Kreatives aus dem Homelab

Omas Kochtopf und das Praktikum "Ur- und Umformen 1": Am Standort Iserlohn führt das Online-Semester zu kreativen Ideen.

Fertigungsverfahren zuhause ausprobieren

Im Studiengang Fertigungstechnik hatten die Studierenden für das Praktikum "Ur- und Umformen 1" die Aufgabe, ein Experiment zum Thema Fertigungsverfahren zuhause durchzuführen, zu filmen und einen Vortrag darüber zu halten.

Der Studiengangskoordinator für Fertigungstechnik, Prof. Dr. Michael Marré, ist überzeugt, dass Studierende auch im Homelabor wertvolle Erfahrungen sammeln:

"Gerade bei einem Experiment zuhause wird den Studierenden deutlich, welche Herausforderungen und Probleme bei den einzelnen Fertigungsverfahren auftreten können, wenn sie versuchen, das mit einfachsten Mitteln nachzubasteln. Man lernt aus den Fehlern. Denn alles, was schief gehen kann, geht erstmal schief."

Experimente mit Omas Kochtöpfen

In jetzigen Zeiten werden da schon mal Omas Kochtöpfe heimlich zweckentfremdet und durch Versuchsnachahmungen zerstört. In der Lerngruppe von Finn Binczyk, Daniel Jürck und Devin Gerdes ging es in den Experimenten zum Beispiel um das Gießen in eine Dauerform. Schon die Herstellung der Gießform brachte die ersten Probleme mit sich. Denn die zuvor erworbenen Bretter waren nicht ausreichend lang für die geplante Form und der Beton hatte nicht die richtige Konsistenz.

Über einige Tage hinweg musste an neuen Lösungen gearbeitet werden, um endlich zum eigentlichen Versuch zu kommen. Dazu wurde Zinn mittels Heißluftföhn in einem kurzerhand von Oma entwendeten Kochtopf erhitzt und endlich in die Form gegossen, um ein Werkstück zu erhalten. Finn Binczyk verrät: "Nach den vielen Anläufen war der Kochtopf leider hinüber. Aber wir denken, das war es wert. Was Oma darüber denkt, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Somit bleibt es erstmal unser Geheimnis."

Herausforderung Online-Semester

Das Studium im Homeoffice stellt den Lehrbetrieb vollkommen auf den Kopf. "Aber wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Onlinesemester trotz der neuen Umstände so gut wie möglich zu meistern", erklärt Finn Binczyk stellvertretend für seine Lerngruppe. "Nach einer gewissen Phase der Eingewöhnung war es jedoch sehr angenehm, sich eigenständig von zu Hause aus mit den jeweiligen Fächern auseinanderzusetzen. Als Lerngruppe erstellten wir uns einen eigenen Stundenplan, um alle Fächer im Überblick zu behalten. Mittlerweile können wir einem Studium ohne Präsenzveranstaltungen viel mehr abgewinnen als noch zu Beginn. Jedoch wären wir nicht traurig, wenn alles wieder einen geregelten Ablauf finden würde, besonders im Bezug auf Praktika."