Die Dekanin im Interview

Im September 2015 wurde Frau Prof. Dr. Monika Reimpell als Dekanin des Mescheder Fachbereiches Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften wiedergewählt. Im Interview erzählt sie von ihrem Werdegang und vom Zusammenhang zwischen Mathematik und Alltag. Sie erläutert die Aufgaben einer Dekanin und gibt schließlich Studienanfängern wie Studierenden wertvolle Tipps.

Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?

Ich bin seit 2004 Professorin in Meschede.

Was hat Sie veranlasst, an der der Fachhochschule Professorin zu werden?

Ich habe Mathematik an der Ruhruniversität Bochum studiert und dort auch promoviert. Danach habe ich fünf Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet und hauptsächlich Projekte in den Bereichen E-Commerce und Produktionsplanungsoptimierung durchgeführt. Professorin an der Fachhochschule zu werden war für mich eine Chance, wieder mehr Mathematik zu machen.

Welche Fächer unterrichten Sie?

Meine Lehrgebiete sind Wirtschaftsmathematik und Wirtschaftsinformatik. Momentan bin ich für die Module Wirtschaftsmathematik, Statistik und Operations Research verantwortlich und halte im Masterstudiengang Wirtschaft die Vorlesung Entscheidungstheorie.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?

Besonders gut gefällt mir, dass man als Professorin viel selbst gestalten kann. Zum Beispiel kann ich in Wahlpflichtfächern immer wieder neue aktuelle Themen mit den Studierenden behandeln. Auch in der Selbstverwaltung kann man selbst Schwerpunkte setzen. Ich habe zum Beispiel eine Kooperation mit einer Partnerhochschule in China mit aufgebaut und dort auch schon selbst unterrichtet. Und ich engagiere mich im Bereich „MINT entlang der Bildungskette“.
Ein weiterer Aspekt ist natürlich, dass man an der Hochschule Familie und Beruf viel besser kombinieren kann als dies in der Unternehmensberatung je möglich gewesen wäre.

Was begeistert Sie an Ihrem Fachgebiet besonders?

Das logische und analytische Denken. Das ist das, was man von der reinen Mathematik ins tägliche Leben übernehmen kann. Ich wende diese Denkweise in vielen Situationen an, die mit Mathematik erst mal nichts zu tun haben. In meinem Fachgebiet interessiert mich aktuell am meisten der Bereich Optimierung – hier kann man Mathematik sehr direkt auf Fragestellungen der Wirtschaft anwenden.

Was schätzen Sie an der Fachhochschule Südwestfalen?

Wir sind eine sehr familiäre Hochschule, obwohl wir über 13.000 Studierende haben. Man kennt den Rektor, die Kollegen und die Mitarbeiter – leider nicht mehr alle Studierende einzeln. Trotzdem ist ein sehr gutes Betreuungsverhältnis gewährleistet.

Was gefällt Ihnen am Standort Meschede – Standort und Fachbereich sind ja hier eins?

Hier gefällt mir besonders, dass wir ein sehr gutes, Konsens-orientiertes und kollegiales Miteinander haben. Natürlich streiten wir auch mal in der Sache, aber wir kommen in der Regel zu für alle gut tragbaren Lösungen. Das liegt vielleicht auch an einer Besonderheit des Standorts Meschede: Wir haben hier in einem Fachbereich Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften drei Lehreinheiten: Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaft, daher sind wir das Zusammenführen von verschiedenen Sichtweisen aus der tagtäglichen Arbeit gewohnt.

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekanin – speziell nach Ihrer Wiederwahl?

Erstmal möchte ich betonen, dass wir als Dekanat wiedergewählt wurden. Zum Dekanat gehören neben mir die beiden Prodekane Prof. Dr. Stephan Breide und Prof. Dr. Christoph Sommer. Unsere Hauptaufgabe besteht in der Vertretung der Interessen des Fachbereichs inner- und außerhalb der Hochschule. Die Wiederwahl sehe ich als Bestätigung des bisher gewählten Kurses: das gute Klima innerhalb des Fachbereichs erhalten und das Studienangebot und die Ausstattung des Standorts Meschede so weiterzuentwickeln, dass er für Zeiten sinkender Schülerzahlen und unsicherer finanzieller Ausstattung gut gerüstet ist. Hierzu zählt u.a. auch die weitere Entwicklung berufsbegleitender Studiengänge und anderer Weiterbildungsangebote.

Welche Tipps können Sie Studienanfängern für das Studium an der Fachhochschule Südwestfalen geben?

Um das Studium erfolgreich zu gestalten, empfehle ich natürlich Engagement. Sie sind selbst ihres Glückes Schmied! Versuchen Sie, die Inhalte zu verstehen – etwas auswendig zu lernen und dann gleich nach der Klausur wieder zu vergessen ist aus meiner Sicht keine sinnvolle Strategie fürs Studium! Nutzen Sie die offenen Türen der Mitarbeiter und Professoren! Und: Nutzen Sie ihr Studium auch, um über den Tellerrand zu gucken – vermutlich ist ihr Studium die beste Zeit, um Auslandserfahrung zu sammeln, z. B. in einem Praktikum oder an einer Partnerhochschule.

Zum Abschluss: Welche Tipps können Sie Studierenden Ihres Fachbereiches für den Einstieg ins Berufsleben geben?

Die Fachhochschule bietet ein praxisorientiertes Studium mit sehr guten Kontakten zur lokalen Wirtschaft. Daraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, bereits während des Studiums Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen – zum Beispiel durch ein kooperatives Studium, durch Praktika oder durch Abschlussarbeiten in Unternehmen. Zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche oder zum Erstellen einer überzeugenden Bewerbungsmappe empfehle ich unseren Career Service bzw. unseren Studierendencoach. Schlussendlich würde ich mich natürlich freuen, wenn unsere Absolventen nach ihrem Abschluss die Fachhochschule Südwestfalen in guter Erinnerung behalten und weiter mit uns zusammen arbeiten würden – vielleicht durch einen Praktikumsplatz für zukünftige Studierende in ihrem neuen Unternehmen!