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Kevin Arutyunyan
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19.01.2021

Iserlohner FH-Student entwickelt interaktive Webanwendung zur Visualisierung von Wahldaten

Offener Wahldatenstandard genutzt

Iserlohn. 2021 wird in Deutschland ein „Superwahljahr“. Neben der Bundestagswahl stehen in etlichen Ländern Landtags- und Kommunalwahlen an. Da kommt die Entwicklung des Iserlohner Informatikabsolventen Kevin Arutyunyan gerade richtig. In seiner Bachelorarbeit hat der Student der Fachhochschule Südwestfalen die erste Webanwendung entwickelt, die Wahlergebnisse mithilfe offener Wahldaten visualisiert und für jedermann transparent macht

Um Wahlergebnisse in Deutschland besser verfügbar zu machen, haben kommunale Rechenzentren, die Firma voteIT, verschiedene Städte und Kommunen sowie Vertreter*innen der Open Data-Community eine Initiative für offene Wahldaten ins Leben gerufen und einen Standard dafür definiert. Offene Wahldaten bergen ein riesiges Potential für Auswertungen und Analysen, die nicht nur für Politiker*innen, Wahlforscher*innen und Journalist*innen von Interesse sind, sondern für alle interessierten Bürger*innen. Der Wahldatenstandard sorgt dafür, dass Wahldaten wie Stimmen je Wahlvorschlag, die Struktur der Wahlbezirke oder Details zu den kandidierenden Personen in einer einheitlichen Struktur vorliegen und damit landes- und bundesweit vergleichbar und auswertbar sind.

“Die für eine mit Wahldaten arbeitende Anwendung benötigten Daten werden bislang nicht in einem einheitlichen Format bereitgestellt. Damit Daten in einer Anwendung wie der im Rahmen meiner Arbeit erstellten Web-Anwendung verwendet werden können, ist es wichtig, dass sie maschinenlesbar und vollständig vorliegen, sodass verschiedene Elemente, die über die reinen Stimmenanzahlen hinausgehen, verarbeitet werden können“, erklärt Kevin Arutyunyan.

In seiner Bachelorarbeit hat Kevin Arutyunyan den neuesten Wahldatenstandard für eine interaktive geographische Darstellung von Wahlergebnissen genutzt und u.a. auch auf vorhandene Wahldaten aus seiner Heimatstadt Hagen und für einen Wiesbadener Bürgerentscheid angewendet. Er gibt einen Überblick über die Gesamtsituation von Open Data und Wahldaten, verdeutlicht die Notwendigkeit eines offenen Wahldatenstandards und analysiert – im Rahmen der Entwicklung einer interaktiven Wahldatenvisualisierung –  den vorliegenden Standard mit all seinen Stärken und Schwächen.

Die im Rahmen der Bachelorarbeit entwickelte Web-Anwendung steht jedem öffentlich zur Verfügung. Kevin Arutyunyan hat sie unter die Mozilla Public License gestellt, die eine Weiternutzung und Veränderung erlaubt. (https://zenodo.org/record/4386794)

„Zu einer Demokratie gehört, dass die Ergebnisse von Wahlen öffentlich zugänglich sind. Das sind sie in Deutschland grundsätzlich auch, allerdings noch nicht in einheitlichem digitalen Format. Mit der vorliegenden Bachelorarbeit konnte gezeigt werden, dass der neue offene Standard für Wahldaten auch in der praktischen Anwendung funktioniert“, freut sich Prof. Dr. Christian Gawron, der die Arbeit im Studiengang Informatik betreut hat.