Der Dekan im Interview

Seit März 2017 ist Prof. Dr. Wolf Lorleberg Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft. Im Interview berichtet er uns über die Entwicklung und Ausrichtung seines Fachbereichs, über zukünftige Herausforderungen, über die Vorzüge des Soester Campus und gibt Tipps für die Organisation eines erfolgreichen Studiums.

Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?

Seit September 2004.

Welche Fächer / Gebiete unterrichten Sie als Professor?

Mein Fachgebiet ist die Agrarökonomie mit den Hauptfächern Agrarpolitik, Volkswirtschaftslehre, Politikanalyse und Projektmanagement. Als Wahlpflichtfächer lese ich Agrarsoziologie, Wirtschaftspolitik und Welternährungswirtschaft. Weitere Fächer wie "Urbane Landwirtschaft und Aquaponik" und das Zusatzfach "Finanzinvestitionen" biete ich auf Nachfrage an.

Was gefällt Ihnen an der Fachhochschule Südwestfalen?

Mir gefällt sehr, dass wir von unserer Tradition her eine Ingenieur- und Unternehmer-Hochschule sind, die stark auf die Praxis ausgerichtet ist, aber an der trotzdem immer mehr ambitionierte anwendungsorientierte Forschung geleistet wird. Auch unsere wachsende internationale Ausrichtung finde ich attraktiv. Und dass zwischen den Fachbereichen und mit der Verwaltung kollegial, effizient, auf kurzem Weg und mit flachen Hierarchien zusammengearbeitet wird.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Fachbereich Agrarwirtschaft?

Oh, das ist eine ganze Menge! Zunächst einmal seine Menschen: Mit unseren engagierten und aktiven Studierenden ist die Lehre, die Zusammenarbeit bei sonstigen Veranstaltungen und überhaupt die Kommunikation einfach sehr angenehm; man hat fast immer schnell eine gemeinsame Ebene und zieht an einem Strang. Das gleiche gilt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs und die Kolleginnen und Kollegen der Professorenschaft: Das Miteinander überwiegt und hat ein wirklich gutes Arbeitsklima zur Folge. Fachlich sowie von den personellen Ausstattungen und den technischen Voraussetzungen für Lehre und Forschung sind wir breit und gut aufgestellt: Wir decken alle Teilbereiche der Agrarwirtschaft kompetent und in der notwendigen Tiefe ab - und sind auch in der Lage, noch einen Blick "über den Gartenzaun" zu werfen und uns mit neuen Entwicklungen und Tendenzen auseinanderzusetzen. Dann die Übersichtlichkeit und familiäre Atmosphäre des Fachbereichs: Obwohl die Zahl der Studierenden in den letzten Jahren stark gestiegen ist, kennt man sich innerhalb der Jahrgänge und darüber hinaus, und alle Kolleginnen und Kollegen sind immer unkompliziert für alle ansprechbar. Schließlich gibt es noch unseren Ehemaligen-Verband "Susatia", ein einmaliges Netzwerk für lebenslange Verbundenheit mit und unter unseren Absolventinnen und Absolventen, und unsere gute regionale "Verdrahtung" mit Verbänden und Unternehmen der Landwirtschaft und des Agribusiness.

Was gefällt Ihnen am Standort Soest?

Der Campus ist sicher einer der schönsten, den man sich für eine Fachhochschule vorstellen kann, und mir gefällt vor allem zur Baumblüte sehr. Die Ausstattung der Gebäude ist sehr gut, und der Ausbau der letzten Jahre hat die Bedingungen weiter verbessert. Wir haben am Standort Soest ein gut funktionierendes Miteinander der drei Fachbereiche. Unsere Bibliothek ist modern, gut ausgestattet und technisch immer auf der Höhe der Zeit, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die wissenschaftliche Recherche kompetent. Unsere Mensa bietet mit freundlichem Personal bestes Essen in breiter Auswahl - und vom Campus in die historische Altstadt mit ihrem kulturellen Angebot, ihren gemütlichen Kneipen und Biergärten sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Außerdem ist Soest eine Fahrradstadt mit kurzen Wegen, und auch der Möhnesee und das schöne Sauerland sind nicht weit....

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?

