Prof. Dr. agr. Dipl.-Ing. agr. Mechthild Freitag

Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte Übersicht

Abgeschlossene Forschungsprojekte Übersicht

Tierwohl Atlas NRW– Liste der Projekte im Themenkreis Tierschutz und Tiergesundheit in NRW

http://www.nrw-agrar.de/tierwohlatlas

Projekt

Die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel ist eine zentrale Säule der Landwirtschaft in NRW. Über Wege zu einer nachhaltigen Tierhaltung mit der raschen Entwicklung von Problemlösungsstrategien in den Bereichen Umwelt- und Gesundheitsschutz, Tierwohl, Tiergesundheit und gesellschaftlicher Akzeptanz wird derzeit auf Landes- Bundes- und EU-Ebene sehr intensiv sowohl in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert und geforscht. Bezogen auf alle drei Ebenen existieren neue Fördermaßnahmen und Innovationsprogramme, um Anreize für landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen, ihre Betriebe zukunftsgerichtet weiter zu entwickeln und dabei alle bestehenden Regelungen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Seit Jahren ist die Forschung zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere ein wichtiges Forschungsgebiet. Bislang fehlten jedoch Informationen darüber, welche Organisationen und Unternehmen in NRW sich in welcher Weise im Rahmen von geförderten Projekten an Programmen zur Verbesserung des „Tierwohls“ in den letzten fünf Jahren beteiligt haben. Darüber hinaus liegen nur wenige Studien vor, die die Rolle von Innovationspartnerschaften entlang ganzer Wertschöpfungsketten und die Wirkung der Mediation auf den Wissenstransfer zu diesem Aufgabenfeld zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beleuchten.

Daher wurde eine Erhebung bei in NRW ansässigen Forschungsinstitutionen, Tierzuchtorganisationen und Erzeugergemeinschaften in den Sektoren Schweinefleisch- und Rindfleischerzeugung sowie Geflügelfleisch und Eier im Rahmen einer gemeinsamen Studie der beiden KONN Mitglieder Universität Bonn und Fachhochschule Südwestfalen durchgeführt, in der alle seit 2009 abgeschlossenen und laufenden Projekte, die im Zusammenhang mit Tierschutz und Themen der Tiergesundheit stehen, gelistet sind. Der Tierwohl Atlas NRW ist im Internet veröffentlicht und damit allgemein zugänglich (s. o.). Es ist ein offenes Werk, in dem weitere Studien der nächsten Jahre ebenfalls aufgenommen werden. Damit ist der Tierwohl Atlas NRW eine aktuelle Informationsplattform für Politik, Medien und die Öffentlichkeit. Am 14.9.2016 wurde der Tierwohl Atlas im Rahmen der Feier zum 10jährigen Bestehen des Forschungsnetzwerks NRW im Landtag in Düsseldorf präsentiert.

Vergleich von Haltungsbedingungen für Mastschweine in Deutschland und in der Schweiz

Projektleitung
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Projektpartner
Dr. Sandra Sicken, Landwirtschaftskammer NRW, Schweinegesundheitsdienst
Dipl.-Ing. (FH) Henrike Freitag , Erzeugerring Westfalen
Markus Lehmenkühler, Fachhochschule Südwestfalen
Laufzeit
Juni bis Dezember 2013

In der Schweiz ist das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen seit Jahren verboten. Zur Untersuchung der Unterschiede in den Haltungsbedingungen für Schweine in der Schweiz und in Deutschland wurden im Juli 2013 elf landwirtschaftliche Betriebe besichtigt und mit bestandsbetreuenden TierärztInnen und BeraterInnen über die Problematik der Caudophagie diskutiert.
Freitag M., Sicken S., Freitag H., Lehmenkühler M. (2013): Ländervergleich Deutschland – Schweiz im Hinblick auf Caudophagie. Forschungsbericht der Fachhochschule Südwestfalen, Selbstverlag, ISBN 978-3-940956-24-8, SS. 103
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Überprüfung pathologischer Erscheinungen bei Nieren von intensiv und extensiv gehaltenen Hausschweinen durch vergleichende Organuntersuchungen

Projektleitung:
Prof. Dr. Mechthild Freitag , Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft
Projektpartner
Prof. Dr. Friedhelm Jaeger, MKUNLV
Frau Ines Blacha, Tierärztliche Hochschule Hannover
Zeitraum
Juni bis Dezember 2013

Ziel des Forschungsprojekts waren Untersuchungen zur Häufigkeit der interstitiellen Nephritis bei Mastschweinen in NRW und Erforschung möglicher Ursachen. Dazu wurden Nieren von Schlachtschweinen verschiedener Haltungssysteme histologisch auf interstitielle Entzündung und den PCV-2 Status der Betriebe untersucht, um die Bedeutung der PCV-2 Erkrankung als Ursache der interstitiellen Nephritis zu klären.
Blacha I., Jaeger F., Freitag M. (2013):
Interstitielle Nephritis bei Mast- und Wildschweinen. Forschungsbericht der Fachhochschule Südwestfalen, Selbstverlag, SS. 58

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Einflussfaktoren auf das Schwanzbeißen beim Schwein: “Gesunde Tiere – gesunde Lebensmittel” – Teilprojekt G

Projektkoordination
Dr. Bernhard Schlindwein, WLV
Wissenschaftliche Projektleitung
Prof. Dr. Mechthild Freitag , Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft
Dipl.-Ing. (FH) Henrike Freitag , Erzeugerring Westfalen
Projektpartner
Landwirtschaftskammer NRW
Erzeugerring Westfalen
IQ-Agrar Service
Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft
Laufzeit
9/2012-7/2013
Förderung
Gemeinschaftsförderung von EU und Land NRW (Förderwettbewerb Ernährung.NRW 2008)

