Der Dekan im Interview

Prof. Dr.-Ing. Peter Thiemann ist Dekan des Soester Fachbereichs Elektrische Energietechnik. Im Interview erzählt er uns über seinen Fachbereich, darüber, wie er seine Aufgabe als Dekan sieht und warum ihm die Professorentätigkeit so viel Spaß macht.

Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?

Ich bin seit dem Sommersemester 1998 an der Hochschule in Soest.

Welche Fächer / Gebiete unterrichten Sie als Professor?

Ich unterrichte mehrere Module in unseren Studiengängen Elektrotechnik (Bachelor) und Systems Engineering and Engineering Management (Master). Schwerpunkte meiner Lehrtätigkeit sind die Gebiete Elektrische Maschinen, Antriebssysteme und Leistungselektronik mit allem drum und dran. Dazu haben wir ein großes Labor, in dem auch Forschungs- und Industrieprojekte und interessante Abschlussarbeiten durchgeführt werden. Außerdem habe ich mehrere Promotionsverfahren betreut.

Was gefällt Ihnen an der Fachhochschule Südwestfalen?

Obwohl die Fachhochschule Südwestfalen mit ihren 5 Standorten eine Flächenhochschule mit einem großen Einzugsgebiet ist, haben alle Standorte ihr eigenständiges Profil. In den letzten Jahren haben wir die zunehmende Dynamik in der Hochschullandschaft als Chance gesehen und eine Vielzahl neuer Studiengänge und Lernkonzepte entwickelt. Gleichzeitig haben wir die Strukturen innerhalb der Hochschule so gestaltet, dass sie für Forschung und Lehre ein optimales Umfeld bieten.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Fachbereich

Zunächst einmal die gute Ausstattung und die grundständigen klassischen Ingenieurstudiengänge mit solider Grundlagenausbildung. Eine Besonderheit unseres Fachbereichs ist die Internationalität. Mittlerweile sind drei unserer fünf Studiengänge englischsprachig mit Studierenden internationaler Herkunft. Neben dem Technikschwerpunkt haben wir in den letzten Jahren neue Felder im Bereich Business Administration, Informationssysteme und internationalem Management erschlossen und ausgebaut.

Was gefällt Ihnen am Standort Soest?

Der Soester Campus hat mit seiner interessanten Mischung aus alt und neu einen besonderen Charme und bietet eine hervorragende Lern- und Arbeitsatmosphäre für Studierende und Mitarbeiter. Die räumliche Nähe der drei Fachbereiche und die Ansiedlung eines Fraunhofer-Anwendungszentrums sind außerdem große Vorteile unseres Standortes, weil sie eine Vielzahl von Kooperationen zwischen den Fachbereichen ermöglichen. Besonders hervorzuheben ist die gute Vernetzung mit den Unternehmen in der Umgebung, da sind einige Hidden Champions und Firmen mit Weltruf dabei. Viele Abschlussarbeiten werden in Kooperation mit Unternehmen durchgeführt und unsere Absolventen haben viele Möglichkeiten, hochkarätige Arbeitsplätze in der Region zu finden.

Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?

Meine Aufgabe als Dekan sehe ich zunächst einmal darin, den Fachbereich im Interesse aller Angehörigen im Team stabil zu führen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört insbesondere die Lehre auf hohem praxisbezogenem Niveau, wobei dies angesichts der deutlich nachlassenden Qualifikation der Studienanfänger eine immer mehr herausfordernde Aufgabe ist. Eine wesentliche Aufgabe des Dekans ist die eines Moderators, der einen Ausgleich schaffen muss zwischen den verschiedenen Interessen im Fachbereich. Dazu gehört für die Studierenden ein optimales Umfeld für ihr Studium mit guter Betreuung, für die Mitarbeiter und Wissenschaftler gute Arbeitsplatzausstattung und Freiraum für die Forschung und Entwicklung. Darüberhinaus müssen wir unser Studienangebot ständig an sich verändernde Randbedingungen anpassen und damit den Fachbereich zukunftsfest machen.

Welche Tipps können Sie Studierenden Ihres Fachbereiches für den Einstieg ins Berufsleben geben?

Die Lage unserer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt kann man immer noch als hervorragend beschreiben. Deutschland ist ein Technologieland und hat einen großen Bedarf an gut ausgebildeten Absolventen. Diese sollten eine Firma auch danach aussuchen, ob sie sich dort weiterentwickeln können und auch nach einigen Jahren noch attraktiv auf dem Arbeitsmarkt sind, denn man wird heutzutage selten sein Berufsleben bei nur einem Arbeitgeber verbringen. Machen Sie möglichst das, was Sie gut können und was Ihnen Spaß macht, bleiben Sie neugierig und lernbereit.

Welche Tipps können Sie Studenten für das Studium an der Fachhochschule SWF geben?

Die Fachhochschule Südwestfalen besteht aus relativ kleinen Lehreinheiten. Dies ist ein wesentlicher Vorteil für unsere Studierenden, denn dies erleichtert persönliche Kontakte zwischen Studierenden und Lehrenden. Probleme werden durch Liegenlassen nur größer, daher kann ich nur raten, bei Fragen und Problemen schnell das persönliche Gespräch zu suchen, seien es fachliche Fragen an die Lehrenden oder persönliche Fragen, bei denen die an allen Standorten installierten Studierendencoaches helfen können. Suchen Sie sich gute Mitstudierende, lernen Sie im Team, prüfen Sie sich gegenseitig, engagieren Sie sich in der Fachschaft oder anderen studentischen Initiativen.

Wie sind Sie Professor geworden?

Ich war schon als Kind technikbegeistert, als Jugendlicher Elektronikbastler und wusste schon früh, dass ich Elektroingenieur werden wollte. Ich habe dann an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert, danach viele Jahre in einem Fraunhofer-Institut gearbeitet und von dort aus in der Antriebs- und Automatisierungstechnik promoviert. Während dieser Zeit habe ich viele Studien- und Diplomarbeiten in Kooperation mit der benachbarten Technischen Universität und der Fachhochschule betreut, was mir viel Spaß gemacht hat. Anschließend war ich in einem großen Industrieunternehmen in der zentralen Entwicklung tätig. Mittelfristig wäre ich dort zunehmend mit technikfernen Aufgaben betraut worden und als sich die Möglichkeit bot, in der Nähe meines Wohnortes die Professur zu übernehmen, habe ich nicht lange überlegt.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Es macht Spaß, junge Leute für die Technik zu begeistern und dazu beizutragen, dass sie die Hochschule mit einem soliden Ingenieurswissen verlassen, das sie befähigt, anspruchsvolle Tätigkeiten auszuüben. Durch die enge Vernetzung mit der Industrie kann man immer wieder neueste Entwicklungen in die Ausbildung einfließen lassen und den Studierenden interessante Abschlussarbeiten bieten. Zu vielen unserer Ehemaligen haben wir Kontakt und es ist immer wieder schön zu sehen, welche Entwicklung sie in ihrem Leben machen und das Gefühl zu haben, daran etwas mitgewirkt zu haben.

Prof. Dr.-Ing. Peter Thiemann
FH SWF Soest

Prof. Dr.-Ing. Peter Thiemann