Zentrum für Gesundheitstechnologie und Ökonomie

Good Solution Practice

Systemisches Schulungs- und Beratungskonzept


Lösungsorientierte Qualitätsentwicklung oder Good Solution Practice ® ist ein Schulungs- und Beratungskonzept, das vom Institut Findergarten in Kooperation mit der Fachochschule Südwestfalen in den Jahren 2011 bis 2017 im Rahmen von Übungsfirmen entwickelt wurde. GMP-Schulungen nach diesem Konzept werden in unterschiedlichen Kontexten angeboten, beispielsweise im akkreditierten und berufsbegleitenden Masterstudiengang Life Science Engineering. Die entsprechenden Module sind unten im Studienverlaufsplan gelb markiert. Eine erfolgreiche Teilnahme an den GSP-relevanten Anteilen wird und durch das Institut Findergarten zertifiziert.

Good Solution Practice dient in Unternehmen insbesondere im international regulierten Umfeld zum Auf- und Umbau der Prozessorganisation (z.B. Qualitätsmanagement) und nutzt lösungsorientiertes Teamcoaching zur Einführung. Als systemisch-konstruktivistisches Konzept setzt es zunächst beim Begriff der Wirklichkeitskonstruktion (durch Differenzierung von normativen und sozialen Systemen) an und gibt ein methodisches Instrumentarium, welches es ermöglicht auch komplexe Sachverhalte angemessen im Team zu schulen und agil umzusetzen.

Studienverlaufsplan LSE


Nutzen im Betriebsalltag

Die Wirklichkeit des Arbeitsalltages wird geprägt durch komplizierte Ordnungen technologischer Anforderungen, durch das oft nicht weniger komplizierte soziale System der Mitarbeitenden und durch meist unterschiedliches Bewusstsein von der Organisationskomplexität. Diese drei Dimensionen bestimmen das Handeln in Organisationen und auch das wirtschaftliche Gelingen.

Daher vertieft Good Solution Practice ® die systemische Reflexion des Zusammenspiels von technischen und sozialen Aspekten in mittelständischen Unternehmen und anderen Organisationen. Dieses systemische Qualifizierungsprogramm basiert auf unserer Feldkompetenz in den Bereichen Unternehmensberatung, F & E und Bildung.

Das vierstufige Seminarprogramm zum/zur zertifizierten Qualitätsmanager/in GSP mit Seminartagen und IT-gestützten Selbstlernphasen dient zur praxisorientierten Weiterbildung und Qualifizierung für das industrielle Qualitätswesen.

Am Ende von jedem der Seminarblöcke wird der erfolgreiche Abschluss mit einem anerkannten Zertifikat der jeweiligen Qualifizierungsstufe bestätigt. Diese Zertifikate haben bereits zahlreichen Absolventen der Fachhochschule Südwestfalen Zugang zu unbefristeter Beschäftigung im Qualitätswesen verschafft - sowohl bei mittleren als auch bei höheren Qualifizierungsstufen.

Der besondere Profilanspruch des vorliegenden Weiterbildungsprogrammes besteht in der Dreierkombination

  • aus praxisnahen Sachthemen zum Projektmanagement und zu internationalen Qualitätsnormen auf Grundlage der DIN EN ISO 9001 und der Guten Herstellungspraxis (GMP) nach EudraLex Volume 4,
  • aus interaktiven Lernphasen in Kleingruppen, welche klassische Abteilungen einer Organisation abbilden (Übungsfirma), mit eLearning-Phasen und
  • aus systemischem Coaching nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. und der Systemischen Gesellschaft e.V.

Die persönliche Entwicklung und Reflexionen der eigenen Rolle im beruflichen Kontext sind also neben den fachtechnischen Inhalten auch Gegenstand der Weiterbildung. Damit ist dieses Angebot optimal angepasst an den Bedarf von Berufseinsteigern, Umeinsteigern und an die besonderen Herausforderungen einer nachhaltigen Karriereentwicklung.

Angebot durch Lerndienstleister

Die Weiterbildung zum/zur Qualitätsmanager/in GSP kann gut in das Angebot von professionellen Lerndienstleistern integriert werden, da die Erbringung der Lerndienstleistung in den einzelnen Seminarblöcken nach der DIN ISO 29990 gestaltet wurde. An der Fachhochschule Südwestfalen sind die Berücksichtigung des Bedarfs interessierter Parteien, die Festlegung von Lernzielen und Lerninhalten, die Lernprozesse und Lernmethoden sowie die Gestaltung des Curriculums mit akkreditiert worden. Das Weiterbringungsprogramm kann also mühelos auch in das Angebot zertifizierter Lerndienstleister integriert werden.