Ein Grund für Verluste in der Schweinemast ist der Kannibalismus unter den Schweinen mit teilweise tödlichen Folgen. Eine besondere Form des Kannibalismus ist das sogenannte Schwanzbeißen. Dabei handelt es sich um ein weites Feld von Verhaltensweisen von behutsamer oraler Manipulation bis hin zum völligen Abbeißen des Schwanzes. Dieses Verhalten findet unter verschiedensten Bedingungen wie Stall- und Freilandhaltung sowie auf Biobetrieben statt. Das Schwanzbeißen bringt Schmerzen, gesundheitliche Schäden (Traumata, Infektionen, Abszesse, Tod) und verminderte Leistungen für die Tiere mit sich und kann dadurch erhebliche ökonomische Folgen für den Betrieb haben.
Freitag M. (2014):
Untersuchung zu Einflussfaktoren auf die Caudophagieinzidenz bei Schweinen in NRW. Nutztierpraxis aktuell, 14. Haupttagung der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA), Göttingen, 21.-23.3.2014

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Umsetzung eines Beratungskonzepts beim Auftreten von Caudophagie bei Schweinen

Projektkoordination
Prof. Dr. Mechthild Freitag , Fachhochschule Südwestfalen
Georg Freisfeld, Erzeugerring Westfalen e.G. (ERW), Senden
Verbundpartner
1. Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft (FH SWF)
2. Erzeugerring Westfalen e. G. (ERW)
3. Landwirtschaftskammer NRW, Schweinegesundheitsdienst (SGD)
4. IQ Agrar, Osnabrück
5. betriebsbetreuende Hoftierärzte/ärztinnen
6. Westfälisch Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV)
Förderung
BLE
Projektmitarbeiterin
B.Sc Nicole Hellenkamp
Projektdauer
04.01.2014 bis zum 31.01.2016

Ziel des Projekts war die Etablierung eines Beratungskonzepts, mit dessen Hilfe beim Auftreten von Caudophagie auf landwirtschaftlichen Betrieben durch eine standardisierte betriebliche Schwachstellenanalyse in den Bereichen Fütterung, Haltung, Management und Tiergesundheit die Umweltbedingungen für Schweine so verbessert werden, dass die Verhaltensanomalie des Schwanzbeißens nicht mehr auftritt. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Erzeugerring Westfalen, der Landwirtschaftskammer NRW (Schweinegesundheitsdienst), dem WLV, der IQ Agrar Service und Hoftierärzten durchgeführt. Die Erhebung ergab, dass die Ursachen für das Auftreten von Caudophagie betriebsindividuell unterschiedlich sind, so dass für jeden Betrieb eine umfassende Analyse erfolgen muss. Es wurden bis zu neun Caudophagie auslösende Faktoren gleichzeitig auf einem Betrieb erkannt. Die Schweinemast war mit über 80 % der Fälle betroffen, Ferkelaufzucht und Sauenhaltung seltener. Eine genetische Komponente ist als Risikofaktor wahrscheinlich. Ob ein Effekt der Gruppengröße besteht, ist nicht klar. Kleine Gruppen erleichtern die Tierbeobachtung, in großen Gruppen können die Tiere die Bucht selbst besser strukturieren. Zur optimalen Gruppengröße besteht noch Forschungsbedarf. Deutlich wurden wieder Defizite im Stallklima. Unter Berücksichtigung der Luftfeuchtigkeit lagen die Temperaturen in 68 % der Betriebe oberhalb der Komforttemperatur. Zur Klimaführung und Kühlmöglichkeiten in Mastställen besteht ebenfalls Forschungsbedarf. Die Schadgaskonzentration im Stall wurde zunächst nach subjektivem Empfinden bewertet und dann zur Objektivierung die Luftgehalte von Ammoniak (NH3) und Kohlendioxid (CO2) erhoben. In den untersuchten Betrieben wurden in 30 % der Fälle vorrübergehend erhöhte CO2 Gehalte und auf 20 % der Betriebe erhöhte NH3 Konzentrationen gemessen.Essenziell ist die Vermeidung von Defiziten in den Kernressourcen Futter- und Wasserversorgung. Neben der Futterzusammensetzung spielt das Fütterungsmanagement eine Rolle. So war das Tier-/Fressplatzverhältnis auf 27 % der Betriebe zu weit, in 32 % der Fälle betrug der Trockensubstanzgehalt des Flüssigfutters weniger als 22 %. Die Versorgung mit Beschäftigungsmaterial ist seit dem Vorgängerprojekt umfangreicher und abwechslungsreicher geworden. Insgesamt hat die Untersuchung gezeigt, dass die Haltung von unkupierten Schweinen Managementanpassungen erfordert. Das gilt insbesondere in der Tierbeobachtung. Beobachtungen von Verhaltensänderungen und erste Anzeichen von Schwanzbeißen müssen erst erlernt werden. Es müssen „Notfallpakete“, vor allem mit variierendem Beschäftigungsmaterial, auf jedem Betrieb vorhanden sein, bevor in den Kupierverzicht eingestiegen wird.Für die oben angesprochenen Änderungen im Betriebsmanagement benötigen die Landwirte Zeit und Erfahrung, so dass aktuell ein generelles Kupierverbot aus Tierschutzgründen nicht empfohlen werden kann. Nach Ablauf des Projekts steht jetzt ein standardisiertes Analyse- und Beratungskonzept zu einem Fixpreis allen Schweine haltenden Betrieben offen (Prof. Dr. Mechthild Freitag; B.Sc. Nicole Hellenkamp).

Workshop „Umsetzung eines Beratungskonzepts beim Auftreten von Caudophagie bei Schweinen“

RESET: ESBL and (fluoro)quinolone Resistance in Enterobacteriaceae

Projektleitung
Tierärztliche Hochschule Hannover
am FB Agrarwirtschaft: Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung:
Dipl.Ing. (FH) Katharina Grohne
Projektzeitraum:
2010 bis 2013

