Fachbereich Maschinenbau Iserlohn

Der Dekan im Interview

Seit dem 1. Oktober 2015 ist Professor Dr. Wolfgang Schütte Dekan des Iserlohner Fachbereichs Maschinenbau. Hier lesen Sie, was seine neue Aufgabe so reizvoll für ihn macht und warum es sich lohnt, sich Herausforderungen zu stellen.

1. Wann sind Sie zum Dekan gewählt worden?

Ich bin seit September 2008 an der Fachhochschule Südwestfalen und kenne die Anforderungen und organisatorischen Aufgaben für Fachbereich Maschinenbau durch meine Tätigkeit als Prodekan seit dem Jahr 2011 sehr genau. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mich einzubringen und neue Prozesse anzustoßen. Nach den vier Jahren als Prodekan war es für mich eine logische Konsequenz, mich nun um das Amt des Dekans zu bewerben und am 13. August 2015 wählen zu lassen.

2. Welche Fächer unterrichten Sie?

Ich unterrichte im Bachelor-Studium im ersten Semester das Fach Technisches Zeichnen und im vierten Semester Konstruktives Gestalten. Hinzu kommen Konstruktionssystematik und das Konstruktionsprojekt im 6. Fachsemester. Im Master-Studium bin ich für das Modul Entwicklungsmethodik verantwortlich.

3. Sie waren bereits lange in der Industrie und als Berater tätig. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als Dekan?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich nicht Professor geworden bin, um Dekan zu werden. Mir liegt viel an der Lehre. Ich möchte von meinem Wissen auch etwas weitergeben und arbeite gerne mit engagierten Studierenden. Seit meinem Start hier an der Fachhochschule habe ich versucht, mich einzubringen. Ich bin jemand, der gestalten möchte, der auch kritisiert. Man muss dann auch Aufgaben übernehmen und seinen Beitrag leisten. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es ganz und will es gestalten. Die besten Möglichkeiten hat man dazu als Dekan. Ich glaube, dass für mein Amt meine Erfahrungen und meine Managementausbildung in der Industrie hilfreich sind.

4. Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?

Ich möchte den Fachbereich für die Zukunft vorbereiten. Die Aufgabe eines Dekans ist es, die Lehre und alles, was damit zusammen hängt, sicherzustellen. Immer im Blick habe ich dabei die strategische Entwicklung des Fachbereichs auf das Studium heute und morgen. Wir müssen uns immer die Fragen stellen: „Was braucht der Absolvent?“, „Wie müssen wir uns anpassen?“ oder „Sind wir in allen Bereichen gut aufgestellt? Wir müssen Trends in der Industrie erkennen und darauf Antworten für eine zukunftsorientierte Lehre im Studium Maschinenbau finden.

5. 5. Welche Herausforderungen warten auf Sie?

Die Kernherausforderung ist es, den Fachbereich für die Zukunft vorzubereiten. Wir haben in den letzten fünf Jahren schon viel geschafft, zum Beispiel die Anzahl von Lehrkräften auf die gestiegene Zahl von Studierenden anzupassen. Man darf nie zufrieden sein, man muss immer schauen, was man noch besser machen kann. Routine und Scheuklappen sind da nur hinderlich.

6. Was macht die Fachhochschule Südwestfalen besonders?

Für die Verwaltung ist die besondere Situation der Fachhochschule Südwestfalen als Flächenhochschule eine Herausforderung, denn knapp 14.000 Studierende, vier Standorte und einen Studienort zu organisieren, erfordert eine leistungsfähige Organisationsstruktur. Die Studierenden haben den Vorteil, dass die Standorte jeweils für sich überschaubar sind. Hier in Iserlohn kennt mich zum Beispiel jeder Maschinenbau-Student. Alle Lehrenden pflegen einen engen Kontakt zu den Studentinnen und Studenten und gehen auf ihre Anliegen ein. Gruppengrößen von oftmals nur 15 Teilnehmern in den Praktika garantieren, dass die Studieninhalte verständlich vermittelt werden können. Der Sitz der Hochschule in der Industrieregion Südwestfalen hat für unsere Studierenden den Vorteil, dass sie als Fachkräfte oft direkt in die zahlreichen Firmen wechseln können. Wir sind gut verzahnt mit der Wirtschaft, was gemeinsame Kooperationen angeht und auch, weil dort Absolventen unserer Hochschule mittlerweile zum Management gehören.

7. Was reizt Sie an der Arbeit in der Lehre und mit den Studierenden?

Ich finde die Unabhängigkeit der Lehre toll. In einem Unternehmen ist man immer abhängig und muss zum Teil auch Ziele vertreten, die nicht den eigenen Grundsätzen entsprechen. Hier an der Fachhochschule herrscht die Freiheit von Forschung und Lehre, was mir sehr am Herzen liegt. Ich kann den jungen Leuten viel mitgeben und habe gewissen Gestaltungsfreiraum, was meine Module und Arbeitsschwerpunkte angeht.

8. Welche Tipps können Sie Studierenden für das Schreiben einer guten Abschlussarbeit geben?

Ich rate den Studierenden, ein Thema zu finden, hinter dem man steht. Dafür braucht es Zeit. Die sollte man sich auch nehmen, denn Motivation und Ergebnis hängen eng zusammen. Man darf vor einer Bachelor- oder Masterarbeit nicht vor Ehrfurcht einknicken. Ein guter Tipp ist, selbst die Aufgabenstellung auf einer Seite zusammenzufassen. So stellt man sich fast automatisch die richtigen Fragen, um die einzelnen Teilschritte und einen stimmigen Zeitplan aufzustellen. Neben einer durchdachten Themenwahl ist es aber auch wichtig, sich einen guten Betreuer zu suchen. Der richtige Betreuer ist immer jemand, der sich Zeit nimmt.

9. Die Verbundstudiengänge im Fachbereich Maschinenbau in Iserlohn werden sehr gut angenommen. Wie schafft man diese Zeit der Doppelbelastung am besten?

Das Verbundstudium, in dem man neben dem Beruf noch ein Studium absolviert, ist eine Herausforderung, vor der ich den Hut ziehe. Aber es ist wie mit allen Herausforderungen, denen man sich im Leben stellen muss: Wenn man fokussiert ist und einen Schwerpunkt setzt, ist die größte Hürde geschafft. Halbherzigkeit führt in der Regel nicht zum Ziel.