Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?
In Soest an der FH bin ich seit 20 Jahren, genau genommen 20 Jahre und 9 Monate.
Welche Fächer unterrichten Sie als Professor?
Betriebswirtschaftslehre, Projektmanagement, Management in Kleinen und Mittelständischen Unternehmen, Arbeitswissenschaft
Was gefällt Ihnen an der Fachhochschule Südwestfalen?
Die Fachhochschule Südwestfalen ist in der Region flächendeckend präsent. Das ist sehr gut und das ist eine unserer Stärken, die wir nutzen und weiter ausbauen müssen. Dazu kommt unser Praxisbezug sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Lehre. Wir kennen die Region, wir kennen die Anforderungen und Probleme. D.h. wir können maßgeschneiderte Leistungen und Problemlösungen für die Wirtschaft und die Region erbringen. In Soest sind wir da schon sehr weit.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Fachbereich?
Die Entwicklung, die unser Fachbereich gemacht hat, finde ich ganz toll. Er hat die Entwicklung vom klassischen, reinen Maschinenbau-Fachbereich zum modernen Maschinenbau erfolgreich absolviert und bleibt weiter am Ball. In einer ersten Entwicklungsstufe haben wir zunächst Betriebswirtschaft und den Bereich Logistik mit in unser Angebot aufgenommen. Damit haben wir auf Anforderungen und das Feed-Back der Unternehmen und Institutionen in unsrer Region reagiert, v.a. der Unternehmen, denn sie sind schließlich die Abnehmer unserer Studierenden.
Wir haben schon vor Jahren mit einigen Unternehmen aus der Region das sog. Soester Modell entwickelt, bei dem die Unternehmen einige Studierende finanziell unterstützen, die Studierenden andererseits in der vorlesungsfreien Zeit in den Unternehmen sind und an Ingenieurtätigkeiten herangeführt werden . Es gibt einen Arbeitskreis mit den Unternehmen in dem ein ständiger Erfahrungsaustausch stattfindet. Das berücksichtigen wir natürlich in unseren Lehrinhalten.
Die Anforderungen, die die Wirtschaft an uns und unsere Studierenden, bzw. Absolventen stellt, wachsen stetig, vor allem auch im Projektmanagementbereich. Mit unserem Studiengang Design- und Projektmanagement, der übrigens bundesweit ein Unikat ist, haben wir auf diese Entwicklung reagiert. Mit dem neuen Studiengang Technische Redaktion und Projektmanagement wollen wir dem Bedarf nach Projektmanagement und Dokumentation in den Unternehmen weiter entgegenkommen.
Das wichtigste Qualitätskriterium ist doch immer die Frage: wie kommen unsere Absolventen am Markt unter? Unsere Absolventen sind generell hervorragend am Markt eingeschlagen, nicht nur in der Region sondern deutschlandweit.
Ein weiteres Highlight ist unser Integriertes Studium mit REFA-Abschluss. Integriert in das Hochschulstudium können unsere Studierenden bei uns parallel den Abschluss als REFA-Ingenieur erwerben. Ein Teil der Lehrinhalte der Ausbildung zum REFA-Ingenieur wird dabei bereits in den betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fächern der Hochschule vermittelt. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.
Nicht zu vergessen: Bei uns am Fachbereich fliegen aber auch noch Späne! Neben modernster Rechnerausstattung für CAD und Simulation verfügen wir über sehr attraktive Labore z.B. für Anlagen- und Fertigungstechnik, Mechatronik, Werkstofftechnik, in denen die Studierenden am realen Objekt die erworbenen Kenntnisse begreifen und vertiefen können.
Was gefällt Ihnen am Standort Soest?
Ich finde es klasse hier. Wir haben einen tollen Campus. Überhaupt ist es sehr schön, dass wir eine Campus-Hochschule sind mit kurzen Wegen. Oder zum Beispiel unsere Mensa, die mehr oder weniger der Mittelpunkt unseres Campus ist: Hier trifft man sich, man kennt sich. Die Nähe zu den Studierenden gefällt mir außerordentlich gut. Und nicht zu vergessen: wir feiern miteinander. Das finde ich ganz wichtig. Es fördert die Atmosphäre und die Stimmung beim Lernen und Arbeiten. Das ist für alle gut.
Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?
Ich möchte den Fachbereich in seiner Entwicklung weiterbringen, also gemeinsam mit einem tollen Team den Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik ausbauen. Dafür sorgen, dass unsere Studenten eine fachlich fundierte und hervorragende Ausbildung bekommen. Besonders wichtig finde ich es, die spannenden Forschungsarbeiten voran zu bringen und auch die kommunikative Komponente in der Ingenieurausbildung auszubauen. Dass unsere Studierenden und Absolventen lernen, andere Sprachen zu sprechen und zu verstehen, aber auch die Sprache anderer Fachdisziplinen, wie z.B. die des Kaufmanns.
Welche Tipps können Sie Studierenden Ihres Fachbereiches für den Einstieg ins Berufsleben geben?
Sie sollen die Möglichkeiten nutzen, die wir Ihnen mit der Vernetzung von Fachhochschule und Unternehmen bieten. Ca.90% unserer Abschlussarbeiten werden in Verbindung mit Unternehmen der Region aber auch überregional geleistet. Unsere Absolventen verbringen für Ihre Abschlussarbeit mindestens ein halbes Jahr in dem jeweiligen Unternehmen. Das sind Topmöglichkeiten, in die Branche und den Berufsalltag reinzuschauen. Da Unternehmen und Absolventen sich über einen längeren Zeitraum gut kennen gelernt hat, resultiert daraus oft ein Jobangebot. Eine bessere Möglichkeit des Personalrecruiting gibt es wohl kaum für die Unternehmen und sie wissen, dass sie von uns gute Leute bekommen.
Die Vernetzung mit den mittelständischen Unternehmen unserer Region ist eine einmalige Chance für unsere Absolventen, die sie nutzen sollten.
Welche Tipps können Sie Studenten für das Studium an der Fachhochschule SWF geben?
Sich hier bei uns voll einzubringen, weil sie hier sehr viel lernen und mitnehmen können. In andere Bereiche als ihre eigenen hineinschnuppern. Das können und sollen sie hier bei uns tun, z.B. in den verschiedenen Laboren und Forschungsschwerpunkten wie dem E-Car, einem komplett neuen Ansatz, ein Elektroauto zu bauen. Den Prototypen können sie sich bereits anschauen. Der Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik pflegt einen regen Austausch in Projekten und Lehre mit den Fachbereichen Agrarwirtschaft und Elektrische Energietechnik. Das sollten die Studierenden nutzen.
Wie sind Sie Professor geworden?
Ich war damals freiberuflich tätig und habe in Meschede ein Lehrauftrag übernommen. Während dieser Zeit wurde ich gefragt, ob ich mich nicht auf eine Professur bewerben wolle. Als in Soest eine Professur ausgeschrieben wurde, habe ich mich beworben und wurde genommen.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?
Mir macht es sehr viel Spaß, mit den jungen Leuten zusammen zu arbeiten. Man hat hier mit vielen interessanten Personen und Themen zu tun. Besonders schön ist es zu erleben, wie die Studierenden als junge Menschen zu uns kommen und später als gestandene Topmanager und erfolgreiche Ingenieure wieder vorbeischauen. Das ist eine tolle Erfahrung.









