Hannah Müller, M.Sc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Agrarwirtschaft, Standort Soest.

Hannah Müller | Fachbereich Agrarwirtschaft

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Demonstrationsvorhaben zur Sanierung la-MRSA-positiver Schweine-bestände zum Schutz der Landwirte, Mitarbeiter und Verbraucher

Projektleitung:
Prof. Dr. Marc Boelhauve
Förderung:
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen
Laufzeit:
02.07.2015 – 31.08.2016
Mitarbeiterinnen:
Iris Kobusch, M. Sc.
Hannah Müller, M.Sc.

Projektpartner:
Universitätsklinikum Münster (UKM)
Institut für Hygiene (PD Dr. Robin Köck)
Institut für Mikrobiologie (PD Dr. Alexander Mellmann)

Veröffentlichungen: Abschlussbericht als PDF zum Download

Das Demonstrationsvorhaben zur Sanierung la-MRSA-positiver Betriebe soll erstmalig die Möglichkeit eröffnen, aktiv die Existenz und Ausbreitung bzw. Weiterentwicklung von multiresistenten Keimen zu reduzieren. Bisherige Forschungsprojekte haben sich vorrangig mit der Status-quo-Analyse von MRSA in tierhaltenden Betrieben und den in diesen Betrieben involvierten Personen beschäftigt. Eine Strategie zur aktiven Reduzierung von MRSA wurde bisher nicht erstellt und auch noch nicht experimentell belegt. So besteht auch heute noch die Gefahr, dass über weitere Antibiotikagaben (im Tier- wie auch im Humanbereich) die Prävalenz multiresistenter Erreger zunehmen kann. Die bisher initiierten Maßnahmen zur Reduktion von Antibiotikaresistenzen zeigen (u.a. auch im europäischen Ausland), dass durch die alleinige Reduktion der Antibiotikagaben die Prävalenz bereits vorhandener multiresistenter Keime nicht reduziert wird. Eine Elimination dieser Erreger über den Einsatz noch verbliebener wirksamer Antibiotika verbietet sich zudem.
Eine Möglichkeit zur Reduktion multiresistenter Keime stellt die Elimination dieser Erreger dar. Dies kann im Fall von MRSA über Dekolonisationstherapien beim Menschen, der Umgebungsbehandlung und im Fall der tierhaltenden Betriebe über die Dekolonisation der MRSA-Trägertiere erfolgen. Die isolierten Versuche zur Dekolonisation MRSA-positiver Personen, die im schweinehaltenden Betriebe hauptsächlich arbeiten, war bisher nicht erfolgreich, da diese Personen über positive MRSA-Trägertiere bzw. die Stallumgebung laufend neu besiedelt werden. Wissenschaftlich-strategisch betrachtet sind zwei Hauptschritte denkbar, um Personen und Verbraucher vor der Weiterverbreitung bzw. Entwicklung von MRSA zu schützen: Im ersten Schritt sollte eine MRSA-Dekontamination der Stallungen inkl. aller Gerätschaften erfolgen, damit sich neu einzustallende MRSA-negative Tiere nicht besiedeln lassen. In diesem Schritt erfolgt auch die Dekolonisation MRSA-positiver humaner Träger. Erst im zweiten Schritt ist eine Dekolonisation MRSA-positiver Trägertiere vorzunehmen bzw. sinnvoll.
In diesem Demonstrationsvorhaben zur Verbesserung der umwelt- und standortgerechten Tierhaltung in NRW soll die Umsetzung des ersten Schrittes in Praxisbetrieben vollzogen werden. Ziel ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem sich Stallungen und Gerätschaften dekontaminieren lassen, sodass sich MRSA-negative Personen und neu einzustallende Tiere nicht mit MRSA besiedeln lassen können.

Englische Zusammenfassung:

This project offers for the first time the possibility to demonstrate the decontamination of pig stables from la-MRSA to reduce energetic the existence, the expansion and further development of multiple resistant bacteria. To date, projects were focused on the status-quo-analysis of MRSA in animal housings and with this companies associated individuals. Until now there is neither a developed strategy to reduce actively MRSA nor it is scientifically proven. So the hazard of enhancement of multiple resistant bacteria by uncharged doses of applied antibiotics still exists. The single task of reduction of antibiotics is unsuitable to reduce the prevalence of existing multiple resistant bacteria. This finding is shown by the initialized tasks of antibiotics reduction in foreign European countries. Furthermore the elimination of these multiple resistant bacteria by use of still effective antibiotics indicates an inappropriate way.
A promising potential to reduce multiple resistant bacteria is the elimination of these microbes. For MRSA this goal is feasible by decolonization therapies of humans, the treatment of the environment and the decolonization of MRSA-positive animals. Trials to decolonize MRSA-positive people who worked primary close to pigs were unsuccessful as these people are still colonized by the environment and MRSA-positive animals, respectively. From a scientific-strategic view two main steps are needed to prevent people working close to farm animals and consumers for the expansion and further development of MRSA: The first step should include a MRSA decontamination of the stables (incl. equipment) for the prevention of recolonization of MRSA-negative animals. This includes also the decolonization of MRSA-positive human carrier. After this the second step to decolonize MRSA-positive animal is reasonable and should be conducted.
The main focus of this project is the implementation of the first step in animal housings to enhance the keeping of animals in an environmentally and regionally suitable way. Furthermore the ambition of this project is to establish a proceeding to decontaminate stables and equipment to prevent MRSA-negative people and animals for the colonization of MRSA.