Dominik Aufderheide, Electronic Systems and Engineering Management (M.Sc.)

Warum haben Sie sich für die FH Südwestfalen (bzw. deren Vorgänger) entschieden?
Für mich war nach einer Ausbildung zum Energieelektroniker klar, dass nur ein Studium der Elektrotechnik in Frage kommen würde. In diesem Bereich genießt der Hochschulstandort in Soest einen außerordentlich guten Ruf, so dass ich von vornherein die Fachhochschule Südwestfalen in meine engere Auswahl aufgenommen hatte. Ausschlaggebend für Soest waren letztendlich drei wesentliche Gründe: Zum einen habe ich die Gelegenheit wahrgenommen im Rahmen von Studienberatungsterminen mehrere Hochschulen in der Region zu besichtigen. Damals war ich absolut begeistert vom Soester Campus und der alg. Infrastruktur (Labore, Bibliothek, etc.), da sich die noch relativ frisch bezogenen Gebäude am Lübecker Ring wohltuend von vielen anderen Hochschulen mit ihrem typischen „Flair“ der 60er/70er-Jahre abgrenzten. Entscheidend war zudem auch, dass in Soest ein grundständiges Studium der Elektrotechnik mit der Fachrichtung Automatisierungstechnik-Industrielle Informatik angeboten wurde und wird, was mir die Möglichkeit bot die fachlichen Schwerpunkte meiner Berufsausbildung ideal weiterzuentwickeln. Des Weiteren war auch schon zu Beginn meines Studienbeginns, im Jahr 2003, in Soest die Möglichkeit gegeben nach dem Diplomabschluss einen Masterkurs in Zusammenarbeit mit der University of Bolton absolvieren zu können, was zum damaligen Zeitpunkt eine sehr einzigartige Möglichkeit an einer Fachhochschule darstellte. Alles in allem war also eine Vielzahl unterschiedlichster Faktoren für meine Wahl ausschlaggebend.

War es eine gute Entscheidung?
Ich habe die Entscheidung das Studium in Soest aufzunehmen nie bereut und bin ja auch auf Basis meiner sehr guten Erfahrungen im Diplomstudiengang Elektrotechnik darüber hinaus dem Standort treu geblieben und habe anschließend noch den Master und die Promotion an der Fachhochschule Südwestfalen erfolgreich abschließen können. So habe ich also persönlich insbesondere von der Möglichkeit profitiert, dass es in Soest möglich ist vom Diplom (bzw. Bachelor), über den Master, bis hin zum Doktortitel eine umfassende akademische Ausbildung zu erhalten ohne die Hochschule wechseln zu müssen. Gleichzeitig hatte ich durchgehend die Möglichkeit im Rahmen von Praktika, Industrieprojekten und Seminaren, meine Erfahrungen und Kontakte mit der Industrie weiter entwickeln und pflegen zu können.
Wenn ich rückblickend meine fachliche und persönliche Entwicklung während meiner Zeit auf dem Campus bewerten sollte, so würde ich sicherlich feststellen, dass ich im Rahmen des Studiums die Möglichkeit hatte mich stetig weiterzuentwickeln, dabei bin ich aber auch stets, insbesondere zum Studienbeginn, dort abgeholt worden, wo ich vom Bildungsniveau her gerade stand. Insbesondere wenn man wie ich über den zweiten Bildungsweg ein Hochschulstudium beginnt hat man natürlich eine gehörige Portion Respekt vor dem Übergang zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Dieser Respekt ist auch durchaus angebracht, doch wird an der FH SWF aus meiner Sicht viel dafür getan, dass man in die Lage versetzt wird die ersten Hürden selbstständig zu meistern.

Was haben Sie im Studium gelernt und wenden es heute noch an?
Ich höre von vielen meiner ehemaligen Kommilitonen natürlich immer wieder, dass man viele fachliche Feinheiten im späteren Berufsleben nicht mehr in der Tiefe anwenden muss. Dies ist sicherlich richtig, gerade vor dem Hintergrund, dass in Soest eine sehr breitgefächerte Ausbildung angeboten wird. Doch ist mir immer wieder aufgefallen, dass man es häufig gar nicht so genau wahrnimmt, welches Wissen aus dem Studium man gerade anwendet, da einem viele Dinge einfach so selbstverständlich vorkommen und sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Da ich nach dem Studium ja als Doktorand und Mitarbeiter an der Hochschule weiterhin viel mit Studierenden zu tun hatte, konnte ich dieses Phänomen sehr genau beobachten.
Grundsätzlich spielen natürlich insbesondere auch die Persönlichkeitsentwicklung und die berühmten „Softskills“ eine wesentliche Rolle im späteren Berufsleben. So ist es für mich heute eigentlich sehr einfach möglich mir neue Themengebiete selbstständig zu erarbeiten, da ich auf einer sehr guten fachlichen Ausbildung in den mathematisch-technischen Grundlagen zurückgreifen kann und mir im Studium auch eine sehr selbstständige Arbeitsweise zulegen musste.

An welche Momente aus dem Studium denken Sie heute noch gerne zurück?
Der entscheidende Moment war für mich natürlich der erste Tag auf dem Campus und die damit verbundenen Impressionen: der große Hörsaal, die neuen Kommilitonen und die Professoren. Man fühlt sich ja dann doch wie in einer neuen Welt angekommen. Bei Beginn des Masterkurses, der ja international ausgerichtet ist, empfand ich dann das gleiche Gefühl nochmal. Mich mitten in Soest in einer Gruppe von 30 Studierenden aus allen Teilen der Welt wiederzufinden, die alle, genau wie ich selber, mit einer Mischung aus Neugier und Respekt im Hörsaal saßen, war schon eine einmalige Erfahrung.
Natürlich gibt es auch unendlich viele kleine Anekdoten und Geschichten über Professoren und Ereignisse die sich in das kollektive Gedächtniss von mir und all meinen damaligen Kommilitonen eingebrannt haben. Das merke ich immer wieder wenn ich gelegentlich auf alte Weggefährten treffe.
Ganz entscheidend erinnere ich mich auch noch an das Kolloquium zur Diplomarbeit und insbesondere dieses Gefühl nach der bestandenen Prüfung, diese Mischung aus Stolz, Erleichterung und dem Wissen etwas Tolles erreicht zu haben.

Was wünschen Sie der Fachhochschule für die Zukunft?
Eigentlich wünsche ich mir, dass die Fachhochschule in Soest und insbesondere der Fachbereich Elektrische Energietechnik den eingeschlagenen Weg weitergehen und konsequent hohen Wert auf eine fundierte Grundlagenausbildung legen, bei gleichzeitigem Willen zur Innovation im Bereich der Forschung. Die internationale Atmosphäre auf dem Campus ist nach wie vor einzigartig und sollte sicherlich auch noch weiter ausgebaut werden.

Dominik Aufderheide
FH SWF Soest

Steckbrief

Name: Dominik Aufderheide
Alter: 33
Studienfach: Elektrotechnik (Diplom) / Electronic Systems and Engineering Management (M.Sc.), Ph.D.
Studienort: Soest
Abschlussjahr: 2007/2010/2014
Abschluss: Diplom-Ingenieur (FH), Master of Science (M.Sc.), Ph.D.
Erster Job: Wissenschaftlicher Mitarbeiter – FH SWF
Jetzige Position: dto.

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