Das Netzwerk RESET besteht aus zehn Verbundpartnern und fünf assoziierten Partnern aus der Human- und Veterinärmedizin, der Grundlagen- und der angewandten Forschung sowie der Epidemiologie. RESET beinhaltet verschiedene ineinander greifende Studien, in denen verschiedenste Faktoren untersucht werden, die mit der Verbreitung neu entstehender Resistenzeigenschaften in Enterobacteriaceae aus Mensch, Tier und Umwelt zusammenhängen. Koordiniert wird der Verbund von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Weitere Partner sind das Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, die Charité – Universitätsmedizin, Berlin, die Freie Universität Berlin, das Friedrich-Loeffler Institut, Neustadt-Mariensee, das Robert Koch-Institut, Wernigerode, die Universität Paderborn, das Universitätsklinikum Gießen, die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Berlin, sowie die Fachhochschule Südwestfalen, Abt. Soest.
Enterobacteriaceae spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von antimikrobiellen Resistenzen. Resistenzen gegen β-Lactam-Antibiotika durch die Produktion von Extended Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL) und (Fluoro-)Quinolon-Resistenzen stellen neu auftretende Resistenzeigenschaften dar, welche die therapeutischen Möglichkeiten der Veterinär- und Humanmedizin dramatisch einschränken. Durch die Kombination epidemiologischer Studien zum Vorkommen resistenter Erreger in verschiedenen Umgebungen (Tier, Mensch, Umwelt) mit grundlagenorientierten Studien zur genauen Charakterisierung der Resistenzeigenschaften sowie der Übertragungsmechanismen ist es möglich, ein umfassendes Bild zur Resistenzlage der untersuchten Erreger zu zeichnen. Ergänzt von Untersuchungen zum Einfluss von Antibiotika auf die Entwicklung von Resistenzen werden hieraus Empfehlungen zur Verminderung der Resistenzentwicklung erarbeitet, so dass ein Beitrag zur Deutschen Antibiotika-Resistenz-Strategie (DART) geleistet werden kann.

Feldstudie zur Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit der Jungebermast

Projektkoordination
Dr. Jens Ingwersen, Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion
Wissenschaftliche Projektleitung
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Prof. Dr. Martin Ziron
Verbundpartner
B&C Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG
Agravis Mischfutter Westfalen GmbH
Erzeugerring Westfalen
Projektzeitraum
2010-2011

Da die Jungebermast bislang in Deutschland zur Anwendung gelangt, gibt es keine allgemein-gültigen Erfahrungen und Empfehlungen zur Fütterung und Haltung von Jungebern in der Mast. Der bisherige Wissensstand betrifft im Wesentlichen die Fütterung von kastrierten und weiblichen Mastschweinen in gemeinsamer Mast. Studien zur Jungebermast aus dem Ausland können wegen der spezifischen deutschen Marktbedingungen (Fleischbetonung bei hohem Schlachtgewicht) nicht oder nur sehr begrenzt genutzt werden. Aus ersten Erfahrungsberich-ten einzelner Mäster und aus der stationären Leistungsprüfung gibt es Hinweise auf eine vergleichsweise bessere Futterverwertung (geringerer Futterbedarf), verbunden mit einer höheren täglichen Zunahme im Vergleich zu weiblichen Tieren (hoher Zuwachs). Gleichzeitig gibt es allerdings auch Hinweise auf besondere Anforderungen an die Futterqualität (Energie-versorgung, Mineralstoffe, Aminosäuren usw.).
Abgesehen von Aspekten der Wirtschaftlichkeit und des Fütterungseinflusses auf die biologische Mastleistung in verschiedenen Mastabschnitten sowie auf die Schlachtkörper-qualität soll u. a. Hinweisen auf geändertes Verhalten von Ebern (Aktivitätsdrang männlicher Tiere) nachgegangen werden. Auch zu dieser Thematik gibt es bislang keine repräsentativen Erhebungen, aus denen konkrete Empfehlungen für die Schweinemast abgeleitet werden könnten.

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Effekte von Ectoin auf die Vitalität von Eberspermien

Projektleitung:
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Prof. Dr. Marc Boelhauve
Dr. A. Bilstein, bitop AG – Witten
J. Brüninghoff, Dr. A. Riesenbeck, GFS - Ascheberg
Projektbearbeitung:
Stud. ing. A. Bilstein
Projektzeitraum:
2009 ff

Das Makromolekül Ectoin ist nach bisherigen Untersuchungen in der Lage, Cytoplasmamembranen zu stabilisieren und damit die Lebensfähigkeit von Zellen zu verbessern. Ziel der Untersuchung ist eine Anwendung der Substanz zum Verdünnungsmedium für Ebersperma, um die Lagerstabilität des Spermas zu erhöhen. Dazu ist zunächst die optimale Wirkstoffkonzentration zu ermitteln.

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Effekte einer frühzeitigen Beifütterung mit Ferkelbooster bzw. Ferkelmilch auf Ferkelentwicklung und Verluste während der Säugezeit

Projektleitung
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung
Hendrik Wieneke-Stöcker, Ann-Kathrin Michel, Markus Lehmenkühler
Projektzeitraum
2010

Aufgrund züchterischer Erfolge ist die Anzahl geborener Ferkel in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen. Allerdings gehen höhere Ferkelzahlen pro Wurf mit geringeren Geburtsgewichten einher, die wiederum die Verlustrate ansteigen lassen. Hohe Ferkelzahlen pro Wurf führen zu einer verstärkten Konkurrenzsituation am Gesäuge, so dass einige Ferkel möglicherweise nicht genügend Milch aufnehmen können und damit in ihrer Entwicklung hinter ihrem gentischen Potenzial zurück bleiben. Die Konkurrenzsituation am Gesäuge wirkt sich möglicherweise bereits am ersten Lebenstag aus und kann zu einer ungenügenden Kolostrumaufnahme konkurrenzschwacher Ferkel führen. In einem Versuchskomplex mit vier Durchgängen wurden die Effekte einer Beifütterung von Ferkelmilch und / oder eines Immunglobulin angereicherten Boosters auf die Gewichtsentwicklung von Ferkeln untersucht. Ziel war eine Verbesserung der Gewichtsentwicklung in großen Würfen, von der in landwirtschaftlichen Zeitschriften berichtet wird (Hilgers 2010).
In der vorliegenden Untersuchung konnte dieser Effekt in einem Feldversuch auf drei unterschiedlichen Betrieben nicht nachgewiesen werden. In allen Durchgängen war die durchschnittliche Aufnahme der Milch eher gering und ließ daher auch keinen zusätzlichen Körpermassezuwachs erwarten. Auch Ferkel mit einem geringen Geburtsgewicht konnten durch die zusätzlich angebotene Milch keinen Gewichtsvorsprung gegenüber gleichschweren Ferkeln der Kontrollgruppe erzielen. Dies galt lediglich für die Ferkel mit einem hohen Geburtsgewicht in Gruppe 1, die wahrscheinlich den Hauptanteil der Milch aufgenommen hatten. Auch der Einsatz einer Ferkelamme hatte unter den gegebenen Versuchsbedingungen keinen Vorteil. Eine Ursache für die ausbleibenden Effekte auf die Gewichtsentwicklung der Ferkel könnte in den geringen Trockensubstanzgehalten der angerührten Milch liegen, die nach Herstellerangaben vorgenommen wurden.
Positive Effekte waren allerdings in Bezug auf die Ferkelverluste zu verzeichnen, die in den Gruppen 3 und 4 halbiert werden konnten. Da die Milchaufnahme in der Gruppe 3 in der ersten Lebenswoche, in der 88 % der Verluste auftraten, sehr gering war, wird ein Effekt des Boosters vermutet. Gesicherte Aussagen sind aufgrund des begrenzten Stichprobenumfangs nicht möglich. Weiterführende Untersuchungen werden hierzu Informationen liefern.
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Einfluss hoher Laktationsleistungen auf die Fruchtbarkeit von Milchkühen

