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Der Monochromator faszinierte mit seinem bunten Farbspektrum: Das optische Gerät wird zur spektralen Isolierung einer bestimmten Wellenlänge des Lichts genutzt. Foto: Fraunhofer/Rebentisch
Der Monochromator faszinierte mit seinem bunten Farbspektrum: Das optische Gerät wird zur spektralen Isolierung einer bestimmten Wellenlänge des Lichts genutzt. Foto: Fraunhofer/Rebentisch(Download )
05.10.2017

Die Maus öffnet Türen für Nachwuchsforscher

Im Fraunhofer-Anwendungszentrum für Anorganische Leuchtstoffe erforschten mehr als 100 Gäste beim Türöffner-Tag das Licht

Soest. Sachgeschichten passieren nicht nur im Fernsehen, sondern direkt vor der Haustür – das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Anorganische Leuchtstoffe auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Soest öffnete seine Türen am siebten bundesweiten „Türöffner-Tag“ der „Sendung mit der Maus“. Dabei nutzten mehr als 100 kleine und große Besucher die Gelegenheit, sich Labore, Technik und Versuche rund um das Thema Licht aus nächster Nähe anzuschauen - außergewöhnliche Einblicke, die sonst nur Wissenschaftlern vorbehalten sind.

Was ist eigentlich Licht, welche unterschiedlichen Formen gibt es und wie kann das Licht Wissenschaftlern helfen, mehr über Stoffe und ihre Eigenschaften herauszufinden? Diese und andere Fragen reizten mehr als 60 Kinder, die sich in Begleitung ihrer Eltern für den „Türöffner-Tag“ angemeldet hatten. Antworten – wissenschaftlich fundiert und kindgerecht erklärt – lieferte das Team des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Anorganische Leuchtstoffe unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Schweizer.

Natürliches und künstliches Licht ist allgegenwärtig, die Anwendung von optischen Verfahren und Technologien begegnet uns fast beiläufig, beispielsweise in Form von Leuchtdioden (LEDs), technischen Anzeigen oder Autoscheinwerfern. Die Wissenschaftler am Fraunhofer-Anwendungszentrum forschen daran, neuartige Leuchtstoffe für LEDs zu entwickeln, die bis zu 50-mal länger „leben“ als die herkömmliche Glühlampe und obendrein eine bessere Energieeffizienz besitzen. Auf dem Weg dahin müssen sie viele Untersuchungen, Messungen und Versuche durchführen. Klang für viele Besucher kompliziert, ist aber gar nicht so, wie Prof. Schweizer mit einer Reihe von praktischen Anwendungsbeispielen deutlich machte. Wärme wirkt sich beispielsweise negativ auf die Lebensdauer einer LED aus. Deshalb spielt es eine entscheidende Rolle, aus welchem Material die LED besteht. Schwarze Materialien wären eher ungünstig, fanden die jungen Nachwuchsforscher in einem Experiment heraus. Denn schwarze Oberflächen absorbieren mehr Licht als helle oder reflektierende Oberflächen.

Nach einer exklusiven Laborführung und einer Reihe weiterer Versuche zum Thema Licht durften die Maus-Fans sich ein eigenes Spektrometer aus Pappe basteln. Licht ist nicht gleich Licht. Durch das Sichtfenster konnten die Besucher erkennen, welche Farben in unterschiedlichen Lichtquellen wie Sonne, Glüh- oder Energiesparlampe stecken und wie das jeweilige Spektrum aussieht.

Über das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Anorganische Leuchtstoffe

Unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS entstand im Dezember 2013 am Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Soest das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Anorganische Leuchtstoffe. Angesiedelt im Fachbereich Elektrische Energietechnik wird in enger Zusammenarbeit mit der FH Südwestfalen und gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Forschung und Entwicklung an der Bewertung und Entwicklung von Leuchtstoffen und Leuchtstoffsystemen gearbeitet. Ziel ist es, Leuchtstoffeffizienz, Zuverlässigkeit und Farbstabilität zu verbessern. Wichtige Aspekte dabei sind die Effizienz von Leuchtdioden (LEDs), insbesondere des Leuchtstoffes, sowie die Farbstabilität. Dazu werden umfassende optische und spektroskopische Analysen, thermische und mikrostrukturelle Charakterisierungen sowie Untersuchungen zur Langzeitstabilität von Leuchtdioden und Beleuchtungselementen eingesetzt.