Mpumalanga: Studentisches Hilfsprojekt in Südafrika

Projekt „Farmers Foundations"

Von Juli bis Oktober haben vier Studierende des Fachbereichs Agrarwirtschaft am Projekt „Farmers Foundations“ von Herrn Professor Doktor Thomas Weyer teilgenommen. Nils Schremmer, Vivien Brockmann, Lara Heinen und Christina Steigerwald sind gemeinsam nach Südafrika zum Assegaai Revival Centre in der Region Mpumalanga gereist. Ziel war es eine Farmacademy aufzubauen, an der junge Erwachsene landwirtschaftliche Fähigkeiten erlernen können. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es in der Region Mpumalanga 70 % Arbeitslosigkeit, da die Jugendlichen nach ihrer Schullaufbahn kaum Perspektiven haben. Viele wissen nicht, was sie später mal werden wollen. Studieren ist dort teuer und Ausbildungen kosten teilweise ebenfalls Geld. Außerdem ist die ländlich lebende Bevölkerung viel zu weit weg von den Städten. Kinder müssen Kilometer weit bis zur Schule laufen. Und genau mit dieser ländlichen Bevölkerung befasst sich das Projekt.

Auf dem Bild kann man wunderbar erkennen, was in der kurzen Zeit alles geleistet wurde. Der komplette rechte Teil wurde eingezäunt und durch innere Zäune nochmals in verschiedene Bahnen unterteilt, in denen die Tiere nachdem Bela-Bela System arbeiten können. Der erste Schritt des Kreislaufsystems ist die Bearbeitung durch Schweine. Die Bearbeitung beinhaltet das Lockern und Wenden des Bodens durch starkes Aufwühlen mit dem Rüssel. Sie erfüllen also die gleiche Funktion wie ein Grubber oder ähnliches. Die Hinterlassenschaften der Tiere fungieren als Dünger. Noch hinzu kommt, dass Pflanzenreste durch die Klauen in den Boden eingearbeitet werden. Dadurch entsteht eine Schicht aus Biomasse, welche den Boden vor Erosion schützt und Feuchtigkeit speichert.

Durch das Einsetzen von mobilen Zäunen in den Bahnen können die Schweine jeden Tag eine neue Fläche erschließen.

Die Hühner laufen direkt nach den Schweinen über eine Fläche. Ihr Stall befindet sich unten rechts. Sie sind ein weiterer wichtiger Bestandteil des Bela-Bela Prinzips. Dies liegt unter anderem daran, dass sie die unverdauten Nahrungsbestandteile der vorherigen Tiergruppen fressen. Des Weiteren fressen sie Fliegen, Parasiten und Insekten. Dadurch halten sie diese von den andren Tieren fern. Ihre Hinterlassenschaften führen dem Boden ebenfalls organischen Dünger zu. Durch die Aktivität auf dem Boden ebnen sie die von den Schweinen aufgewühlte Landschaft wieder ein. Sie fungieren also vom Prinzip her wie eine Scheibenegge, bei der Saatbettbereitung.

Die von Schweinen und Hühnern bearbeitete Fläche ist nun nährstoffangereichert, gelockert und eingeebnet. Durch den Einsatz der Tiere erhält einen gesunden, fruchtbaren, nährstoffreichen, humosen Boden, der vor Erosion und Austrocknung geschützt ist. Dieses Zwischenergebnis lässt sich ganz ohne den Einsatz schwerer, bodenverdichtender Maschinen erreichen.
Nach den Tiergruppen folgt die weitere Nutzung der Fläche. Das kann einerseits durch das Aussähen verschiedener vermarktungsfähiger Feldfrüchte, wie zum Beispiel Mais oder Bohnen geschehen. Zum einem können diese zum eignen Verzehr dienen oder verkauft werden.
Andererseits ist das Bela-Bela Prinzip eine Kreislaufwirtschaft, daher ist es naheliegend wieder Futter für die Tiergruppen anzupflanzen, um den Kreislauf zu vollenden. Dazu sollte die frisch bearbeitete Fläche einige Zeit brachliegen, bis die verbliebenden Samen und Körner aufgekeimt und gewachsen sind. Für einen ausreichenden Aufgang kann zusätzlich Saatgut schnellwüchsiger Futterpflanzen auf der Fläche verteilt werden. Dies kann einfach durch Auswurf per Hand erfolgen. Durch Ausübung dieses einfachen Kreislaufsystems ist es Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln möglich einen Einstieg in die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens, auf dem sie leben zu gelangen. Wodurch der ländlich gelegenen, armen Bevölkerung mit einfachen Handgriffen die ersten Schritte Richtung nachhaltiger und langfristiger Selbstversorgung ermöglicht werden. Sie können aus der vollständigen Ausübung des Bela-Bela Systems Eier, Hühner- und Schweinefleisch, sowie Gemüse gewinnen.