Projektleitung
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung
Paul Schulze Bernd
Kooperationspartner
Joachim Braunleder, LKV NRW
Projektzeitraum
2010

Ziel der vorliegenden Studie war eine Überprüfung der in der Literatur beschriebenen und in Diskussionen häufig postulierten Antagonismen zwischen hoher Milchleistung und Fruchtbarkeit. An aktuellen Daten des Landeskontrollverbandes Nordrhein-Westfalen von 65.000 Kühen aus den Jahren 2008 und 2009 wurde mittels Regressionsanalyse der Effekt der Erstlaktationsleistung auf ausgewählte Fruchtbarkeitsparameter untersucht. Um Managementeffekte zu reduzieren, wurden die Betriebe, denen die Kühe entstammten, entsprechend ihrer durchschnittlichen Jahresleistung in Betriebsleistungsklassen (BLK) eingeordnet (1 = geringes; 5 = hohes Leistungsniveau). Neben den Einzeltieren wurden die Fruchtbarkeitsparameter mittels Varianzanalyse auch zwischen den Betriebsleistungsklassen verglichen.
Ein Vergleich der Tiere innerhalb der BLK lies zwar einen signifikanten Einfluss der Erstlaktationsleistung auf die Parameter Zwischenkalbezeit, Rastzeit, Nutzungsdauer, Lebensleistung und Lebenseffektivität erkennen; dieser war jedoch mit Bestimmtheitsmaßen von < 0,05 sehr gering. Lediglich in Bezug auf die Lebenseffektivität war ein etwas höherer Einfluss von B=0,09 bzw. in der BLK 1 von B=0,20 festzustellen. Mit steigender Erstlaktationsleistung steigt die Lebenseffektivität. Offensichtlich ist jedoch der genetische Einfluss der Milchleistung auf die Fruchtbarkeit nicht ausgeprägt.
Interessante Aspekte zeigten sich beim Vergleich der Fruchtbarkeitsparameter zwischen den Betriebsleistungsklassen. Mit steigender Betriebsleistungsklasse erhöhte sich die durchschnittliche Erstlaktationsleistung. Dies führte jedoch nicht zu einer Verschlechterung der Fruchtbarkeit. Im Gegenteil: die Zwischenkalbezeit verringerte sich mit steigender Betriebsleistungsklasse um insgesamt 28 Tage (p<0,05) und damit um mehr als einen Zyklus. Dies ist möglicherweise auf eine bessere Brunsterkennung zurück zu führen, denn die Zeit zwischen Kalbung und erster Besamung verkürzt sich von 131 Tagen auf 99 Tage. Beide Parameter, sowohl Zwischenkalbezeit als auch Rastzeit liegen für die ersten vier Betriebsleistungsklassen jenseits der in der Tierzüchtung angestrebten Ziele von max. 100 bzw. 410 Tagen. Lediglich in Herden mit mehr als 9.500 kg Jahresleistung wurden die Fruchtbarkeitsziele erreicht. In diesen Herden ist auch die Abgangsrate aufgrund von Unfruchtbarkeit am geringsten. Und diese Fruchtbarkeitsleistung geht einher mit einer um 66 % höheren Lebensleistung bzw. um 56 % höheren Lebenseffektivität.

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Monitoring von Mineralstoffgehalten in Gras- und Maissilagen in ausgewählten Regionen Nordrhein-Westfalens und Ermittlung des notwendigen Ergänzungsbedarfs für Milchviehrationen

Projektleitung:
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag
Dr. M. Pries, A. Menke, LKNRW – Münster
Projektbearbeitung:
Stud. ing. M. Dahmen

Projektzeitraum:
2008 - 2009

In Gras- und Maissilagen soll der Gehalt an Mengen und Spurenelementen analysiert und Einflussfaktoren auf den Spurenelementgehalt im Grobfutter ermittelt werden. Anschließend wird der notwendige Gehalt an Spurenelementen im Mineralfutter für typische Milchviehrationen abgeleitet. Es werden etwa 80 Grassilagen der Ernte 2008 sowie 30 Maissilagen der Ernte 2007 bzw. 2008 aus verschiedenen Regionen NRWs beprobt. Folgende Analysen werden durchgeführt: Rohnährstoffgehalte und Energieschätzung, Mengenelemente: Ca, P, Na, K, Mg, Cl, S, Spurenelemente: Fe, Cu, Zn, Se, Mn.