Unsere Hauptaufgabe als Fachbereich ist es, junge Menschen auf eine erfolgreiche selbständige Tätigkeit als Landwirt/in, Agrarunternehmer/in oder als Mitarbeiter/in in Großbetrieben, Verwaltung, Verbänden und Agribusiness vorzubereiten und deshalb - bei engem Kontakt mit der beruflichen Praxis - unsere Lehrinhalte, Methoden und die Studienbedingungen stets auf der Höhe der Zeit zu halten. Dazu gehört auch eigene anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in allen von uns abgedeckten Bereichen der Landwirtschaft - immer mit dem Ziel, sie nachhaltiger und effizienter zu machen, und trotzdem wettbewerbsfähig und sozialverträglich zu bleiben!
Als Dekan besteht meine Aufgabe darin, gute Studienbedingungen sicher zu stellen, Aktivitäten der Angehörigen des Fachbereichs zu koordinieren, ihre Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern und zu fördern oder, etwas platt gesagt, "das Schiff auf Kurs und die Mannschaft zusammen zu halten". Und das möglichst geräuschlos und mit möglichst wenigen aufwändigen Abstimmungs- und Verwaltungsprozessen, damit stets unsere Kernaufgaben in Lehre und Forschung Priorität genießen können. Altbewährtes führen wir gerne fort, aber wir sind auch bereit, neue Ideen und Lehrformen zu entwickeln und umzusetzen. Internationale Kontakte und Kooperationen - auch für und mit Studierenden - werden künftig an Bedeutung gewinnen.
Und dann müssen wir den Fachbereich auf die Zeit nach dem Studierendenboom 2014/18 vorbereiten. Wir müssen die bestehenden und guten Kontakte zur Wirtschaft und den Institutionen in der Region und darüber hinaus, aber auch zu anderen Fachhochschulen und Universitäten pflegen.
Als Dekan vertrete ich einerseits die Interessen des Fachbereiches innerhalb der Hochschule und arbeite andererseits an der Entwicklung des Standortes Soest und der gesamten Hochschule mit.

Welche Tipps können Sie Studierenden Ihres Fachbereiches für den Einstieg ins Berufsleben geben?

Mit dem guten Basiswissen, den Kompetenzen aus dem Studium selbstbewusst, motiviert und flexibel, vor allem auch was den Arbeitsort betrifft, den Berufsstart wagen. Und immer daran denken, dass der erste Job nicht der letzte sein muss. Flexibilität ist wichtig. Das Gehalt muss zwar stimmen, aber es ist nicht alles. Die Chancen zur Weiterbildung und zur eigenen Weiterentwicklung im Laufe des Berufslebens sollte jeder nach seinen Möglichkeiten nutzen.

Welche Tipps können Sie Studenten für das Studium an der Fachhochschule SWF geben?

Ein wichtiger Tipp ist: Die Vorlesungen zu besuchen, das heißt, sie ernst zu nehmen, also auch nachzubereiten und dabei auch mal unsere Bibliothek zu nutzen. Und sie sollten daran denken, dass das Studium ihr Hauptjob ist, nicht ihr Nebenjob. Für empfehlenswert halte ich auch, dass man mit Kommilitoninnen und Kommilitonen Lerngruppen bildet.
Eine vorausschauende Prüfungsplanung ist auch wichtig, um Klausurverzögerungen zu vermeiden und Klausuren nicht „schieben“ zu müssen. Es ist gut, Fächer zu wählen, die einen über den Tellerrand hinausschauen lassen und etwas Neues bieten, was man noch nicht kennt. Gut ist auch, mehr zu tun als die Pflicht- und Zusatzfächer zu wählen.
Eine Hochschule lebt durch die Selbstverwaltung, deshalb ist es für Studierende wichtig, sich in den Selbstverwaltungsgremien zu engagieren. Auch die Arbeit als Studentische Hilfskraft ist sehr zu empfehlen, sie bietet Gelegenheit für neue Kontakte und nebenbei verdient man auch noch Geld.
Wer Projektarbeiten und Abschlussarbeiten nutzt, um Kontakte mit Arbeitgebern herzustellen, ist gut beraten. Dies gilt auch für die Teilnahme an Exkursionen im In- und Ausland, die wir in jedem Semester anbieten. Und nicht zuletzt: Das Studentenleben nicht vergessen und nach Möglichkeit Praktika, auch im Ausland, nutzen, um neue Erfahrungen zu machen. Oft ist ein Praktikum der erste Schritt für den Einstieg in ein Arbeitsverhältnis.