Der Gipfel eines Auslandsemesters: Der Mount Taranaki in Neuseeland.

Einfach machen: Auslandssemester in Neuseeland

Ein Auslandssemester besteht nicht nur aus Studieren: Auch über Land und Leute erfährt man viel.

Patrick Barylla studierte am Wellington Institute of Technology

„Typisch Neuseeland“, meint Patrick Barylla, als er von einem Flug um den Nationalpark Mount Aspiring erzählt. Nicht wegen der Sehenswürdigkeit des Naturmonuments, sondern weil ihn ein Pilot spontan dazu eingeladen hat, den er erst tags zuvor kennenlernte. Spontanität, Menschlichkeit und Offenheit ziehen sich wie ein roter Faden durch seinen Auslandsaufenthalt von Juli 2019 bis Februar 2020.

Von Ense nach Wellington

Schätzt die famliäre Atmosphäre in Südwestfalen wie in Wellington. Der angehende Wirtschaftsingenieur Patrick Barylla stammt aus dem Dorf Ense am Möhnesee und studiert im fünften Semester in Meschede.

Anlass für Patrick Baryllas Reise nach Neuseeland war ein Auslandssemester am Wellington Institute of Technology. Der angehende Wirtschaftsingenieur stammt aus dem Dorf Ense am Möhnesee und studiert im fünften Semester in Meschede. Als klassisches Dorfkind zog es ihn hinaus in die Welt: „Ich bin ein offener Mensch, wollte neue Erfahrungen sammeln und andere Lebenswege kennenlernen.“ Zudem standen die Verbesserung seiner Englischkenntnisse und die Bereicherung seines Lebenslaufs auf der Agenda.

Trimester statt Semester

Bis Mitte November hat Barylla in Wellington studiert und lebte in dieser Zeit bei einer neuseeländischen Familie. An der Hochschule lernte er eine anderes Lernsystem kennen. Statt Semester gibt es dort Trimester, sprich dreimonatige Unterrichtseinheiten. Statt Prüfungen am Ende des Semesters absolvierte Barylla zahlreiche Gruppen- und Hausarbeiten während des Trimesters. „Der Arbeitsaufwand im Trimester ist sehr hoch“, erzählt Barylla. „Dafür gab es am Ende nur noch eine Klausur, für die ich nicht mehr viel lernen musste.“

Hoher Praxisbezug, familiäre Betreung

Er erlebte kleine Klassen mit 15 bis 20 Studierenden, darunter Chinesen und Inder. Als einziger Deutscher fand Barylla trotzdem leicht Anschluss. Im Unterricht fanden zahlreiche praktische Anwendungen statt. „Die Dozenten haben uns zudem auf sehr angenehme Art und Weise unterstützt.“ So gab es im Fach Manufacturing nicht nur Übungen am Laser-Cutter, sondern auch jede Menge Tipps für das spätere Berufsleben. Alle zwei Wochen freitags fand auf dem Campus ein internationaler Tag statt. Hier stellte sich jeweils eine Gruppe internationaler Studierender vor, beispielsweise Kommilitonen von den Fidschi-Inseln. Es gab Essen, Spiele und Gesang. „Ein absolutes Highlight“, wie Barylla findet.

Nach dem Lernen: Reisen!

Ein Auslandsemester besteht nicht nur aus Lernen. Im Anschluss an die Vorlesungszeit bereiste Barylla Neuseeland und besuchte auf dem Rückweg noch Australien, Indonesien und Thailand. Für Neuseeland besorgte er sich ein Auto, in dem er auch auf Campingplätzen übernachtete. Geblieben sind zahlreiche atemberaubende Eindrücke der neuseeländischen Natur. Vor allem beeindruckten Patrick Barylla aber die Freundlichkeit der Neuseeländer. Eine Familie, die er beim Camping im Dezember kennenlernte, lud ihn kurzerhand über Weihnachten in ihr Ferienhaus ein. So verbrachte er ein glückliches Weihnachtsfest im engsten Familienkreis seiner Gastgeber mit Feiern, Segeln und Kayakfahren: „Schöner hätte es nicht laufen können.“

Organisation des Auslandssemesters

Die Bewerbung für den akademischen Austausch kam durch Kontakte von Baryllas Betreuer Prof. Dr. Patrick Scheunemann zum Wellington Institute of Technology zustande. Für das Auslandssemester fielen keine Studiengebühren an. Etwa 800 bis 900 Euro gab Barylla für den Lebensunterhalt pro Monat aus. Zur Finanzierung hatte er etwas angespart, bekam zudem ein Promos-Stipendium.

„Man sollte circa ein halbes Jahr vorher Kontakt zur Uni in Neuseeland aufnehmen“, empfiehlt Patrick Barylla. Dazu gehörte in seinem Fall, sich die Beschreibungen der Fächer zu beschaffen, die er studieren wollte. Über ein sogenanntes „Learning Agreement“ ließen sich seine gewählten Fächer im eigenen Studium anerkennen. Dabei unterstützte ihn das Akademische Auslandsamt der Fachhochschule Südwestfalen

Auslandssemester für Studierende der Fachhochschule Südwestfalen

Partnerhochschulen, Förderungsmöglichkeiten, Stipendien, Erasmus, Doppelabschlussprogramme … Studierende, die einige Zeit außerhalb Südwestfalens verbringen wollen, erhalten jede Menge praktische Informationen und Hilfe beim Akademischen Auslandsamt