Projekterfolge der Kooperation mit der Stadtverwaltung Hagen

Seit 2014 arbeiten Prof. Coners und Ingo Kregel mit der Stadtverwaltung Hagen und Unternehmen der Region in der Exzellenz-Initiative Südwestfalen zusammen. Hierzu gehören u.a. Praxisprojekte von Studierenden in der Stadtverwaltung, in denen Prozesse nach der Lean-Six-Sigma-Methodik analysiert und verbessert werden.

Lean trifft Green: Spielerisches Erlernen von Lean & Green-Methoden an der Fachhochschule Südwestfalen

Angehender Masterabsolvent unterstützt die praxisnahe Lehre

Hagen. Im Rahmen des neuen Studienschwerpunkts „Lean Six Sigma / Qualitätsmanagement“ haben sich angehende Absolventen des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen und Experten der Firma Kostal für einen eintägigen Workshop zusammengefunden.

Der angehende Masterabsolvent Gerrit Riedel stellte seine in Kooperation mit der Firma Kostal entwickelte Produktionssimulation zum Thema „Lean & Green“ an der Hochschule vor und gewährte den Studierenden in Form eines Workshops Einblick in seine Arbeit. Das Praxisprojekt für seine Masterthesis entwickelte Riedel in der Abteilung „Lean & Green“ im Systemhaus Energieeffizienz der Firma Kostal. Die Abteilung Lean & Green entwickelt innovative Beratungskonzepte zur Nutzung von Synergieeffekten der Themenfelder Lean Management und Energieeffizienz, vorrangig für KMUs.

Bei seiner Masterarbeit wurde Riedel seitens der Hochschule von Prof. Dr. Coners betreut, welcher gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Ingo Kregel auch die Module Lean Management und Six Sigma im Fachbereich Technische Betriebswirtschaft lehrt. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen bekamen einige Studierende die Möglichkeit, an der Simulation teilzunehmen.

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Nach einer kurzen Vorstellung des Systemhauses durch den Geschäftsleiter Ralf Heinze moderierte Gerrit Riedel durch den Workshop und führte die Studierenden zunächst in die theoretischen Grundlagen des Lean Managements und der Green-Philosophie ein. Auf den bereits vorhandenen Kenntnissen der Teilnehmer im Themenbereich Lean aufbauend (z. B. PDCA-Zyklus, Pull-System, One-Piece-Flow), konzentrierte sich Riedel auf die Erläuterung der Aspekte der Green-Philosophie (8 „grüne“ Arten der Verschwendung) und die erzielbaren Synergieeffekte, die unter dem Begriff Lean & Green zusammengefasst werden.

Im Anschluss folgte die Vorstellung des fiktiven Planspielunternehmens der „Helikop GmbH“, welches bereits zu Beginn der Veranstaltung auf einem großen Tisch in der Mitte des Raumes aufgebaut war, sodass bei den eintreffenden Teilnehmern nicht nur die Neugier, sondern auch der Spieltrieb geweckt wurde.

Die Simulation besteht aus einem LEGO®-Spielfeld, das den Produktionsbereich der „Helikop GmbH“ darstellt und einem Tablet-PC, auf dem eine umfangreiche Tabellenkalkulation programmiert wurde. Jegliche Gegenstände im Produktionsbereich, von Transportkisten über Gabelstapler bis hin zur Spritzgussmaschine, verfügen über einen QR-Code. Wird dieser über die Kamera des Tablet-PCs eingescannt, kann der entsprechende Gegenstand verwaltet werden. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Kennzahlen der Tabellenkalkulation aus, wie zum Beispiel die Liquidität, die bei Entfernen, also Verkauf einer Maschine erhöht wird.

Im ersten Schritt machten sich die Studierenden jedoch mit den Eckdaten der Produktion der „Helikop GmbH“ vertraut. In einer Balanced Scorecard wurde eine Vielzahl relevanter Kennzahlen zusammengefasst. Das umfangreiche Lean-Know-how der Masterstudierenden ermöglichte eine schnelle Bestimmung potenzieller Optimierungen und damit einhergehend eine realistische Einschätzung, inwieweit sich die Kennzahlen des Unternehmens verbessern lassen würden.

In vier einzelnen Spielrunden galt es anschließend, die kennengelernten Lean & Green-Methoden nach und nach einzuführen und spielerisch umzusetzen. Dabei waren die direkt sichtbaren Veränderungen auf der Spielfläche nicht das Einzige, was den Ehrgeiz der Teilnehmer förderte. Die EDV-Anbindung übertrug alle Veränderungen in die Bilanz, in die Gewinn- und Verlustrechnung sowie in weitere Sichten (z.B. Wertstromdiagramm) des fiktiven Unternehmens. Dementsprechend erhielten die Studierenden unmittelbar Rückmeldung über die Effektivität ihrer im Konsens getroffenen Entscheidungen. Die Workshopteilnehmer erzielten final eine Erhöhung der Gesamtkapitalrentabilität von 7,8% auf 12,7% und eine Senkung des Energieverbrauchs um mehr als die Hälfte. Damit übertrafen sie ihre vorab getroffenen Einschätzungen deutlich.

Das gute Endergebnis und die Vermittlung der Lean & Green-Thematik im Rahmen des Planspiels sorgten für durchweg positive Rückmeldungen. Die Studierenden fanden die Simulation „gut durchdacht“ und kamen zu dem Schluss, dass „die Zusammenführung von Lean und Green sinnvoll“ sei. Darüber hinaus gebe die komplexe Simulationsumgebung Aufschluss über den Zusammenhang wesentlicher Kennzahlen. Neben viel Neugelerntem hat der Workshop auch noch Spaß gemacht, ließen die Studierenden im Anschluss verlauten. Die spielerischen Erfahrungen halfen dabei, das Gelernte besser zu verinnerlichen. Abschließend diskutierten die Studentierenden kritisch und konstruktiv über potenzielle Verbesserungsmaßnahmen der Simulation.

In Folgeprojekten wird sowohl der Umfang der Simulation als auch der Detaillierungsgrad sukzessive weiterentwickelt und erweitert werden. So ist beispielsweise geplant, weitere Unternehmensbereiche in der Simulation abzubilden. In diesem Zusammenhang stellte Herr Heinze den Studierenden interessante Praktika und Abschlussarbeiten bei Kostal in Aussicht. Auch Herr Prof. Coners lobte die positive langfristige Zusammenarbeit mit dem in Südwestfalen beheimateten Familienunternehmen. Die Hochschule und Kostal freuen sich daher auf eine Fortführung der Beziehung, um den angeregten Austausch von Ideen, praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu intensivieren.

Prof. Dr. Coners

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