit kennen zu lernen“. Das bestätigt auch Lehrerin Voss: „ Die Schüler können hier in Gruppen freier arbeiten und ihre Fähigkeiten besser einsetzen“.

Der Projektkurs des Stenner Gymnasiums wurde gemeinsam von der Fachhochschule Südwestfalen und dem zdi Netzwerk technik_mark des Vereins Technikförderung Südwestfalen angeboten. Beide Einrichtungen kooperieren bei verschiedenen Schülervorhaben. Gemeinsames Ziel ist es, bei jungen Menschen frühzeitig Begeisterung für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu wecken – auch um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken. Die Jugendlichen sollen frühzeitig in der Praxis erfahren, ob ein Interesse für den naturwissenschaftlichen/technischen Bereich besteht und nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich in Frage kommt. Das sieht auch Meike Voss so: „ Mit dem Kursus in der Fachhochschule haben wir unseren Schülern den Blick geöffnet und gezeigt, welche Studienmöglichkeiten sie vor Ort in Iserlohn haben“.

Das zdi Netzwerk technik_mark des Vereins Technikförderung Südwestfalen fördert die Vernetzung von Schulen mit den heimischen Wirtschaftsunternehmen unter anderem durch verschiedene Projektangebote. Zusätzlich besteht über das zdi auch die Möglichkeit für Schulen und Unternehmen Materialien auszuleihen, z.B. einen 3 D-Drucker oder einen humanioiden Roboter. Weitere Informationen gibt es auf www.technikfoederung.de.