Gründergarage to go

Geschäftsidee: Mescheder Team im Projekt streamUP entwickelt mobile Coworking-Spaces

Kleine Räume, große Ideen

Man braucht nicht viel Raum zur Gründung eines Unternehmens, das haben schon die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak bewiesen. Ihren ersten Computer sollen die beiden in einer Garage zusammengelötet haben - zwei kreative Köpfe zusammen auf ein paar Quadratmetern. Einen ähnlichen Gedanken verfolgen Anna Kocherova und Daniel Meyer im Projekt streamUp. Mit mobilen Coworking-Spaces wollen sie Gründer*innen in der Region zusammenbringen, wenn nötig auf kleinstem Raum.

Projekt zur Förderung innovativer Geschäftsideen

streamUP ist ein Kooperationsprojekt der Technischen Universität Dortmund, der Stadtwerke Menden, der Wirtschaftsförderung Arnsberg und der Fachhochschule Südwestfalen. Ziel ist die Entwicklung und Förderung zukunftsweisender Geschäftsmodelle aus dem Bereich der Mobilität für Dortmund und Südwestfalen. „Im Projekt suchen wir nach Gründerteams mit innovativen Geschäftsideen und bringen sie in realen und virtuellen Räumen zusammen“, erklärt der Wirtschaftsingenieur Daniel Meyer. Real soll der vom Projektteam der Fachhochschule Südwestfalen entwickelte mobile Coworking Space sein: ein 210 Zentimeter hohes Möbel, das sich in einem Kastenwagen an jeden Ort bringen lässt. Der Prototyp steht in einer Tischlerei: in wertigem Design mit Aluminium-Optik, mit integriertem Monitor. Drei solche Möbel ergeben einen modular aufgebauten Coworking-Space für ein Gründerteam auf rund 40 Quadratmetern – eine Gründergarage to go. Benötigt wird lediglich ein Raum mit ebenem Fußboden und möglichst einem guten Internetanschluss.

An Gründer*innen und Ideen mangelt es nicht

Geeignete Gründer*innen gibt es auch schon. Acht Gründerteams haben sich Ende 2019 in der ersten Projektphase für eine Unterstützung beworben. „Das Spektrum reicht von einer 16jährigen Schülerin, über Studierende bis hin zu Ingenieuren“, erzählt Anna Kocherova. Die Gründungsideen drehen sich um Parknavigation in Städten, Fahrradsicherung ohne eigenes Schloss, Sicherheit von Fußwegen, Digitalisierungsberatung für Kommunen, barrierefreie Wege für behinderte Menschen oder Sharing von privaten Ladestationen für Elektroautos. „Es gibt so viele innovative Ideen rund um das Thema Mobilität“, meint Kocherova, die aus der Ukraine stammt und in Meschede Wirtschaft studiert hat. Aktuell promoviert sie zum Thema Entrepreneurship und freut sich, dass sie am Aufbau von Gründungsnetzwerken mitwirkt.

Coworking in cooler Umgebung

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch zwischen Gründerteams und mittelständischen Unternehmen der Region. Was die Zusammenarbeit in Coworking-Spaces angeht, machte die Corona-Pandemie bislang dem Projektteam einen Strich durch die Rechnung. Deshalb arbeitet das Mescheder Projektteam aktuell auch an einem virtuellen Coworking-Space. Die Grundidee bleibt laut Daniel Meyer aber die Gleiche: „Unsere Gründerteams sollen zu ihren Themen in einer coolen Umgebung kommunizieren.“

Hintergrund: Projekt streamUP

streamUP wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und sucht Lösungsansätze für ganz unterschiedliche Mobilitätskonzepte. 18 Monate lang werden Teams mit innovativen Ideen intensiv unterstützt und begleitet, beispielsweise bei der Datensammlung, Prototypenerstellung und Ideenpräsentation. Geleitet wird das Projekt vom Centrum für Entrepreneurship & Transfer der TU Dortmund. Teilprojektleiter für die Fachhochschule Südwestfalen ist Prof. Dr. Ewald Mittelstädt
Die Teilnahme ist für Gründerteams kostenlos. Die nächste Bewerbung ist im August möglich. Mehr Informationen unter www.streamup.org