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22.08.2014

Ein roter Faden für die Sprachförderung

Angebot von Hochschulen und Kreis dankbar angenommen

Soest. Die Sprache ist im Alltag von Kindertageseinrichtungen so selbstverständlich wie das Butterbrot. Aber wie funktioniert eine gute Sprachförderung? Vor zweieinhalb Jahren beschloss das Kreisjugendamt Soest, ein einheitliches Konzept muss her. In Kooperation mit Wissenschaftlerinnen der TU Dortmund und der Fachhochschule Südwestfalen haben 20 Kindertageseinrichtungen diesen „Forschungsauftrag“ gerne angenommen.

Nicht erst seit der Verabschiedung des NRW-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zählt die Sprachentwicklung von Kindern zu den wichtigsten Aufgaben in Kindertageseinrichtungen. Gleichberechtigte Bildungschancen für alle Kinder schaffen, lautet die Maxime. Viele Erzieherinnen und Erzieher sind verunsichert, denn wie sie Sprachförderung gestalten sollen, bleibt weitestgehend ihnen überlassen. Das jetzt fertiggestellte gemeinsame Förderprogramm ist als Orientierungshilfe gedacht. Es liefert praktische Übungen und Anregungen und soll Erziehende zu mehr Sicherheit und Professionalität im Umgang mit der Sprachentwicklung verhelfen.

Professor Dr. Lilian Fried von der TU Dortmund und Prof. Eva Briedigkeit, Leiterin des Wissenschaftlichen Zentrums Frühpädagogik (WZF) an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest, legten für die Teilnehmerinnen eine eigene Fortbildungsreihe auf. An zehn Weiterbildungstagen ging es dabei um Themen wie Wortschatz oder Deutsch als Zweitsprache. Zusätzlich besuchte Diplom-Pädagogin Angie Lämmerhirt von der TU Dortmund die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen, um ihr Verhalten im Umgang mit den Kindern zu filmen und auszuwerten. In anschließenden „Coaching-Gesprächen“ bekamen die Teilnehmerinnen ein Gespür dafür, wie sie Sprachfördertechniken bereits im Alltag einsetzen und was sie noch verbessern können.

Nicht bloße Theorie, „eine Fortbildung im Tun mit den Kindern“, sollte es sein, so Professorin Eva Briedigkeit. Ihr war beispielsweise aufgefallen, dass einige Erzieherinnen das Gespräch zu stark lenken würden. „Wir haben dann vorgeschlagen, doch das Kind die Seite im Buch umblättern zu lassen und die Führung im Dialog zu übernehmen.“ Sie zeigt aber auch Verständnis für die Fachkräfte in den Einrichtungen: „Oft tragen die Erzieherinnen Verantwortung für eine Gruppe mit 25 Kindern. Dennoch ist der Dialog mit jedem einzelnen Kind wichtig. Da ist ein gutes Management gefragt.“

Die Ergebnisse von Weiterbildung und Coaching haben die Beteiligten in einen gut 40 Seiten starken Leitfaden einfließen lassen. Wie sich Weiterbildung und Coaching auf die Sprachförderkompetenz der Teilnehmerinnen sowie auf die Sprachkompetenz der Kinder auswirkt, wird derzeit noch untersucht.    

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