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Die Teilnehmer des ersten Deutschkurses an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede mit ihrer Lehrerin Nadja Donner (vierte von rechts)  Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen
Die Teilnehmer des ersten Deutschkurses an der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede mit ihrer Lehrerin Nadja Donner (vierte von rechts) Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen(Download )
20.07.2017

Zwischen Akkusativ und Dativ

Flüchtlinge absolvieren ersten Deutschkurs an der Fachhochschule Südwestfalen

Meschede. Mohamed Abdeen, Mohamed Al Husin und Heba Adwan haben mehrere Dinge gemeinsam: Sie sind als Flüchtlinge aus Syrien gekommen, sie haben dort schon studiert und sie möchten in Deutschland weiter studieren. Was ihnen fehlt, ist ein Sprachnachweis auf dem sogenannten „C1-Niveau“, den sie für die Zulassung an einer deutschen Hochschule benötigen. Im Juni bestanden sie im ersten Schritt dorthin mit fünf weiteren Teilnehmern eines Deutschkurses an der Fachhochschule Südwestfalen die Prüfung für das Niveau „B1“.

Abdeen hat bereits einen Bachelor in Ökonomie und möchte einen Master in Wirtschaft anschließen. Al Husin hat vor, an drei Semester Informatik anzuknüpfen. Bei Heba Adwan sind es acht Semester Psychologie, zwei fehlten ihr noch zum Abschluss. „Dann kam der Krieg“, erzählt die junge Frau. Jetzt möchte sie die deutsche Sprache lernen, dann ihr Studium hier zu Ende bringen. Was ihr an der deutschen Sprache am schwersten gefallen ist? „Der Unterschied zwischen Akkusativ und Dativ“, sagt Adwan und lacht. „Der Kurs war auf jeden Fall sehr intensiv“, meint ihr Mitschüler Mohamed Al Husin. Drei Monate lang haben sie täglich von acht Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags gelernt. In der Freizeit trainierte jeder auf seine Art. Al Husin sprach im Fitnessstudio so oft es ging mit Trainingspartnern. Mohamed Abdeen geht es musikalisch an: „Ich singe im Männerchor in Eversberg und auch gerne in der Kirche.“

Im September nehmen sie das Sprachniveau „B2“ in Angriff, um dann spätestens 2019 „C1“ zu schaffen - ein anspruchsvolles Niveau, das umfangreiche Kompetenzen im Umgang mit Texten erfordert. Lehrerin Nadja Donner sieht es optimistisch: „Alle wollen unsere Sprache lernen, sie haben den Wunsch schnell integriert zu werden. Es macht Spaß, hier zu arbeiten.“

Hintergrund:

Das Kursangebot wird gefördert vom Deutschen Akademischen Auslands Dienst aus Mitteln des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW. Infos unter dederichs.corinna@fh-swf.de