Erfahrungsbericht Entrepreneurship: Paula Essam und Dilara Cakirhan (v. l.) sind Begründer des Startups Pocketsy. Sie lernten sich beim Inkubatorprogramm „Startplatz Köln“ kennen.

Stylisches Entrepreneurship: So kam es zu den Tops und BHs mit Geheimtaschen

Die Geschäftsidee kam Dilara Cakirhan (rechts im Bild) bei einem Städtetrip nach London, weil ihr jemand das Smartphone aus dem Rucksack stahl. Man müsste Smartphones und andere Wertsachen sicher und möglichst unsichtbar am Körper tragen können, dachte sich die frisch gebackene Abiturientin. Mit Entrepreneurship hatte sie damals noch nichts am Hut.

Wirtschaftsabsolventin Dilara Cakirhan ist Mitgründerin von Pocketsy

Aus dem erstes Gedanken ist professionelles Entrepreneurship geworden: Heute ist Dilara Cakirhan Mitgründerin des Start-ups Pocketsy aus Köln. Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Paula Essam stellt sie individuell stylbare BHs und Tops mit eingebauten Geheimtaschen her. Aus recyceltem Kunststoff und fair in der EU produziert.

Wirtschaft studieren, innovatives Entrepreneurship kennenlernen

Die gebürtige Sauerländerin und heute Entrepreneurin ging nach ihrem Abitur an die nahe Fachhochschule Südwestfalen, um dort Wirtschaft zu studieren. Dies wirkte wie ein Katalysator für ihren Weg zum Unternehmertum. „Ich habe im Studium angefangen, mich mit Start-ups und innovativen Ideen zu beschäftigen“, erzählt Cakirhan. Sie besuchte Wahlpflichtseminare zu den Themen Geschäftsmodellierung und E-Commerce, absolvierte ihr Praxissemester bei einem Start-up-Unternehmen in Berlin. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie dann schon über Testverfahren im Onlinemarketing am Beispiel ihres eigenen Projektes.

Inkubatorprogramm als Starthilfe für Entrepreneure

Noch während der Bachelorarbeit zog sie nach Köln, um dort am Entrepreneurship-Inkubatorprogramm „Startplatz Köln“ teilzunehmen. Dort lernte sie ihre spätere Partnerin Paula kennen, die bei Party-Besuchen auf eine sehr ähnliche Idee gekommen war. Sie beobachtete Frauen, die Wertgegenstände in ihren BHs verstauten. „Wir lernten uns im Inkubator kennen und haben uns gefragt, warum wir das nicht zusammen machen“, so Cakirhan. Heraus kam die Idee zu Pocketsy: Drei Taschen sorgen dafür, dass Wertsachen sicher und einfach unter der Kleidung zugänglich sind. Eine Slide Pocket mit patent-angemeldeter Taschenform nimmt das Smartphone auf. Eine Geldtasche bietet Platz für Münzen und Scheine, die Reißverschlusstasche nimmt Kreditkarte oder Personalausweis auf.

Infobox: Inkubatoren und Acceleratoren

Inkubatoren (Brutkasten, Begriff aus der Medizin) sind Einrichtungen, die Start-ups unterstützen: finanziell, personell und teilweise auch mit Räumlichkeiten. Acceleratoren (engl: to accelerate = beschleunigen) kurbeln die Entwicklung eines Startups durch intensives Coaching an.

Starthilfe für Gründer und Entrepreneure bietet die Fachhochschule Südwestfalen durch das
Start-up Innovationslabor Südwestfalen

Gelebtes Entrepreneurship: Vernetzung beim Accelerator

Aktuell nehmen Dilara Cakirhan und Paula Essam an einem Textilaccelerator in Reutlingen teil. Vor allem versuchen die beiden Gründerinnen Kontakte aufzubauen. „Es ist wichtig, dass man sich vernetzt“, meint Cakirhan. „Und dass die Familie hinter einem steht, man optimistisch bleibt und nicht beim ersten Problem aufgibt.“ Und auch wenn es beim Entrepreneurship Höhen und Tiefen gibt: „Es macht Spaß und man merkt dabei erst einmal, wozu man in der Lage ist“.

Gelebtes Entrepreneurship von der Idee zur Gründung: Am Weg von Pocketsy lässt sich der Weg eines Startups gut verflogen.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Typisch Entrepreneurship: Die Umsetzung der Geschäftsidee erwies sich als nicht so einfach. Das Produkt musste patentiert und ein Hersteller gefunden werden. „Über ein Jahr lang haben wir gefühlt mit tausend Herstellern gesprochen“, berichtet Cakirhan. „Da sind Klinken putzen und Ausdauer gefragt.“ Schließlich haben die beiden Gründerinnen einen Fair-Trade-Hersteller in Bulgarien gefunden. Aktuell lassen sie die ersten 500 BHs produzieren. Im April soll der eigene Webshop online gehen und der Verkauf starten. Später soll auch an Handelsunternehmen geliefert werden.

Zu Entrepreneurship gehören auch Dienstleistungen und Produkte: Tops und BHs mit drei großen Taschen: Geld-, Handy- und Kartentasche. Mit den Produkten von Pocketsy lassen sich Wertsachen sicher unterbringen.

Entrepreneurship braucht Finanzierung: Zum Beispiel Crowdfunding

Die Unternehmensgründerinnen finanzieren ihre Vorproduktion über die Crowdfunding-Plattformen kickstarter.de und startnext.com. Auf diesen Plattformen können spätere Kunden bereits Vorbestellungen tätigen oder Fans und Freunde das Projekt finanziell unterstützen. Die aktuelle Crowdfunding-Kampagne mit einem Video der beiden Entrepreneure gibt es bei startnext

Entrepreneurship an der Fachhochschule Südwestfalen studieren

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