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Korngrößenverteilung in mehlförmigen Futtermitteln: Situation in der Praxis und Effekte auf Futterentmischung sowie Salmonellenstatus bei Mastschweinen

Projektleitung:
Dr. G. Stalljohann, LK NRW - Münster
Prof. Dr. Mechthild Freitag
F. Korte , EXTRA-VIT GmbH- Möhnesee-Delecke
Projektbearbeitung:
Dr. Julia Pfeiffer
Stud. ing. D. Döhne
Projektzeitraum:
2008 - 2009

Insgesamt wurden 228 Futterproben aus 48 landwirtschaftlichen Betrieben analysiert und mittels eines Fragebogens Erhebungen zum Salmonellenstatus der Betriebe durchgeführt. Die Betriebe waren über ganz Deutschland verteilt. Die Futtermittel umfassten Ferkel-, Sauen- und Mastfutter, und von jedem Futtermittel wurde eine Probe aus dem Mischer und eine aus dem Trog gewonnen. Folgende Siebparameter wurden verwandt: Siebmaschine AS 200 control (Fa. Retsch), Satzsiebung mit Maschenweiten von 2mm, 1mm, 0,5mm und 0,25mm, 9 Minuten Siebdauer, Amplitude 1, Dauerbetrieb. Die Untersuchung der Praxisproben ergab, dass – unabhängig von der Futterart – im Durchschnitt 30 % der Futterpartikel kleiner als 0,5 mm waren und damit nach bisherigem Kenntnisstand nicht von einer Gefahr des Auftretens von Schleimhautläsionen auszugehen ist. Weitere Auswertungen folgen.

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Entwicklung einer Methode zur Bestimmung der Korngrößenverteilung in mehlförmigen Futtermitteln

Projektleitung:
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung:
Dr. Julia Pfeiffer
Stud. ing. D. Döhne
Projektzeitraum:
2008 - 2009

In der Schweinehaltung wird für das Auftreten von Magengeschwüren unter anderem ein Einfluss der Fütterung und der Futterkonfektionierung diskutiert. Mehrere Autoren haben einen hohen Anteil sehr feiner Futterpartikel als Ursache für Läsionen der Magenschleimhaut erkannt. Da eine Standardmethode zur Partikelfraktionierung nicht existierte und damit Versuchsergebnisse unterschiedlicher Arbeitsgruppen nicht vergleichbar waren, wurde ein Verfahren zur Ermittlung der Korngrößenverteilung mittels Trockensiebung (Retsch Laborsiebmaschine Typ AS 200 control, Retsch DIN-Analysesiebe mit Maschenweiten von 2, 1, 0,5, und 0,25 mm) erarbeitet und dieses mit dem in der Praxis häufig verwendeten Siebkasten (Vertrieb: Firma Schaumann) verglichen. Die beste Partikelgrößenfraktionierung wurde mit einer 7minütigen Siebdauer bei Amplitude 1,5 erreicht. Dabei zeigte sich kein Unterschied zwischen Dauer- und Intervallbetrieb der Siebmaschine. Mittels Siebkasten konnten für die Praxis akzeptable Ergebnisse (85 bzw. 90 % Aussiebung der Fraktion < 0,25mm) erzielt werden, wenn mit der Hälfte der empfohlenen Futtermenge für mindestens 5 Minuten, besser 7 Minuten gesiebt wurde. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um mit Hilfe des standardisierten Siebverfahrens Grenzwerte für Futterpartikelgrößen festzulegen.

Freitag M., Döhne D, Pfeiffer J., 2009: Praxiserhebung zur Korngrößenverteilung in mehlförmigen Futtermitteln. Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung, 01./02.04., Fulda

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Abgangsursachen der Zuchtsauen - Steuerungselement zur Verbesserung des Herdenmanagements

Abschlussbericht

Betreuung:
Prof. Dr. Margit Wittmann
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Ansprechpartnerinnen:
Prof. Dr. Margit Wittmann
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Förderung:
Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Mitarbeiterin:
Dipl.-Biol. Annelie Reißner
Projektzeitraum:
01.06.2007 - 31.05.2008

Der Abschlußbericht zum Forschungsprojekt „Abgangsursachen von Zuchtsauen – Steuerungselement zur Verbesserung des Herdenmanagements“ ist vom MUNLV akzeptiert worden und damit stehen die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Unter fachlicher Leitung von Frau Prof. M. Wittmann und Frau Prof. M. Freitag wurden auf 46 nordrhein-westfälischen Schweine-Betrieben mit insgesamt ca. 10.000 Zuchtsauen die Abgangsgründe von fast 2.500 abgegangenen Sauen während eines Zeitraumes von durchschnittlich 8 Monaten erfaßt und ausgewertet.
Im Durchschnitt der Betriebe waren von den abgegangenen Sauen 92 % zur Schlachtung verkauft worden, 6 % der Sauen verendet, 2 % waren eingeschläfert worden. Jedoch wiesen die Betriebe im Extremfall bei den beiden letzten Punkten jeweils eine Spannweite von 0 bis 17 % auf.
Das Angebot, neben einem Hauptgrund noch weitere Abgangsgründe zu nennen, wurde bei über der Hälfte der Sauenabgänge genutzt. Am häufigsten mit 27 % wurde das „Alter“ als Hauptabgangsgrund genannt, gefolgt von „Fruchtbarkeit“ (25 %), „Leistung“ (16 %) und „Fundament“ (9 %). Sowohl die Kombination der Hauptgründe mit den Angaben zum 1. Nebengrund als auch die feinere Untergliederung der Hauptkomplexe in detailliertere Erfassungsmöglichkeiten bietet für den/die Betriebsleiter/in, Berater/in und Tierarzt/ärztin die Basis für genauere Analysen des Herdenmanagements.Die Umsetzung der auf dem Workshop formulierten Anforderungen zur Überarbeitung der Sauenplaner-Programme ist durch die Etablierung der Arbeitsgruppe „Systematisierung der Abgangsursachen bei der Zuchtsau“ begonnen worden und lässt eine baldige konkrete Nutzung der Erkenntnisse aus dem Projekt (Technologie-Transfer) erwarten (Prof. Dr. Wittmann, Prof. Dr. Freitag)

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Effekte einer Bestrahlung mit Mikrowellen auf die Funktionsfähigkeit kolostraler Immunglobuline

Projektleitung:
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Projektbearbeitung:
Dr. Julia Pfeiffer
Stud. Ing. Tobias Stucke
Projektzeitraum:
2007 - 2008