Eine weitere Aufgabe wä̈hrend des Projektes war die Umsetzung des Farming God’s Way Systems. Es handelt sich hierbei ebenfalls um ein Bodenbewirtschaftungssystem, wobei es sich nur auf den Pflanzenbau konzentriert. Der Name kommt dadurch, dass Bezüge zu biblischen Grundsätzen hergestellt werden und die Verbreitung dieses Systems Teil der Missionsarbeit in Südafrika ist. Bei diesem Wirtschaftssystem steht das Thema „Organic Farming“ im Vordergrund. Es soll Landwirtschaft auf einfachem und für die ländliche Bevölkerung erschwinglichem Niveau betrieben werden, sodass eine zuverlässige und nachhaltige Quelle zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln entsteht. Auf den Einsatz von Maschinen zur Bodenbearbeitung und künstlichem Dünger wird abgesehen. Es werden auf kleinen Beeten lediglich die Löcher für die Setzlinge vorbereitet. Zur Düngung kommt in die Löcher Kompost, der auf der Farm produziert wird. Besonders wichtig bei diesem System ist das sogenannte „God’s blanket. Damit ist eine Mulchauflage gemeint, die aus verschiedenen organischen Materialien aufgetragen werden soll. Die Mulchschicht aus z.B. Laub oder Gras soll die Feuchtigkeit im Boden halten und vor Bodenerosion schützen. Es ist außerdem vorgesehen, dass die Teilnehmer der Workshops zur selbstständigen Bewertung von potenziellen Flächen angeregt werden. Schlüsselfragen nach den Licht- und Wasserverhältnissen und deren Verfügbarkeit sollen selbst eingeschätzt werden können. Auf dem Gelände wurden einige Beete nach diesem System angelegt, wo Kohl, Rote Beete und Spinat wachsen.

Für das Anziehen der Setzlinge, die im Rahmen des Farming God’s Way eingesetzt werden sollen, wurde ein Ecotunnel aufgebaut.

Das Beerenhauses befindet sich zu Guter Letzt unten links und ist für den Anbau von Johannisbeeren, Himbeeren und Blaubeeren gedacht. Daraus wird später Marmelade gemacht.

Der Manager des Geländes wird sich in der Zeit in der keine Studierenden da sind um die Farmakademie kümmern. Es werden dort Workshops stattfinden. Die Teilnehmer können nach erfolgreich abgeschlossenem Workshop jeweils eines der Ferkel der Farm erlangen und somit zu Hause selber das Bela-Bela Prinzip beginnen und weiterverbreiten.

Vegetable Gardens & Water Management

Vier Soester Agrarstudenten fliegen im Juli 2015 für drei Monate in die Region Mpumalanga in Südafrika, um an einem humanitären Projekt mitzuarbeiten. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der ländlichen Entwicklung. Ganz praktisch wollen die jungen Leute Land urbar machen, bestehende Gemüsegärten erweitern und gleichzeitig Kinder und Jugendliche in den Grundlagen des Pflanzenbaus unterrichten. Die vier sind nach den Gruppen 2012 (Lisa Berendes, Linda Hahn, Nina Sehnke und Thomas Rathmer) und 2014 (Johannes Bayer, Franziska Havelt, Steffen Hünnies und Anna Schönweitz, hier links im Bild zu sehen) bereits die dritte Gruppe, die aktiv bei dem Hilfsprojekt mitmacht.

Am 20. Juli geht es für die Soester Agrarstudenten Pia Stolla, Joana Bäcker, Christoph Mützenich und Georg Wester-Ebbinghaus los. Initiiert und betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Thomas Weyer. Wie ihre Vorgänger wollen sich auch die aktuellen Südafrika-Fahrer um die Aids-Waisen kümmern, die in Child-headed households leben.

Die Agrarstudenten wollen 3.000 Euro für Saatgut, Wassertanks und ein neues Transportfahrzeug sammeln.

Wir brauchen Ihre Hilfe!

Spendenkonto Fachhochschule Südwestfalen
Konto Nr. 161 752
BLZ 445 500 45
Sparkasse Iserlohn

IBAN DE12 4455 0045 0000 1617 52
BIC WELADED1ISL

Verwendungszweck: 990906099/590010000, Stichwort Mpumalanga

Bild 1: Verteilung der seedlings für den Pflanzenbauwettbewerb für Kinder bis zwölf Jahre

Bild 2: How to grow the best beet root? Yes I can!

Bild 3: Eine Gruppe der unter Zwölfjährigen lernt, wie man ein Beet vorbereitet und dann mit Gemüsepflanzen bepflanzt, ernährt und bewässert.

Bild 4: German-Tyre-Project von Franziska, Anna, Steffen und Johannes in 2014 gestartet. Die Altersgruppe der unter Siebenährigen braucht ein nicht zu großes Beet. Bunt bemalte, herumliegende Autoreifen bieten ein überschaubares Beet für drei bis 5 Pflanzen und verschönern den Lebensraum der Kinder, die wissbergierig lernen wollen.

Die Provinz Mpumalanga

Mpumalanga ist eine südafrikanische Provinz im Nordosten der Republik. Der Name Mpumalanga ist die SiSwati-Bezeichnung für den „Ort, an dem die Sonne aufgeht".
Im Norden grenzt Mpumalanga an die Limpopo-Provinz, im Osten an die Staaten Swasiland und Mosambik; im Süden liegen die Provinzen KwaZulu-Natal und Freistaat, westlich davon Gauteng. Die Hauptstadt ist Mbombela

Partnerschaft von Mpumalanga und NRW

Seit 1995 besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und der südafrikanischen Provinz Mpumalanga.
Das Mpumalanga Forum wurde Ende 2001 mit dem Ziel gegründet, allen Organisationen in NRW, die Beziehungen zur Partnerprovinz unterhalten, eine Plattform zum Erfahrungs- sowie Informationsaustausch und gemeinsames Lernen für Bürgerinnen und Bürger in Nord und Süd anzubieten.
Zum Forum gehören 150 Akteure aus Kirche, Gesellschaft und Politik. Sechzig staatliche und nicht-staatliche Institutionen, Verbände und Einrichtungen kooperieren in den Bereichen Gesundheit, Sport, Kunst, Kultur und ländliche Entwicklung.

Prof. Dr. Thomas Weyer arbeitet von Beginn an im Mpumalanga Forum. Seit 2010 ist er auch Mitglied der Steuerungsgruppe.