Der Dekan im Interview

Seit dem 1. September 2011 ist Professor Dr. Franz Wendl Dekan des Iserlohner Fachbereichs Maschinenbau. Wofür er steht und warum es nicht schaden kann, wenn Studierende zwei Dinge gleichzeitig anpacken, lesen Sie im folgenden Interview.

Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?

Seit dem 1. September 1994.

Welche Fächer unterrichten Sie als Professor?

Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung

Was gefällt Ihnen an der Fachhochschule Südwestfalen?

Unsere Hochschule ist überschaubar. Das sichert einen direkten Zugriff der Professoren auf die Studierenden. Umgekehrt gilt das natürlich genauso. Jeder Studierende kann hier mit jeder Professorin und jedem Professor sprechen, wenn er das will. So etwas wäre an einer Massenuniversität völlig unmöglich.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Fachbereich?

Wir haben hier eine sehr breit gefächerte Kollegenschaft mit sehr viel Wissen zu sehr vielen Themen. In letzter Zeit wurden sehr viele junge Kollegen berufen. Mit ihnen wird die Bereitschaft, die fächerübergreifende Zusammenarbeit auszubauen, noch größer.

Was gefällt Ihnen am Standort Iserlohn?

Ganz klar – die Lage. Ich sage immer: Wo wir arbeiten, würden andere gerne Urlaub machen. Ich finde es wirklich ganz toll, aus dem Fenster meines Büros zu schauen und in die Natur zu sehen. Die Lage macht es möglich, jederzeit ein paar Schritte zu gehen, um den Kopf frei zu bekommen.

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?

Es geht darum, den Fachbereich fit zu machen für die Zukunftsbewältigung. Wir müssen jetzt schon im Auge haben, dass die Studierendenzahlen in einigen Jahren zurückgehen werden. Deshalb gilt es, rechtzeitig entsprechende Maßnahmen in der Hinterhand zu haben. Ich denke da beispielsweise an eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Informatik und Naturwissenschaften. Wir müssen bestimmte Ressourcen effektiver nutzen. In diesem Punkt bin ich mir mit Professor Stadtlander, dem Dekan des Fachbereichs I & N, sehr einig.

Was raten Sie Ihren Studierenden für ein erfolgreiches Studium an unserer Hochschule?

Man muss anders lernen, als man es aus der Schulzeit kennt. Hier wird ein längerer Zeitraum, sprich ein ganzes Semester geprüft. Da sollte man mit der Vorbereitung entsprechend früher beginnen. Außerdem kann ich nur raten: fragen, fragen, fragen. Ich stelle immer wieder fest, dass die Studierenden viel zu wenig nachfragen. Der Dozent muss dann davon ausgehen, dass alle alles wissen. Und noch ein Tipp: Die Studierenden müssen zusammenarbeiten und sich dazu in Kleingruppen organisieren.

Welche Tipps können Sie den Studierenden Ihres Fachbereichs für den Einstieg ins Berufsleben geben?

Ganz konkret: Es gibt die VDI-Nachrichten. Die liegen an unserer Hochschule aus und da gibt es in einer Kolumne eine wöchentliche Karriereberatung. Da wird die Praxis, die raue Berufswelt abgebildet. Außerdem werden Bewerbungsstrategien erläutert. Apropos Bewerbung: Ich erlebe es immer wieder, dass sich Studierende in der Endphase des Studiums nur auf den Abschluss konzentrieren, die Bewerbung aber vernachlässigen. Wer mit der Bachelorarbeit anfängt, sollte gleichzeitig anfangen, sich zu bewerben.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Die Arbeit mit jungen Menschen. Man sieht vieles aus ihrer Perspektive. Außerdem mag ich das selbstbestimmte Arbeiten, bei dem man auch noch seinen Forscherdrang ausleben kann.