Aufgrund des fehlenden transplazentaren Immunglobulintransfers während der Fötalentwicklung sind Kälber zum Schutz vor Infektionserkrankungen auf die Aufnahme von kolostralen Antikörpern angewiesen. Steht Frischkolostrum zur Erstversorgung der Kälber nicht zur Verfügung, wird in der Praxis auf eine gefrorene Kolostrumreserve zurück gegriffen, die in der Regel vor der Vertränkung im Wasserbad aufgetaut und auf 37 bis 40°C erwärmt wird. Je nach eingefrorener Menge kann der Auftauvorgang bis zu 18 Stunden betragen. Zur Beschleunigung des Verfahrens kann der Auftauprozess auch mittels Mikrowellenbestrahlung erfolgen. Dieses Verfahren wird bisher nicht eingesetzt, da in der Praxis befürchtet wird, dass die Strahlung die Bindungsfähigkeit der Immunglobuline an Antigene schwächen könnte.58 Kälber wurden innerhalb der ersten 12-14 Lebensstunden mit drei mal zwei Litern eines in 0,5 l Portionen gefrorenen Poolkolostrums mit zuvor bestimmtem Immunglobulingehalt getränkt, das entweder im Wasserbad (40°C) oder in der Mikrowelle (250 Watt) aufgetaut und auf 37°C erwärmt worden war. Sechs Stunden nach der letzten Kolostrumgabe wurde der Serum Ig G Gehalt bestimmt. Zur Überprüfung des Gesundheitszustands wurden in den ersten zwei Lebenswochen die Gewichtsentwicklung sowie täglich Kotkonsistenz (Bonitur) und Atemfrequenz der Kälber ermittelt.
Durch beide Auftauverfahren waren die Gehalte an antigenbindungsfähigen Ig G im Kolostrum um 44 % reduziert. Die Serum Ig G Gehalte differierten nicht zwischen den Gruppen. Gleiches gilt für die Gewichtsentwicklung, die Kotkonsistenz und die Atemfrequenz. Damit ist nachgewiesen, dass gefrorenes Kolostrum auch mittels Mikrowellenbestrahlung (250 Watt) aufgetaut und auf 37°C erwärmt werden kann. Untersuchungen zu Effekten erhöhter Wattzahlen werden folgen.

Freitag M., Stucke .T, Pfeiffer J., 2009: Effekte unterschiedlicher Auftauverfahren auf die Funktionsfähigkeit von kolostralem Immunglobulin G (Ig G). Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung, 01./02.04., Fulda

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Untersuchungen zum Eutergesundheitsstatus von aus der Milchproduktion ausscheidenden Kühen

Betreuung:
Prof'in. Dr. Mechthild Freitag (Federführung)
Dip. Ing. A. Pelzer, LK NRW, Landwirtschaftszentrum Haus Düsse
Dipl. Ing. agr. H. van de Sand, LK NRW, Landwirtschaftszentrum Haus Riswick
Dr. M. Holsteg, LK NRW, Tiergesundheitsdienst, Bonn
Dipl. Ing. E. Albers, LK NRW, Eutergesundheitsdienst, Münster
Dr. W. Wolter, Regierungspräsidium Giessen
Dr. U. Exner, Boehringer Ingelheim
Dr. P. Zieger, Pfizer
Mitarbeiter:
Stud-Ing. M. Meimann, A. Brammen, FH-Südwestfalen, Soest
Projektzeitraum:
2005 - 2008

Über den Eutergesundheitsstatus, mit dem Kühe aus der Produktion ausscheiden, ist bisher wenig bekannt. Den selten verifizierten Angaben der Betriebsleiter zufolge wird ein Großteil der Milchkühe wegen Eutergesundheitsproblemen gemerzt. Bisher liegen nur wenige Untersuchungen vor, die einen Zusammenhang zwischen Zellzahlbefund, bakteriologischer Diagnose und Ausmaß, Ausprägung und Lokalisation der entzündlichen Veränderungen im Gewebe nachweisen. Um genauere Informationen zu den Zusammenhängen zwischen morphologischen Eutermerkmalen, Befunden der bakteriologischen Untersuchung aus Milchproben, der klinischen Untersuchung des Euters und pathologischer Veränderungen des Drüsengewebes feststellen zu können, wurden in 2005 und 2006 auf zwei Betrieben von 43 Kühen Milchproben und von 35 dieser Tiere Euter gewonnen und auf ihren bakteriologischen Status untersucht.

Die untersuchten morphologischen Merkmale des Euters (Euter-Boden-Abstand, Zitzenform und -länge, Zitzenabstand) hatten keine Einfluss auf das Mastitsgeschehen. Fazit: Die bakteriologische Beschaffenheit des Vorgemelks spiegelt die Situation im Eutergewebe nur begrenzt wieder, da nur ein geringer Anteil der im Gewebe lokalisierten Erreger mit der Milch ausgeschieden wird.
Freitag M., Meimann M, Brammen A., Wolter W., Pelzer A., Holsteg M., Dr., Albers E., van de Sand H., Exner U., Zieger P.; 2008: Eutergesundheitsstatus von gemerzten Milchkühen. VDLUFA Schriftenreihe (Kongressberichte) 64, ISBN 978-3-941273-05-4

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Hydrothermisch behandelte Lupinen in der ökologischen Milchviehfütterung - biologische und betriebswirtschaftliche Effekte

Leitung:
LK NRW, Dr. M. Pries,
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Kooperationspartner:
Firma Reudink
Finanzierung:
LK NRW und Firma Reudink
Projektlaufzeit:
2004

In der ökologischen Milchviehfütterung ist die ausreichende Versorgung mit nutzbarem Rohprotein aufgrund der begrenzten Einsetzbarkeit von Futtermitteln nur schwierig möglich. Heimische Körnerleguminosen haben aufgrund der schnellen Abbaurate im Pansen im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot nur geringe nXP Gehalte. Es wird angenommen, dass durch die hydrothermische Behandlung der Lupinen der Anteil UDP von 20 % auf 45 % und der nXP-Wert von 196 auf 254 g je kg steigen. Biologische und betriebswirtschaftliche Effekte sollen im Rahmen eines Fütterungsversuchs überprüft werden.