Profil und Ziele

Die konsekutiven Qualifikationsziele staffeln sich nach dem entsprechenden Qualifikationsniveau:

  • Einstiegslevel
    (z.B. im Bachelorstudiengang Bio- und Nanotechnologien die Vorlesungen zum Modul QM)
    Die „Basisschulung“ auf dem Einstiegslevel stellt den Teilnehmenden einschlägige Qualitätsnormen, ihre Schwerpunkte und wichtige Rahmenbedingungen der Umsetzung in der Praxis vor. Die Teilnehmenden verfügen nach erfolgreicher Absolvierung dieses Seminarblocks über ein Grundwissen wichtiger Qualitätsbegriffe und haben eine Vorstellung von dem zugrundeliegenden Systemgedanken. Sie kennen wichtige Qualitätsnormen nicht nur theoretisch, sie haben auch die grundlegende Bedeutung der individuellen Wahrnehmung und der Kommunikation im Team erlebt, die entscheidend sind für das Gelingen von betrieblichen Qualitätsbemühungen. Die Teilnehmenden sind in der Lage, sich im Betrieb unter Anleitung eine Orientierung über die Struktur des gelebten Qualitätssystems zu verschaffen.
  • Level I
    (z.B. im Masterverbundstudiengang LSE die Module L1 plus Q1
    oder im Bachelorstudiengang Bio- und Nanotechnologien das Modul QM)
    Der Seminarblock „Ressourcenmanager/in“ auf dem Qualifikationslevel I vermittelt den Teilnehmenden ein Verständnis, wie im Kontext einer Organisation die Herstellung bzw. die Dienstleistung durch Aufrechterhaltung und dokumentierten Einsatz von betrieblichen Ressourcen erfolgt. Dabei haben sie nach erfolgreichem Abschluss konkrete Vorstellungen über die Auswirkungen von den Umgebungsbedingungen und dem Zustand technischer Anlagen. Die Teilnehmenden haben ein erstes Verständnis der Bedeutung von Kommunikation, Risikomanagement und Verantwortlichkeiten und im regulierten Umfeld. Ihnen ist praktisch und theoretisch klar, dass Qualität nur im Team funktioniert. Sie kennen die wichtigsten Begriffe des Projektmanagements und sind in der Lage das dokumentierte Qualitätsmanagement qualifiziert durch die eigene Mitarbeit zu unterstützen.
  • Level II
    (z.B. im Masterverbundstudiengang LSE das Modul Q4 plus Teil 1 von I6)
    Der Seminarblock „Prozessmanager/in“ vermittelt den Teilnehmenden wichtige Kompetenzen, mit denen im Betriebsalltag ein Qualitätssystem lebendig gehalten werden kann. Sie kennen die Grundzüge der systemischen Wirklichkeitskonstruktion und verstehen die Wirkweisen von Dokumenten- und Aufzeichnungslenkung, Risikomanagement und Qualitätssicherung. Sie kennen die Bedeutung der betrieblichen Kommunikation auf Grundlage angemessener Mitarbeiterqualifikation und Technologieausstattung. Validierungs- und Qualifizierungsprozesse können sie planen und durchführen. Sie sind in der Lage, Produktionschargen oder Dienste zu prüfen und zu bewerten. Somit können sie im Betrieb Prozessverantwortung übernehmen.
  • Level III
    (z.B. im Masterverbundstudiengang LSE die Module Q5 plus I6)
    Der Seminarblock „Qualitätsmanager/in“ vermittelt den Teilnehmenden weitreichende Gestaltungskompetenzen. Sie können das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung anwenden, kennen die Aufgaben des Managements und können diesem durch Qualitätsmanagementbewertung und Qualitätsentwicklung zuarbeiten. Sie sind in der Lage Prozesse auf der Grundlage unterschiedlicher Normen zu harmonisieren und neue Bereiche von Qualitätssystemen aufzubauen. Sie können Masterdokumente an die betriebliche Praxis anpassen und Führungsaufgaben im Qualitätsmanagement übernehmen. Sie kennen branchenspezifische Besonderheiten von Qualitätssystemen und können diese in der betrieblichen Praxis aufrechterhalten beziehungsweise weiterentwickeln. Dabei haben sie sowohl die Qualitätskosten als auch die Motivation der Mitarbeitenden im Blick. Sie haben zudem agile Führungskompetenzen im regulierten Umfeld kennengelernt.