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Strahlende Gesichter bei der Verleihung des 15. Soester Konstruktionspreises. Die ersten drei platzierten Teams erhielten einen „Oskar“ für ihre Leistung. Foto: FH/Pösentrup
Strahlende Gesichter bei der Verleihung des 15. Soester Konstruktionspreises. Die ersten drei platzierten Teams erhielten einen „Oskar“ für ihre Leistung. Foto: FH/Pösentrup (Download )
14.07.2017

Umweltfreundliches E-Auto mit Oldtimer-Feeling

15. Konstruktionspreis an FH-Studierende verliehen – E-R4 überzeugte

Soest. Mit minimalem Aufwand ein Fahrzeug von Verbrennungs- auf Elektroantrieb umzubauen – zu dieser Aufgabe hatten sich gut 30 Maschinenbau- Studierende der Fachhochschule Südwestfalen im auslaufenden Sommersemester Gedanken gemacht. Die beeindruckenden Ergebnisse präsentierten die sechs Teams heute (Donnerstag, 13. Juli) im Wettbewerb um den 15. Konstruktionspreis im Soester Siegmund-Schultze-Haus.

Prof. Dr. Christian Stumpf gibt seinen Studierenden im vierten Semester Maschinebau gerne praktische Aufgaben. Dabei können sie das im Fach Konstruktionssystematik Erlernte sogleich praktisch anwenden. Die abschließende Präsentation findet vor einer „echten“ Jury statt, also Vertretern aus der Industrie und Hochschulprofessoren. Das schult zusätzlich die Präsentationsfähigkeiten, wie Student Leon Carballo findet: „Der Konstruktionspreis ist für uns Studenten echt eine coole Sache, weil wir unsere Arbeit zu echten Wettbewerbsbedingungen präsentieren dürfen.“

Die Aufgabe in diesem Jahr lautete, ein Auto pro Team virtuell auf Elektroantrieb umzurüsten. Dabei sollte nur der Verbrennungsmotor inklusive Kraftstofftank entfernt und gegen eine Eigenkonstruktion aus Elektromotor und gegebenenfalls einem neuen Getriebe ersetzt werden. Weiterer Bestandteil des Auftrags war, eine möglichst effiziente Energieversorgung auszutüfteln. Als Jury bewerteten Udo Pollmeyer (CAE Engineering und Service GmbH aus Bielefeld), Maik Lagemann und Daniel Hansen (beide Bertrandt Services GmbH aus Dortmund), Prof. Dr. Michael Schroer (FH SWF, Standort Meschede) und Prof. Dr. Jens Bechthold (FH SWF, Standort Soest) Kriterien wie Kosten, Geschwindigkeit und Reichweite. Die Teams konnten aus verschiedenen am Markt real verfügbaren Elektromotoren und Akkuvarianten wählen. Die virtuelle Position von Motor und Akkus stellten sie anhand von CAD-Modellen dar.

Die Nase vorn hatte am Ende knapp Team 6, die den Umbau eines Renault 4 präsentierten. Sie entschieden sich dafür, den bestehenden Motor gegen einen Asynchronmotor zu tauschen. Überzeugt hatten sie die Jury unter anderem mit der Idee, gebrauchte Akkus einzusetzen, die im Vergleich zu den anderen Varianten wesentlich günstiger waren. Zusätzlich bedachten Sie, dass für eine TÜV-Zulassung ein Heizelement und ein DC/DC-Wandler für den Betrieb von Licht und Blinker nötig seien. Insgesamt würde der Umbau 9.980 Euro kosten, die Höchstgeschwindigkeit läge bei 112 Kilometer pro Stunde und die Reichweite würde bei voller Fahrt auf der Autobahn ohne Steigung 86,15 Kilometer betragen. So umgebaut, sollte das Auto als umweltfreundliches Carsharing-Fahrzeug mit Oldtimer-Feeling für eine studentische WG zum Einsatz kommen. Über den ersten Platz freuten sich Torben Harde, Mathis Kuhlmann, Tim Overbeck, Ardit Kryeziu und Jonas Krellmann.