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Effekte der Nährstoffversorgung von Mastschweinen auf Basis präcaecal verdaulicher Aminosäuren auf Mastleistung und Schlachtkörperqualität

Leitung:
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Kooperation:
Degussa AG, Frankfurt
RCG, Münster
Finanzierung:
Degussa AG (2.320,- €)
Projektlaufzeit:
2004 – 2005

Zur Erhaltung ihrer Körpersubstanz und zur Erbringung von Leistungen sind Monogastrier auf die Zufuhr von Protein, bzw. von Aminosäuren angewiesen. Aktuell erfolgt die Berechnung der Bedarfsdeckung auf Basis der in den Futtermitteln enthaltenen Aminosäuren in nativer Form. Da die Verdaulichkeit der Aminosäuren jedoch zwischen Futtermitteln sowie innerhalb eines Futtermittels variiert, wird diskutiert, die präcaecale Verdaulichkeit der essentiellen Aminosäuren als Basis für die Konzeption von Futtermitteln heranzuziehen. Ziel ist die Verbesserung der tierischen Leistungen bei reduzierten Stickstoffemissionen. Die präcaecale Protein- und Aminosäureverdaulichkeit des in der Schweinemast überwiegend eingesetzten Proteinträgers Sojaextraktionsschrot ist mit 86 bis 90 % (Degussa 2004) als hoch anzusehen. Heimische Proteinträger wie Rapsprodukte oder Körnerleguminosen weisen jedoch eine deutlich geringere präcaecale Aminosäureverdaulichkeit auf. Darüber hinaus variiert die Verdaulichkeit zwischen einzelnen Aminosäuren. Daher soll in einem Fütterungsversuch überprüft werden, ob eine Versorgung von Mastschweinen auf Basis von präcaecal verdaulichen statt auf Basis von Bruttoaminosäuren bei ausreichender Energieversorgung zu einem höheren Proteinansatz führt.
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Effekte einer Dextrosezufuhr auf verschiedene Reproduktionsparameter bei Zuchtsauen

Leitung:
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Finanzierung:
deuka Deutsche Tiernahrung GmbH & Co. KG (1.200,- €)
Projektlaufzeit:
2003 - 2005

Die Anzahl abgesetzter Ferkel pro Sau und Jahr wird wesentlich durch die Ovulationsrate mit bestimmt. Voraussetzung für die Ovulation ist eine ausreichende hypophysäre LH Freisetzung, die durch den Insulinspiegel im Blut beeinflusst werde kann. Da sich dieser durch eine kohlenhydratreiche Ernährung erhöht, wird im Rahmen eines Fütterungsversuchs überprüft, ob eine regelmäßige Dextrosezufuhr die Rausche stimuliert und die Anzahl geborener Ferkel erhöht. Der Versuch wird auf vier kommerziellen landwirtschaftlichen Betrieben mit insgesamt 1000 Belegungen durchgeführt, um gesicherte Aussagen für die Praxis ableiten zu können.
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Auswirkungen reduzierter Spurenelementgehalte im Ferkelaufzuchtfutter auf Wachstum und Gesundheit von Ferkeln

Betreuerin:
Prof. Dr. Mechthild Freitag
Förderung:
Biochem / Lohne
Projektlaufzeit:
2003

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Einfluss stressreduzierter (konventioneller und ökologischer) Haltung auf den Gehalt an Immunglobulinen im Kolostrum von Hochleistungskühen

Betreuerin:
Prof’in. Dr. M. Freitag
Förderung:
MUNLV
Kooperation:
Landwirtschaftskammer Rheinland, Haus Riswick (Heiting)
Projektlaufzeit:
2001-2002
Mitarbeiter:
Dr. Alexandra Schlagheck

Die Immunglobuline (Ig) des ersten Laktationstages bilden einen wirksamen Infektionsschutz für das neugeborene Kalb. Dabei hängt der Umfang des Schutzes vor Atemwegserkrankungen in den ersten 6 Lebenswochen von der Menge an resorbierten Immunglobulinen ab, die maßgeblich von der Immunglo-bulinkonzentration im Kolostrum bestimmt wird.
Vorhergehende Studien haben gezeigt, dass in Hochleistungsherden der Immunglobulingehalt im Ko-lostrum nicht ausreicht, um eine optimale Versorgung der Kälber zu gewährleisten. Die trifft besonders für Kühe in der 2. Laktation zu. Ein erhöhter Stress aufgrund der gleichzeitigen Belastung mit Milch-produktion und Wachstum ist möglicherweise die Ursache. Daher stellt sich die Frage, ob in einer stressärmeren Umgebung wie sie in der ökologischen Rinderhaltung angestrebt wird, eine verbesserte Immunitätslage erreicht werden kann.
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Antiinfektivaeinträge aus der Tierproduktion in terrestrische und aquatische Kompartimente

Leitung:
Prof. Dr. M. Freitag
Prof. Dr. M. Grote, Universität Paderborn, Department Chemie,
Kooperation:
FAL Braunschweig-Völkenrode, Institut für Tierernährung
Finanzierung:
MUNLV (4.806 € in 2004 für den FB Agrarwirtschaft)
Projektlaufzeit:
2000 – 2004

Zusammenfassung der Ergebnisse: pdf

Seit Beginn der industriellen Produktion von Antibiotika vor ca. 60 Jahren sind diese in zunehmendem Maße in der Human- und Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Infektionserkrankungen eingesetzt worden. Es ist jedoch seit langem bekannt, dass geringe Antibiotikakonzentrationen, wie sie zum Beispiel nach einer antibiotischen Behandlung von Menschen und Tieren ausgeschieden werden, zu bakteriellen Resistenzen führen können. Um mehr Informationen über den Verbleib von antibiotischen Rückständen aus der Schweineproduktion zu bekommen, wurden 6 Schweine definiert oral mit Sulfadiazin (SD), Trimethoprim (TMP) und Chlortetracyclin (CTC) in zwei Medikationsphasen über einen Zeitraum von 2 mal 10 Tagen behandelt. Die Gülle wurde nach Medikationsperiode getrennt für 7 bzw. 8 Monate gelagert, in Intervallen beprobt und zur Düngung auf Feldsalat und Winterweizen ausgebracht.TMP wurde nur zu Beginn der Lagerung in geringen Konzentrationen nachgewiesen. Die zunächst hohen CTC-Gehalte in der Gülle waren bis zum Ende der Lagerung zu 60 bzw. 65% abgebaut. Neben CTC wurden antibiotisch aktiven und nicht aktive Ab- und Umbauprodukte nachgewiesen. Während zunächst höhere Konzentrationen der aktiven Substanzen gemessen wurden, überwogen zum Ende der Lagerung die antibiotisch nicht aktiven. Die SD-Konzentration erhöhte sich noch im Verlauf der Lagerung, während die Konzentration des Metabolits N4-Acetyl-SD nach zwei Monaten abnahm. Offensichtlich findet während der Güllelagerung nur ein begrenzter Abbau antibiotischer Rückstände statt. Untersuchungen von Boden- und Pflanzenproben der gedüngten Parzellen werden im Jahr 2004 abgeschlossen.
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Kritische Betrachtung von Leistungsförderern in der Tierernährung

Betreuer:
Prof. Dr. M. Freitag
Prof. Dr. H.-U. Hensche
Prof. Dr. H. Schulte-Sienbeck
Förderung:
MURL
Projektzeitraum:
1997
Mitarbeiterin:
Dr. B. Reichelt

Der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer wird von großen Teilen der Bevölkerung zunehmend kri-tisch beurteilt, da negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch Rückstände in tieri-schen Nahrungsmitteln bzw. Resistenzbildung gegen humanpathogene Mikroorganismen befürchtet werden. Von Seiten der Tierhalter und einiger Wissenschaftler wird er aber nachhaltig befürwortet, da sie die tierischen Wachstumsleistungen fördern, durch Verbesserung der Futterverwertung die Nähr-stoffausscheidungen reduzieren und den Gesundheitsstatus der Tiere verbessern. In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von Substanzen und Mikroorganismen entwickelt und getestet worden, die ähnliche Effekte aufweisen, aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu einer Resistenzbildung führen (Probio-tika, organische Säuren, Enzyme). Im Rahmen einer Literaturstudie wird überprüft, inwieweit alternati-ve Leistungsförderer die konventionellen ersetzen können, bzw. mit welchen Auswirkungen auf Tier-produktion und Umwelt bei einem generellen Verbot antibiotischer Leistungsförderer zu rechnen ist.

Der Abschlussbericht liegt vor. Forschungsberichte des Fachbereichs Agrarwirtschaft Nr. 8
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Untersuchungen zur Reduzierung der Saugferkelverluste

Betreuerin:
Prof. Dr. M. Freitag
Mitarbeiter:
H.W. Tölkes
Kooperation:
Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Haus Düsse (Prof. Dr. Hoppenbrock)
Projektzeitraum:
1996 - 1997

Bundesweit liegen die Saugferkelverluste bei ca. 16-17% und damit um 3-5% höher als in europäischen Nachbarländern. Es wurde untersucht, ob durch frühzeitige Fütterung einer Ferkelmilch bzw. einer Fer-kelmilch mit Zusatz von spezifischen Antikörpern gegen procines Rotavirus und E. coli Bakterien der Serovare K88, K99, 987P (Globigen 66S#, LAH) die Vitalität der Ferkel gesteigert und so die Verlust-rate gesenkt werden kann.
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Verdaulichkeit von Silomais in Abhängigkeit von Sorte und Fusariumbefall sowie Auswirkungen von Fusariumbefall auf die Pansenphysiologie

Betreuer:
Prof. Dr. M. Freitag
Prof. Dr. N. Lütke Entrup
Förderung:
Kleinwanzlebener Saatzucht, Einbeck
Koopration:
Universität Göttingen, Institut für Pflanzenpathologie (Prof. Dr. Wolf)
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig-Völkenrode, Institut für Grünland (Dr. Oldenburg)
Projektzeitraum:
1995-1998
Mitarbeiterin:
Dipl. Ing. agr. A. Schlagheck (Promotion 2001)

Der Energiegehalt von Silomais wird neben dem Stärkegehalt des Kolbens maßgeblich durch die Ver-daulichkeit der Restpflanze bestimmt. In der Praxis werden allerdings hochverdauliche Sorten mit einer Anfälligkeit für Pilzbefall der Gattung Fusarium in Verbindung gebracht. Im Rahmen einer vierjährigen Untersuchung wird ein diesbezüglicher Zusammenhang in Abhängigkeit von Standort und Anbaujahr geprüft. Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit Fusariumpilze bzw. deren Toxine die Pansenphy-siologie nachhaltig beeinträchtigen.

Der Abschlussbericht liegt vor. Dissertation Schlagheck.
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Untersuchungen zur Immunglobulinkonzentration im Kuhkolostrum in Abhängigkeit von der Milchleistung

Betreuer:
Prof. Dr. M. Freitag
Mitarbeiter:
B. Vriesen
Kooperation:
Universität Göttingen, Tierärztliches Institut (Prof. Dr. Schmidt)
Landwirtschaftskammer NRW, Haus Riswick (Heiting)
Landwirtschaftskammer NRW, Haus Düsse (Müsch)
Projektzeitraum:
1995 bis 1997

Die Immunglobuline (Ig) des ersten Laktationstages bilden einen wirksamen Infektionsschutz für das neugeborene Kalb. Dabei hängt der Umfang des Schutzes vor Atemwegserkrankungen in den ersten 6 Lebenswochen von der Menge an resorbierten Immunglobulinen ab, die maßgeblich von der Immunglo-bulinkonzentration im Kolostrum bestimmt wird. Da trotz verbesserter Haltungsbedingungen und ver-bessertem Management die Mortalitätsrate der Kälber unverändert bei ca. 10-15% liegt, stellt sich die Frage, ob durch die züchterisch bedingte Steigerung der Milchmengenleistung ein Verdünnungseffekt eingetreten ist.
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